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Neue Folge Er ist Glücksforscher an der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg. DW-TV: Wir sprechen mit Karlheinz Ruckriegel, er ist Professor für Volkswirtschaft und Glücksforscher an der Hochschule Nürnberg. Herzlich Willkommen, Herr Ruckriegel. Herr Ruckriegel, kann man sich Glück kaufen? Karlheinz Ruckriegel: Wenn man die Ergebnisse der Glücksforschung anschaut, dann ist es eher so, dass man sich bis zu einem gewissen Grad Glück kaufen kann. Aber danach ist es dann eigentlich nicht mehr möglich. Wenn man sich Untersuchungen über 50 Jahre hinweg anschaut, dann zeigen diese Untersuchungen, dass wir zwar eine enorme Zunahme der materiellen Güterverfügbarkeit hatten, aber nicht der Zufriedenheit. Das heißt, wir passen uns an die Höhe des Einkommens an, wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind. DW-TV: Aber so funktioniert ja Kapitalismus. Wenn alle aufhören zu kaufen, dann funktioniert auch die Wirtschaft nicht mehr. Karlheinz Ruckriegel: Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass wir ein ständiges Wirtschaftswachstum brauchen. DW-TV: Was heißt das dann für uns? Wir müssen uns auf ganz neue Werte besinnen? Karlheinz Ruckriegel: Wenn es darum geht, zufrieden und glücklich zu werden, dann muss man sich überlegen, was macht es eigentlich aus. Was macht Glücklichsein und Zufriedenheit eigentlich aus. Und da ist das Materielle nur ein Aspekt. DW-TV: Sind Sie denn glücklich? Karlheinz Ruckriegel: Ja. DW-TV: Wodurch? Karlheinz Ruckriegel: Durch die Beschäftigung mit der Glücksforschung und dann durch die Umsetzung dessen, was im Rahmen der Glücksforschung als zufriedenheitsteigernd herausgefunden wurde. DW-TV: Und das heißt, wir brauchen ganz dringend einen Glücksindex, damit wir aufhören an die Wirtschaft zu glauben. Karlheinz Ruckriegel: Wir brauchen auf jeden Fall einen Index, der danach fragt, wie zufrieden wir sind. Und wenn wir nicht zufrieden genug sind, dann muss man überlegen was politisch zu tun ist. DW-TV: Herr Ruckriegel, wir sprechen gleich weiter. (Interview: Anja Weyde)
Neue Folge Von Präzisionsgeräten für die Luftfahrtindustrie zur handgefertigten Edel-Uhr: das ist die Entwicklung der 1871 gegründeten Askania-Werke. Schon in den 40er Jahren produzierte das Unternehmen Flieger-Armbanduhren. 2006 kaufte der Uhren-Spezialist Leonhard Müller die Namensrechte. Präzision und Zuverlässigkeit sind für ihn ebenso wichtig, wie der Traditionsname Askania.Denn wer sich auf dem Markt für Edel-Uhren durchsetzen will, verkauft nicht nur ein Produkt, sondern den Traum vom Luxus. Die ersten Zeitmessgeräte produzierte Askania 1875 für Häfen, die Uhrzeit wurde damals noch angezeigt, indem zu bestimmten Uhrzeiten ein Ball heruntergelassen wurde. Ein weiter Weg zu den Edel-Uhren von heute, die preislich zwischen 700 und 5000 Euro liegen. MADE IN GERMANY Reporter Philipp Bilsky war zu Gast in einer der letzten Uhrenmanufakturen Deutschlands.
Neue Folge Er ist Wirtschaftswissenschaftler und Glücksforscher von der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg. DW-TV: Herr Ruckriegel, jemand der davor steht seinen Arbeitsplatz zu verlieren, bei dem halten sich Glücksgefühle vermutlich in Grenzen. Karlheinz Ruckriegel: Es ist bekannt aus der Glücksforschung, dass es ein Schock ist, wenn man seinen Arbeitsplatz verliert. Aber nichts desto trotz, sollte man sich gerade in dieser Situation überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, trotzdem wieder Glücksgefühle zu gewinnen. DW-TV: Welche Möglichkeiten wären das denn? Wo sehen Sie denn Potential? Karlheinz Ruckriegel: Die Glücksforschung hat ja folgende Faktoren als Glücksfaktoren identifiziert: Soziale Beziehungen, dann Engagement, beispielsweise in Nicht-Erwerbstätigkeiten, Gesundheit, persönliche Freiheit, Spiritualität, Religion und natürlich eine finanzielle Grundabsicherung. DW-TV: Persönliche Freiheit und die finanzielle Grundabsicherung, die Sie gerade angesprochen haben, das sind ja Teile die stark abhängig davon sind, ob ich einen Job habe oder nicht. Karlheinz Ruckriegel: Das ist richtig. Aber man muss sich ja erstmal überlegen, welche Möglichkeiten habe ich zunächst einmal. Wenn ich den Job verliere, dann ändern sich die Rahmenbedingungen. Dann muss ich überlegen, wie ich mit diesen geänderten Rahmenbedingungen zurecht komme, so dass ich trotzdem noch einigermaßen glücklich und zufrieden bin. Die nächste Frage ist die, was man machen muss, um gesamtwirtschaftlich das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen. Aber das würde jetzt im Rahmen dieser Glücksüberlegungen zu weit führen. DW-TV: Wenn das Glück von so vielen Faktoren abhängt, wie Sie es gerade angesprochen haben, wie will man das denn messen? Karlheinz Ruckriegel: Kommen wir doch noch einmal zurück zu den genannten Faktoren. Erstmal gibt es die Möglichkeit, sich diese Faktoren bewusster zu machen. Und dementsprechend dann zu versuchen, diese Glücksfaktoren stärker zu aktivieren. Hier gibt es beispielsweise ein Projekt der EU-Kommission, die genau diese Sache fördern will. Sie will erreichen, dass in der Erwachsenenbildung Module geschaffen werden, damit man als Mensch aus diesen Aktivitäten mehr Zufriedenheit gewinnt. Mit der Messung verhält es sich so, dass gängigerweise in diesen Untersuchungen nach der Zufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn gefragt wird. Dann kann man sich entsprechend einordnen. DW-TV: Die Deutschen sind ja unzufriedener als zum Beispiel die Dänen. Das wurde gemessen. Warum ist das so? Wir sind doch sozial nicht schlechter gestellt als Dänemark. Karlheinz Ruckriegel: Die Zahlen sind ja ziemlich offenkundig. Auf dieser Skala von null bis zehn liegen wir bei ungefähr 6,8. Die Dänen dagegen bei 8. Dafür gibt es einige Gründe. Ein Grund, der angeführt wird ist der, dass in Dänemark das Vertrauen in der Gesellschaft und auch die Gleichheit stärker ausgeprägt sind. Ein anderer Punkt, der mir unlängst in dieser Untersuchung aufgefallen ist, dass wir vielleicht die negativen Ereignisse stärker und die positiven weniger wahrnehmen. Verglichen mit den Dänen beispielsweise. DW-TV: Ein bisschen mehr Optimismus würde uns Deutschen also gut tun? Karlheinz Ruckriegel: Auf jeden Fall. DW-TV: Vielen Dank, Karlheinz Ruckriegel. (Interview: Anja Heyde)
Neue Folge Die kürzeste Verbindung zwischen Deutschland und Asien geht für Lufthansa-Cargo über Russland. Die Gesamtstrecke schaffen die Frachter nicht in einem Rutsch, sie müssen auftanken, auf Weisung Russlands im sibirischen Krasnojarsk. Doch das sibirische Frachtgeschäft bleibt ihnen verschlossen.Lufthansa Cargo ist in dieser Region mit vielfältigen Problemen konfrontiert: Schwierige Wetterbedingungen, Streit mit russischen Behörden um Überfluglizenzen und nun auch mit dem Schutz russischer Airlines vor ausländischer Konkurrenz. Gleichzeitig setzt die sibirische Regional-Regierung große Hoffnungen in den Ausbau des Luftfahrt-Drehkreuzes. Modernisierung und ein Schub für die Industrie werden erwartet. Welche Perspektiven, welche Risiken birgt das neue Drehkreuz für beide Seiten? MADE IN GERMANY begleitet die Piloten der Lufthansa Cargo auf ihrem Weg von Frankfurt am Main Richtung Asien.
Neue Folge Ihr erstes Windrad stand auf dem eigenen Acker - heute finden sich ihre Anlagen in der ganzen Welt. Juwi zählt zu den führenden Unternehmen für erneuerbare Energien – und die Firmenchefs haben eine Vision: Die Versorgung Deutschlands mit 100 Prozent Grünem Strom.Am Firmensitz in Wörrstadt bei Mainz wird vorgelebt, wie das geht: Das Gebäude erzeugt mehr Strom, als es verbraucht. Damit sind Matthias Willenbacher und Fred Jung die Vorreiter ihrer eigenen Idee. Der Landkreis, in dem sie leben, will das bis 2020 auch erreichen und sich komplett selbst mit grünem Strom versorgen. Einer der dazu notwendigen Windparks, wird gerade unweit des Firmensitzes von Juwi aufgestellt. Bei Cottbus wiederum entsteht gerade die zweitgrößte Solaranlage der Welt. Juwi produziert mit über 700 Mitarbeitern keine eigene Technik, sondern projektiert Anlagen in großem Stil und hat mittlerweile Niederlassungen in Frankreich, Italien, Spanien, Amerika, Costa Rica und Südkorea. MADE IN GERMANY Reporterin Kerstin Schweizer hat das Unternehmen besucht.
Neue Folge „Mercedes-Dorf“ – so wird Gosheim bei Stuttgart genannt, weil Autozulieferer und Maschinenbauer den Ort reich machten: Knapp 4000 Einwohner freuten sich 2008 über rund 17 Millionen Euro Gewerbesteuern. Die sind in der Krise auf Null gesunken, jetzt soll auch noch die C-Klasse in die USA. Viele Betriebe kämpfen ums Überleben - und Gosheim spart.Was früher ein Vorteil war, wird in der Krise zum Risiko. Die Wirtschaft rund um Gosheim ist eine industrielle Monokultur: Mehr als 800 Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten bearbeiten Metall mit der Zerspanungstechnik – und leiden in der Krise mit ihren Kunden aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau. Die Umsätze haben sich zwischenzeitlich halbiert. Rund drei Viertel der Industriebetriebe in der Region haben Kurzarbeit angemeldet. Nun sucht die Branche händeringend neue Märkte, zum Beispiel in der Medizintechnik. Unsere Reporterin Marion Hütter hat die Region besucht.
Neue Folge Nach der Wirtschaftskrise wollen die Unternehmen endlich wieder investieren – doch ausgerechnet jetzt bereiten ihnen die Banken Probleme bei der Vergabe notwendiger Darlehen. Die Folge: Die Realwirtschaft leidet unter einer Kreditklemme. Mehrere hundert Milliarden Euro Steuergelder sind in den Bankenrettungsfond geflossen, Die Geldinstitute erfüllen aber ihre wichtigste Funktion nicht mehr: die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten. Die Banken geloben Besserung und wollen bis zu 15 Milliarden Euro zusätzlich an Krediten bereit stellen. Doch reicht das? MADE IN GERMANY Reporter Milto Arsenopoulos berichtet.
Neue Folge Bei uns ist heute Jörg Rocholl, Finanzmarktexperte von der European School for Management and Technology, herzlich willkommen Herr Rocholl! Haben Sie denn auch noch so ein bisschen Gold im Keller? Jörg Rocholl: Also ich glaube, wenn ich es hätte, dann würde ich es jetzt verkaufen. DW-TV: Ganz schnell?! Also Sie haben auch keines, schade! Wir können uns den Goldpreis auf unserer Grafik mal anschauen, der ist ja enorm gestiegen: Von Oktober 2008 bis Dezember 2009 um rund Prozent. Indien kauft Gold, China kauft Gold, die Zentralbanken kaufen Gold, Privatpersonen mittlerweile auch. Wir haben ja gelernt oder die Geschichte hat uns gelehrt, dass man auf alles Mögliche spekulieren kann. Sollten wir da vielleicht nachdenklich werden? Jörg Rocholl: Ich denke, ja. Es gibt natürlich erstmal ganz fundamentale Nachfragen und Angebotswirkungen, die hier eine Rolle spielen und die auch den Preis beeinflussen. Wir haben zum Beispiel auf der Angebotsseite die Situation, dass die Produktion von Gold in den letzten Jahren tendenziell eher gesunken ist. Wir haben jetzt auf der Nachfrageseite die Situation, dass es einen relativ schwachen US-Dollar gibt, dass es Gefahren wegen der Inflation gibt, dass dementsprechend auch die Nachfrage nach sicheren Metallen eine Rolle spielt. Aber insbesondere, finden wir jetzt auch die Tatsache, wie Sie sagten, dass auch Kleinanleger schon in Gold investieren. Und das sollte uns wirklich zu denken geben, weil das häufig ein Signal dafür ist, dass es sich um eine Blase handelt, die dann vielleicht auch bald platzen könnte. DW-TV: Wenn das Gold ein Indikator für den Finanzmarkt ist, für den Weltfinanzmarkt, wo befinden wir uns dann gerade? Jörg Rocholl: Im Moment sieht es tatsächlich so aus, dass Anleger der Situation stark misstrauen, allerdings kann sich das auch leicht wieder ändern. Wir haben jetzt gerade gesehen, dass die amerikanischen Arbeitsmarktzahlen besser ausgefallen sind als erwartet und gleich wurde der Dollar stärker. Gleichzeitig ist auch der Goldpreis wieder gefallen. Das heißt also, das sind im Moment vielleicht auch nur Gefühlslagen, die sich schnell wieder revidieren lassen können. DW-TV: Vielen Dank Herr Rocholl, erst einmal bis hierher! (Interview: Anja Weyde)
Neue Folge Als einer der jüngsten Internet-Millionäre machte er einst Schlagzeilen. Sein Hang zu innovativen und spannenden Geschäftskonzepten ist ungebrochen: Ob flippiges Modelabel oder sogar ein ganzes Schloss - Jan Henric Buettner ist immer auf der Suche nach ungewöhnlichen und Erfolg versprechenden Investments.MADE IN GERMANY Reporterin Elisabeth Pongratz hat den umtriebigen Manager begleitet. Als Partner einer Risikokapital-Firma gewährt uns der 44-Jährige Einblick in seine Ideen und Strategien. In den 90er Jahren baute er AOL Europe mit auf, heute versucht er sich als Schlossherr: Das Gut Weißenhaus an der Ostsee will der Hamburger Unternehmer in eine Event-Location verwandeln.
Neue Folge DW-TV: Jörg Rocholl ist hier von der European School for Management and Technology in Berlin. Herr Rocholl, gibt es die Kreditklemme wirklich oder ist das etwas, was wir uns nur einbilden? Jörg Rocholl: Ich würde sagen, keiner weiß es so genau. Denn wir sehen zwar auf der einen Seite die Klagen der Unternehmen, dass man nicht genug Kredite bekommt, dass nicht genug Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Auf der anderen Seite sehen wir die Banken, die sagen, es ist völlig klar, dass in einer Wirtschaftskrise nicht so viele Kredite vergeben werden können, weil die Bonität, die Kreditwürdigkeit, der Unternehmen nicht gegeben ist. Und ich glaube, alle die Zahlen, die wir bisher sehen, sind letztlich nicht komplett aufschlussreich darüber, wie viel Kredit vergeben wird und ob jeder, der Kredit verdient, auch tatsächlich Kredit bekommt. DW-TV: Wir haben es gerade im Beitrag gehört, die Kanzlerin hat ein Machtwort gesprochen und eine Konferenz einberufen. Die Banken haben jetzt versprochen, eine Art Fonds einzurichten für die mittelständischen Unternehmen, weil die Bundesregierung bereit war, mit 10 Milliarden Euro zu bürgen. Glauben Sie tatsächlich, das funktioniert? Jörg Rocholl: Das ist sicherlich ein Anfang. Allerdings wenn man sich die gesamten Kreditvolumina in Deutschland anschaut, dann ist es in dem Sinne nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Gerade weil man betrachten muss, dass viele Banken, insbesondere die Landesbanken, nach wie vor in einer sehr prekären Situation sind und von sich aus gesehen keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen können, gerade die, die auch in der Vergangenheit den Unternehmen viele Kredite zur Verfügung gestellt haben. DW-TV: Und in so einer Situation fordert Josef Ackermann einen neuen Staatsfonds zur Rettung der Banken. Ist das nicht ein bisschen unverschämt? Jörg Rocholl: Ja, da muss man genau schauen, welche Regelung dort getroffen wird. Dieser Staatsfonds richtet sich ja vor allem dahingehend, in Zukunft Banken, die diese Probleme haben könnten, zu helfen und dass sie aus dieser Krise gerettet werden können. Das hat an sich jetzt nicht so viel zu tun mit der eigentlichen Kreditvergabe zum jetzigen Zeitpunkt. DW-TV: Also noch ein bisschen abwarten! Vielen Dank Jörg Rocholl! (Interview: Anja Weyde)
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