Von Berlin bis Caracas:
Gedenken an Jahrestag des Sieges über die Putschisten
Venezuela hat in der vergangenen Woche des sechsten Jahrestages des Putsches
gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chávez und die nur 48
Stunden später erreichte Wiedererrichtung der Demokratie gedacht. An
zahlreichen Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen beteiligten
sich Hunderttausende von Menschen im ganzen Land.
Auch in Berlin erinnerte die Botschaft Venezuelas an dieses historische
Ereignis. Über 200 Menschen beteiligten sich am heutigen Sonntag im Gebäude
der diplomatischen Vertretung an einer Festveranstaltung Fiesta der Würde
und der Demokratie.
Botschafterin Blancanieve Portocarrero hob in ihrem Grußwort die historische
Bedeutung der Ereignisse vor sechs Jahren hervor: Das Volk, das von seinen
Rechten Besitz ergriffen hatte, nahm am frühen Morgen des 13. April die
Straßen von Caracas ein, entschlossen, seine Würde, sein Leben und seine
Zukunft zu verteidigen. In weniger als 48 Stunden erlebten Venezuela und die
Welt die von den Massen gefeierte triumphale Rückkehr des Präsidenten Hugo
Chávez Frías. In absoluter Bescheidenheit können wir sagen, dass dieses
Ereignis einzigartig in der bekannten Geschichte ist.
Die Diplomatin betonte weiter: Das Venezuela von heute ist nicht mehr das
Venezuela von gestern. (
) Die harten Zeiten von 2002, die von irrationalen
Aktionen gezeichnet waren, sind heute überwunden. Die Bolivarische
Revolution ging gestärkt aus diesen Bewährungsproben hervor. Der von den
Gemeinschaften selbst geleitete alternative Kommunikationsfluss, neue
Verkehrsverbindungen, Eisenbahnlinien und Wasserstraßen, die heute Dörfer
und Städte verbinden, die von einer solidarischen Philosophie getragene
lateinamerikanische Integration, sind Errungenschaften, die ohne den Sieg
vom April 2002 nicht möglich gewesen wären.
Abschließend unterstrich Portocarrero die bis heute reichende Bedeutung des
13. April: Wir Venezolaner und Venezolanerinnen sind einer Welt der
sozialen Gerechtigkeit, einer Welt im Einklang mit der Natur, einer Welt der
Freiheit, der Liebe und des Friedens verpflichtet, und wir sind nicht
bereit, über dieses moralische Erbe, das uns rechtmäßig gehört, zu
verhandeln.
In der Veranstaltung ergriffen auch Vertreterinnen und Vertreter von
Solidaritätsgruppen, Jugendorganisationen und Parteien das Wort.
Der Europaabgeordnete der Partei Die Linke, Helmut Markov, erinnerte an die
Bedeutung des Jahres 1989 nicht nur für Deutschland, sondern auch für
Venezuela, denn der Aufstand des venezolanischen Volkes am 27. Februar 1989
gegen ein Paket vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verordneter
Kürzungen sei ein wichtiges Signal des Widerstandes gegen eine ungerechte
Welt gewesen. Diese Rebellion sei später zu einer Vorläuferin des Prozesses
geworden, den Venezuela heute erlebt.
Die Bundestagsabgeordnete Kornelia Möller betonte: Die Tatsache, dass das
venezolanische Volk innerhalb von 48 Stunden durch einen Volksaufstand, dem
sich auch die demokratischen Teile der Armee anschlossen, eine
Militärdiktatur und eine jahrelang vorbereitete Unterdrückung verhindert
haben, ist sicherlich ein Höhepunkt der Geschichte Lateinamerikas und ein
besonderer Moment für die Selbstbestimmung und die Demokratie. Alle
Venezolanerinnen und Venezolaner können darauf stolz sein. Niemals wird es
irgendjemandem gelingen, die historische Bedeutung dieser Tage und Stunden
in Frage zu stellen, die im Bewusstsein der Menschen dieses Landes
eingebrannt bleiben werden.
Nancy Larenas erinnerte für das Berliner Aktionsbündnis für Venezuela daran,
dass auch in Deutschland die internationale Medienmanipulation zur
Rechtfertigung des Putsches gegriffen habe. Deshalb, so die in Berlin
lebende Chilenin, seien Unterstützung und Solidarität für den revolutionären
bolivarischen Prozess unverzichtbar geworden. Nur zwei Wochen nach dem
Putsch und dem Sieg des Volkes sei deshalb damals diese Gruppe gegründet
worden, die auch heute noch für die Solidarität mit Venezuela aktiv ist.
Für die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) zitierte Wiebke
Mandalka aus einem Gedicht von Bertolt Brecht und betonte: Venezuela ist
für uns ein Signal. Nicht die Profite interessierten, sondern die
Solidarität zwischen den Ländern Lateinamerikas. Sie erinnerte daran, dass
ihre Organisation im vergangenen Jahr eine Jugenddelegation nach Venezuela
organisiert habe, um vom bolivarischen Prozess zu lernen und schloss: Von
Venezuela lernen heißt siegen lernen!
Aus Hamburg war eine mehr als 30 Mitglieder starke Delegation angereist, in
deren Namen Xiomara Tortoza von der Hamburger Gruppe Salón Protagónico
erklärte: Aus Hamburg vereinen wir uns heute mit dem venezolanischen Volk
in Erinnerung und Feier des sechsten Jahrestages der Ereignisse vom 11., 12.
und 13. April 2002. Dies waren Tage, an denen sich das Volk mutig und ohne
Angst gegen eine Oligarchie stellte, deren Ziel es mit Unterstützung der
US-Regierung war, die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen und deren
Sprecher, den Präsidenten Hugo Chávez, zu ermorden. Sie fügte hinzu: Die
Solidaritätsgruppen stehen vor der Herausforderung, die Solidarität mit
Venezuela von einer breiteren Perspektive aus zu koordinieren. Für die
Solidarität mit Venezuela zu arbeiten bedeutet, für die Selbstbestimmung und
Souveränität der Völker Lateinamerikas, der Karibik, Afrikas und Palästinas
zu arbeiten, bedeutet die Suche nach Gerechtigkeit.
Die Veranstaltung wurde mit lateinamerikanischen Rhythmen der Gruppe Trio
Palmera und von den kulinarischen Spezialitäten aus Venezuela abgeschlossen.
Pressestelle der Botschaft Venezuelas in Deutschland
Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
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