Im Januar starb ein Flüchtling aus Guinea in einem Essener Krankenhaus. Der Flüchtling Mohammad, 23 Jahre alt aus Guinea lebte in einem Flüchtlingsheim für alleinstehende Männer in der Stadt Remscheid mit anderen Flüchtlingen aus Afrika, Osteuropa und Asien. Anfang Januar hatte er Schmerzen. Er besuchte einen Arzt. Dieser forderte ihn auf, sich beim zuständigen Sozialamt einen Krankenschein ausstellen zu lassen. Der Mitarbeiter des Sozialamts gab ihm mit der Begründung, er werde sowieso das Land verlassen müssen, keinen Krankenschein. Einige Tage später, am 11. Januar wurden seine Schmerzen unerträglich. Der Flüchtling Mohammad ging zum Hausmeister des Flüchtlingsheims und bat ihm einen Krankenwagen zu rufen. Er verweigerte dieses. Das Sana-Klinikum liegt 5 Minuten vom Heim entfernt. Ein afrikanischer Flüchtling, der in derselben Unterkunft wohnte, begleitete Mohammad zum Krankenhaus. Unterwegs brach Mohammad zusammen und wurde von seinem Mitbewohner auf den Schultern zum Krankenhaus getragen. Am darauffolgenden Sonntag, also drei Tage später wurde Mohammad nach Essen in einer Klinik verlegt, wo er starb. Die Familie des verstorbenen hat eine Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gestellt. Der Sozialdezernent B. Mast-Weisz bekundet Mitleid mit der Familie und versichert, dass dem 23-jährigen Mohammed niemals ein Krankenschein verweigert worden sei. Gespräche mit den in Remscheid lebenden Flüchtlingen zeichnen ein düsteres Bild von der Praxis der Behörden gegenüber Flüchtlingen. Nicht nur Mohammad, auch weitere Flüchtlinge haben Probleme mit der medizinischen Versorgung.
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