Duisburger ZOO 12.07.08
Die Fossa (Cryptoprocta ferox), seltener auch Frettkatze genannt, ist eine auf Madagaskar endemische Raubtierart. Sie ist das größte Raubtier ihrer Heimatinsel und erinnert gestaltlich an einen dunklen, kurzbeinigen Puma. Ihre systematische Stellung war lange Zeit umstritten, nach molekularen Untersuchungen wird sie heute in die Madagassischen Raubtiere (Eupleridae) eingeordnet.
Fossas erreichen eine Kopfrumpflänge von rund 70 bis 80 Zentimeter, der Schwanz ist annähernd so lang wie der Körper und misst 65 bis 70 Zentimeter, ihre Schulterhöhe beträgt rund 37 Zentimeter. Ihre Durchschnittsgröße variiert leicht nach Region, die größten Tiere finden sich im Südwesten Madagaskars. Fossas erreichen ein Gewicht von 7 bis 12 Kilogramm, wobei die Männchen generell etwas schwerer sind als die Weibchen. Ihr Fell ist kurz und dicht, es ist meist rötlich-braun gefärbt und im Gegensatz zu vielen anderen Raubtieren nicht gemustert. Gelegentlich kommen auch Schwärzlinge vor.
Der Kopf der Fossas ist durch den kurzen Gesichtsschädel charakterisiert, was zusammen mit den großen, abgerundeten Ohren für ein katzenähnliches Aussehen sorgt. Die Augen sind groß und rund, typisch sind außerdem die stark verlängerten Schnurrhaare (Vibrissen).
Ihr Gebiss ist wie das aller Raubtiere durch die „Brechschere“ aus dem letzten oberen Prämolar und dem ersten unteren Molar („Reißzähne“) charakterisiert. Diese Brechschere ist in starker Ähnlichkeit zu den Katzen sehr markant ausgeprägt.
Der Körperbau der Fossas ist schlank und langgestreckt, die Gliedmaßen sind hingegen kurz. Jeder Fuß endet in fünf Zehen, die mit einziehbaren Krallen ausgestattet sind, Krallenscheiden wie bei Katzen fehlen allerdings. Sie sind Halbsohlengänger (semiplantigrad), die mit großen Ballen versehenen Sohlen sind nahezu unbehaart.