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Datenskandale bei deutschen Unternehmen - Panne oder Vorsatz?
Läuft geradeNeue Folge„Datenklau beim Finanzkonzern AWD“…“Postbank geht nachlässig mit Kundendaten um“…“Datenskandal: Telekom gibt Kundendaten für Werbekampagnen weiter“…allein die Zeitungsschlagzeilen aus den letzten Wochen werfen ein Licht darauf, wie es um die Sicherheit von Kundendaten in Deutschland bestellt ist.Was sagen die Firmen zu den Vorwürfen? Unsere Reporterin Mabel Gundlach geht der Frage nach, ob es sich bei den jüngsten Skandalen nur um Pannen oder um Fehler im System handelt. Dazu besuchte sie in Bonn die Deutsche Telekom und die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit. Diese informiert die Datenschutzbeauftragten von Unternehmen und Behörden über die gesetzlichen Richtlinien.
Regensburg im Weihnachtsfieber – Geschäft mit Trad
Läuft geradeNeue FolgeDie Vorbereitungen für den Regensburger Weihnachtsmarkt laufen auf Hochtouren. Viele Entscheidungen müssen schnell getroffen werden und beim Aufbau der Stände darf jetzt nichts mehr schief gehen.In der zweiten Folge unserer Serie „Regensburg im Weihnachtsfieber – Geschäft mit Tradition“ begleiten wir den Unternehmer Peter Kittel. Bereits zum achten Mal veranstaltet er den Traditionsmarkt und auch diesmal will er kräftig Umsatz machen. Kittel ist im Dauerstress: unter 20 Bewerberinnen muss er ein Christkind aussuchen. Währenddessen wird im fürstlichen Forst mit dem traditionellen Halali der Weihnachtsbaum gefällt und in die Stadt gebracht. Wird er dort heile ankommen? Und wie sieht es aus beim Hutmacher, der für die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis einen ganz besonderen Hut anfertigt? Carmen Meyer und Ute Schneider waren dabei.
Globalisierung - Alexander Melchers Alltag in Sing
Läuft geradeNeue FolgeVon der 1806 gegründeten Segelschiff-Reederei zum modernen Handels-Konzern: das ist die Geschichte des Bremer Unternehmens Melchers&Co. Schwerpunkt der weltweiten Aktivitäten ist der Asienhandel. Geschäftsführer Alexander Melchers lebt und arbeitet in Singapur.Der Stadtstaat Singapur hat einen der größten Häfen der Welt und gilt als Drehscheibe des globalen Handels. Hier ist die Wirtschaftskrise hautnah spürbar, das Handelsvolumen ist kräftig gesunken. Manuela Kasper-Claridge begleitet Alexander Melchers durch Singapur. Der Geschäftsführer von Melchers&Co. hält das Geschäft trotz Krise am laufen, indem er neue Märkte und Geschäftsfelder erschließt, zum Beispiel erneuerbare Energien. Jede große Krise, so seine Meinung, bietet auch große Chancen. Diese will er nutzen.
Unser Studiogast der Woche: Dirk Martin.
Läuft geradeNeue FolgeDirk Martin ist langjähriger Vorsitzender von „Die jungen Unternehmer – BJU“ und Unternehmer.DW-TV: Dirk Martin ist im Studio, Präsidiumsmitglied des Verbandes „Die jungen Unternehmer – BJU“, herzlich Willkommen. Herr Martin, wir haben es im Beitrag gerade gehört, der Unternehmer sagte Bachelor- Absolventen würde er nicht einstellen. Sie sind selber Unternehmer – würden sie es tun? Dirk Martin: Auf jeden Fall würden wir Bachelor einstellen, weil wir einfach glauben, dass die Qualifikation nach drei Jahren Studium durchaus ausreicht für viele Bereiche, die wir haben. Deshalb setzen wir heute schon Diplomleute von der Fachhochschule ein und es gibt vielleicht einige Bereiche, wo man sagt: der muss mehr mitbringen, deshalb muss er noch den Master machen und dann gucken wir speziell nach einem Master. DW-TV: Aber einige Unternehmer scheinen zu glauben, dass die Qualität eben nicht stimmt, dass die drei Jahre eben nicht ausreichen. Irgendwo müssen die Vorteile ja herkommen. Dirk Martin: Ich kann das nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt es ein bisschen daran, dass wir Deutschen immer erstmal alles anzweifeln, was neu ist, denn was wir ja schon durchaus sehen, ist dass die Diplom- Abschlüsse an der Fachhochschule auch nach drei Jahren gemacht werden und die Leute sind hervorragend angesiedelt in der Wirtschaft und auch im Ingenieursbereich. Also von der Seite gibt es meiner Meinung nach gar keinen Grund, daran zu zweifeln, dass ein Bachelor nichts wert ist in Deutschland. DW-TV: Dann nennen sie uns doch einfach mal ein paar Vorteile des Bachelor- Abschlusses. Dirk Martin: Ich denke, der größte Vorteil ist, dass man einfach viel früher fertig wird. Das heißt, man kann schneller als Absolvent Geld verdienen und wir als Unternehmen können viel früher mit den Leuten zusammen arbeiten und sie dann spezifisch für unsere Dinge, die wir brauchen, ausbilden. Und von der Seite ist der größte Vorteil der Zeitgewinn. DW-TV: Und was ist mir dem Vorwurf, den wir auch im Beitrag gehört haben, dass gar keine Lebenserfahrung da ist? Dirk Martin: Ich denke, die Lebenserfahrung kann man auch im Unternehmen bekommen. Ich denke insbesondere, wenn wir in die nächsten Jahre sehen, werden wir Facharbeitermangel haben. Umso besser wäre es dann, wenn wir die Leute früher von der Uni in die Wirtschaft einbinden könnten und ich glaube, dass das eher ein Vorteil als ein Nachteil ist. DW-TV: Die neue Regierung will jetzt noch mal richtig Geld in die Hand nehmen und auch noch mal and er Reform arbeiten. Gibt es denn etwas, das sie erwarten auch als Verband der jungen Unternehmer? Dirk Martin: Ja, wir erwarten, dass ganz viele Investitionen in die Bildung hinein laufen, weil wir denken, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Bildungsland werden wird und wir leben in der Zukunft davon, dass wir sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und Menschen in dem Land haben. Und nur dann können wir die Probleme der Zukunft meistern. Also von der Seite her: viele Investitionen in die Hochschulen, viele Investitionen in die Schulen, aber auch in die Vorschulen bei der Kinderbetreuung. Das würden wir uns wünschen. DWTV: Vielen Dank Dirk Martin erstmal bis hierher. Also es ist nicht wichtig, wie der Abschluss heißt, sondern wie er vermittelt wird. DW-TV: Dirk Martin ist bei uns vom Verband „Die jungen Unternehmer - BJU“ und selbst Unternehmer und zwar der PMCS- Gruppe, ein Softwareunternehmen - also genau der Richtige an dieser Stelle für uns. Herr Martin, wieso sind Unternehmen scheinbar nicht in der Lage, die Kontrolle über so sensible Daten zu behalten? Dirk Martin: Ich glaube, es liegt daran, dass einfach die Netzwerke komplexer geworden sind, dass die Strukturen komplexer geworden sind, die Daten werden immer größer und dadurch auch besser und es wird deshalb komplexer, diese zu kontrollieren. DW-TV: Aber Irgendeine Lösung, eine Maßnahme dafür muss es ja geben. Man kann das ja nicht so im Raum stehen lassen… Dirk Martin: Das ist richtig. Man kann sehr viel an den Prozessen schrauben, das heißt: Wo geht welcher Datensatz hin, wer hat mit diesem Datensatz zu tun und wie kann ich sicher stellen, dass dort beispielsweise kein Datenklau statt findet. DW-TV: Und das wird nicht gemacht? Dirk Martin: Ich weiß nicht, ob das nicht gemacht wird, es wird mit Sicherheit gemacht. Die Frage ist, ob gegen kriminelle Energien, die so langsam aufkommen mit den Daten, ob das ausreicht, denn das Thema ist, dass früher die Datenqualität nicht so gut war, so dass die Daten keinen Wert abgebildet haben. Heute haben die einen hohen Wert, deshalb gibt es Leute, die ein großes Interesse haben, dieses zu klauen, und deshalb kann es sein, dass die alten Regeln da einfach nicht mehr passen. DW-TV: Gut, dann müsste man wenigstens sagen, es hat ein Gutes, dass diese Datenskandale statt gefunden haben: Dass man nämlich endlich die Aufmerksamkeit auf das Thema gelegt hat. Dirk Martin: Sehe ich genauso, denn es heißt, wenn solche Dinge statt finden, kann man den Prozess verbessern, das heißt: Aha, dort ist eine Lücke da, dort ist vielleicht die Übergabe der Daten ein Problem. Deshalb: Wenn ich es kenne, kann ich das Problem lösen. DW-TV: Vielen Dank, Dirk Martin vom Verband „Die jungen Unternehmer – BJU“
Bildungsrepublik Deutschland? - Massenprotest der
Läuft geradeNeue FolgeDas hat es schon lange nicht mehr gegeben: Zehntausende Studenten in Deutschland gehen auf die Straße und demonstrieren. Ihr Unmut richtet sich gegen die eklatante finanzielle und personelle Unterversorgung der Hochschulen. Die Lehrpläne verlangen immer mehr Leistung in immer kürzerer Zeit.Auch an der TU Braunschweig brodelt es – die Maschinenbaustudenten sind aufgebracht. Der Druck auf die Studenten ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Nicht alle können da mithalten und allein im letzten Semester fiel ein Viertel der Studenten durch die Prüfungen. Die Folge: Exmatrikulation! Sonja Schock hat sich an der TU-Braunschweig umgehört. Sie traf die aufgebrachten Studenten und den Uni-Präsidenten Professor Hesselbach, fragte aber auch bei ortsansässigen Unternehmen nach, was diese von den Hochschulabsolventen und deren Ausbildung erwarten.
Studiogast: Wolfgang Gerke, Finanzexperte
Läuft geradeNeue FolgeMADE IN GERMANY spricht mit Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanz Zentrum über die Stimmung am Bankenplatz Frankfurt. Sitzt das Geld schon wieder locker? Wie sieht es aus mit Gewinnen und Bonuszahlungen? DW-TV: Geld für schlechte Arbeit – für viele sind Bonuszahlungen gerade in den Zeiten, in denen einige Banken vom Staat gestützt werden der blanke Hohn, für sie auch? Wolfgang Gerke: Naja, man kann es verstehen, wenn es wirklich Geld für schlechte Arbeit gibt, das darf nicht sein. Aber das hat es in der Vergangenheit gegeben. Wir haben ja gesehen, dass Manager, die Banken in Schwierigkeiten gebracht haben und hinterher noch hohe Abfindungen bekommen haben: ein Systemfehler, den wir dringend bekämpfen müssen. Aber wir dürfen dabei nicht übers Ziel hinaus schießen. Anreizsysteme zu haben ist sinnvoll. Man darf nur nicht dann dahin kommen, dass derjenige, der das höchste Risiko eingeht, die höchste Prämie bekommt und wenn es schief läuft der Steuerzahler einspringen muss. Nur eins ist im Moment die große Gefahr: wir alle sind ein bisschen neidisch auf diejenigen, die hohe Bonuszahlungen bekommen. Das ist richtig, dass an diesem System etwas geändert wird, aber leider haben wir damit die nächste Finanzkrise nicht verhindert. Denn es ist noch vieles im Kreditgewerbe zu regeln. Insbesondere die Frage, wie wir es schaffen, dass wenn Banken in Schwierigkeiten kommen, sie soviel Eigenkapital haben, dass sie sich selber auch wieder aus der Krise herausbringen? DW-TV: Und ihre Antwort auf diese Frage? Wolfgang Gerke: Ich hätte eine ganz klare Antwort: wir müssen insbesondere auch die Notenbanken an die Kandare nehmen. Die haben das Material für die Banker geliefert, nämlich viel zu billiges Geld. Wir müssen die Haushaltspolitiker an die Kandare nehmen, die nicht so viele Schulden machen dürfen. Es ist einiges zu tun und ich glaube, dass das, was Herr Ackermann jetzt gerade vorgeschlagen hat, der richtige Weg ist: einen internationalen Notfonds zu bilden, in den auch Banken einzahlen müssen, die hohe Bonuszahlungen ausschütten, egal wie hoch ihre Eigenkapitalquote ist. Nur dann muss er auch noch ein bisschen konkreter werden, denn man kann die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht einfach genauso behandeln wie die Deutsche Bank, denn die haben schon ihre eigenen Rückversicherungssysteme im Haus. DW-TV: Kommen wir noch einmal auf die Bonuszahlungen zu sprechen, die immerhin einen kleinen Teil dessen ausmachen. Warum werden die überhaupt noch so üppig bezahlt in diesen Zeiten? Wolfgang Gerke: Da ist natürlich der internationale Wettbewerb zwischen den Investmentbankern. Also die sagen: „Ich bin der tollste Investmentbanker, zahle die höchsten Bonuszahlungen. Kommt zu mir, wenn ihr wirklich gut seid.“ Dieser Wettbewerb ist hart und so viele gute Investmentbanker gibt es auch nicht. Es sitzen auch einige auf der Straße, aber trotzdem wird hier noch sehr um die besten Leute gerungen. DW-TV: Da gibt es gerade einen aktuellen Vorschlag, wie man das umgehen kann von einem Deutschen Top-Banker. Der sagt: „ Die zehn größten Banken sollen sich einfach zusammen schließen und beschließen, diese Gehälter zu deckeln. Wäre das ein Lösungsansatz? Wolfgang Gerke: Das wäre ein Lösungsansatz, den die Commerzbank hier vorschlägt, aber ich glaube nicht daran. Zehn Investmentbanker an einen Tisch zu bringen, produziert mindesten zehn unterschiedliche Interessen und ich glaube nicht, dass sich die führenden Investmentbanker hier hinreißen lassen zu einer solchen Absprache. Sie wollen die Top-Banker bleiben und die anderen vom Markt verdrängen. Das ist ihnen bisher ganz gut gelungen, denn sie sind ja die Krisengewinner. DWTV: Also soll man schlicht den Neid runterschlucken und man muss einfach damit leben? Wolfgang Gerke: Nein, um Gottes Willen. Hier ist der Staat gefordert, hier sind die G20-Teilnehmer gefordert. Man muss den Banken Konditionen vorgeben, wenn sie es selber nicht schaffen. Interview: Sandra Berndt
Regensburg im Weihnachtsfieber – Geschäft mit Trad
Läuft geradeNeue FolgeEin wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region: der Weihnachtsmarkt in Regensburg. Handwerker, Standbetreiber und die Stadt profitieren davon. Touristen aus aller Welt reisen an, vor allem Amerikaner. Sie lieben deutsche, traditionelle Weihnachtsmärkte. Seit 8 Jahren macht Peter Kittel damit kräftig Umsatz. Und auch in diesem Jahr sollen die Kassen wieder klingeln.Made in Germany begleitet den Unternehmer Peter Kittel bis zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes bei den entscheidenden Vorbereitungen. Er trifft sich auch mit dem Verleger und IHK-Präsidenten Peter Esser, der diesen Markt als wichtigen Imagefaktor für Regensburg bewertet. Wir zeigen Handwerker aus der Region, die vor allem am Jahresende auf dem Markt ihr Geschäft machen. Der Weihnachtsmarkt wird am Schluss von der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis eröffnet, auf deren Schlossgelände das Weihnachtstreiben stattfindet - eine vierteilige Serie von Carmen Meyer und Ute Schneider. In der ersten Folge eilt Veranstalter Kittel von einem Termin zum nächsten. Er sucht im Schloss nach geeigneten Räumen für die feierliche Eröffnung des Marktes, schwört seine Mitarbeiter auf die Herausforderungen der Veranstaltung ein. Während dessen kommt der Schmied bei der Produktion der Artikel für seinen Weihnachtsstand in schwitzen.
Der König des Eierlikörs: William Verpoorten im Po
Läuft geradeNeue FolgeGüteklasse A - darauf legt William Verpoorten besonderen Wert. Deshalb kauft der Chef des Familienunternehmens Verpoorten kein fremdes Eigelb ein. Für seinen Eierlikör lässt er die Eier im eigenen Haus aufschlagen: täglich bis 1,3 Mio Stück. William Verpoorten ist der Mann hinter Deutschlands wohl berühmtesten Likör: Eierlikör. In Bonn führt er das Unternehmen seiner Familie in fünfter Generation.Er exportiert den Eierlikör nach Amerika, Japan, Australien, macht 50 Mio. Euro Umsatz. Trotzdem steht Verpoorten vor einer Herausforderung: Er will das angestaubte Image des Likörs auffrischen, das Produkt verjüngen. "Eierlikör", sagt er, "ist nicht nur was für Omas Kaffeekränzchen." Verpoorten mischt den Likör, macht Cocktails daraus, die er etwa "Blonder Engel" nennt. Doch der gelernte Banker weiß, dass er die Marke Verpoorten nur behutsam ändern darf, um alte und zugleich neue Kundschaft anzusprechen. So richtig Gas gibt der 52jährige in seiner Freizeit: auf seiner Harley Davidson. Grit Hofmann
Bankenplatz Frankfurt - wieder in Partylaune
Läuft geradeNeue FolgeNach der Krise ist vor der Krise. Frankfurts Banker sind wieder in Partystimmung. Seit Großbanken wie die Deutsche Bank wieder Milliardengewinne präsentieren und auf Einkaufstour gehen, rücken die schlechten Ergebnisse angeschlagener Banken, wie zum Beispiel der staatsgestützten Commerzbank, offenbar in den Hintergrund. Gibt es auf dieser Grundlage wieder mehr Bonuszahlungen?Wie locker sitzt das Geld in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt? Durch die Gewinne der Banken steigt die Stimmung an der Börse. Die Krise – sie scheint fast vergessen zu sein. Und prompt kommen die im letzten Jahr heftig in die Kritik geratenen Bonuszahlungen wieder ins Spiel. Da wird mit Spannung auf die Euro Finance Week geschaut, bei der sich von Montag an europäische Topbanker unter anderem mit den Lehren aus der Finanzkrise beschäftigen wollen. MIG-Reporter Oliver Hoesch hat sich in Frankfurt umgeschaut – bei Restaurantbetreibern, Juwelieren, Taxifahrern und Aktienhändlern. Merken sie etwas von der Krise – oder treibt die Aussicht auf üppige Boni die Geschäfte voran?
Designerstücke im Büro - Familienunternehmen Wilkh
Läuft geradeNeue FolgeDie Büromöbel-Branche ist ein Geschäft mit Höhen und Tiefen. Das musste auch der Hersteller für Büromöbel Wilkhahn in seiner 101-jährigen Geschichte immer wieder erfahren. Unorthodoxe Ideen und Methoden halfen dabei, Krisen zu trotzen und die Produktion in Deutschland zu halten.Das Erfolgsrezept: Design statt Masse. Seit dem Jahr 2000 führt Jochen Hahne, der Enkel der Gründer, die Firma. Im Unternehmen legt er besonderen Wert auf maßgefertigte Büroausstattung und Qualität. Da kann ein Bürostuhl auch schon mal 2000 Euro kosten. Damit will der Firmenchef auf dem schwierigen Markt bestehen. Außerdem setzt er im Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Zum Beispiel mit einem eigenen Rapsöl-Kraftwerk oder einem ausgeklügelten Recycling-System in der Produktion. Ute Walter hat das Familienunternehmen besucht.
Opel – Verkauf an Magna geplatzt!
Läuft geradeNeue FolgeNun also doch – Opel bleibt bei GM! Überraschend erklärte der amerikanische Konzern, seine deutsche Tochter Opel nicht verkaufen zu wollen. Was bedeutet diese Entscheidung für die einzelnen deutschen Standorte? Die Opel-Mitarbeiter in Bochum kochen vor Wut, ihr Werk ist schon seit Jahren gefährdet – droht nun das endgültige Aus? Für Bochum wäre das eine Katastrophe, denn Opel ist mit 5.000 Mitarbeitern der mit Abstand größte Arbeitgeber der Stadt. Eine Reportage aus dem Herzen des Ruhrgebiets, einer Region im Umbruch zwischen Autobauern, High-Tech Standorten und Universität. Sonja Schock.
Villeroy & Boch: Porzellan mit Tradition
Läuft geradeNeue FolgeVilleroy und Boch ist eines der traditionsreichsten Familienunternehmen Deutschlands. Im vergangenen Jahr feierte der Porzellanhersteller sein 260-jähriges Jubiläum.In 125 Ländern kann man heute die Produkte des Unternehmens mit Stammsitz im Saarland kaufen. Der Auslandsanteil ist mit fast 80 Prozent stark gestiegen. Doch das wirtschaftliche Umfeld ist nicht einfach. Manuela Kasper-Claridge traf Aufsichtsrat Wendelin von Boch und den Leiter des Unternehmensbereiches Tischkultur Nicolas Luc Villeroy in Mettlach und stellt das Familienunternehmen vor.
Läuft geradeNeue FolgeJena verbinden viele Menschen noch immer mit dem Optikhersteller Zeiss. Doch die Stadt ist auch ein Wissenschaftsstandort von internationalem Rang. In den letzten 20 Jahren ist viel passiert und Jena ist zu einem „Leuchtturm“ des Wissens und des wirtschaftlichen Erfolgs in Ostdeutschland geworden.Hier finden sich neben Zeiss auch viele andere global tätige Hightech-Hersteller wie die Unternehmen Jenoptik oder Schott. Von entscheidender Bedeutung ist die international renommierte Universität. Studenten aus aller Welt prägen das Bild der Stadt mit ihren 100-tausend Einwohnern. Jena ist überraschend jung und innovativ - und das nicht nur in Naturwissenschaft und Technik. Unser Reporter Jürgen Schneider hat sich vor Ort umgesehen.
Studiogast der Woche: Alexander Herzog-Stein
Läuft geradeNeue FolgeHerzog-Stein ist Arbeitsmarktexperte der Hans-Böckler-Stiftung. DW-TV: Alexander Herzog-Stein ist hier bei uns im Studio, er ist Arbeitsmarktexperte der Hans-Böckler-Stiftung, herzlich willkommen Herr Herzog-Stein. Jena hat nun genau das: die blühenden Landschaften, die Altkanzler Helmut Kohl versprochen hat für den Osten, aber es sieht nicht überall so aus. Alexander Herzog-Stein: Nein, leider sieht es in der Fläche überhaupt nicht so aus. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ist nach wie vor ungefähr doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Und es ist uns nicht gelungen, eine eigenständige Volkswirtschaft mit einer eigenständigen Dynamik dort zu etablieren. DW-TV: Da fragt man sich zwangsläufig, warum ist das so, zwanzig Jahre nach der Wende? Alexander Herzog-Stein: Ich glaube, wir leiden immer noch stark unter den Nachwirkungen der falschen Wirtschaftspolitik, die unmittelbar nach der Vereinigung eingeleitet wurden, wenn man zum Beispiel an den viel zu hohen Wechselkurs denkt. Und damals einfach eine große Bürde für die ostdeutsche Volkswirtschaft darstellte. DW-TV: Schauen wir einmal auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, jetzt haben wir ja im Moment mit einer großen Weltwirtschaftskrise zu tun. Nun hat sich aber die Lage der Arbeitslosen hier in Deutschland - entgegen allen Prognosen - gar nicht so schlecht entwickelt wie befürchtet. Noch einmal zur Erinnerung: Im Jahr 2005 lag sie bei 5 Millionen, ein Höhepunkt - lange vor der Krise. Derzeit sind 3,2 Millionen Menschen ohne Job, Experten hatten befürchtet, dass wir wieder bei den 5 Millionen ankommen. Was hat Deutschland besser gemacht, als die USA zum Beispiel, oder auch Großbritannien, oder Spanien? Alexander Herzog-Stein: Ich glaube, das ist ein ganzes Paket an Maßnahmen, das derzeit wirkt. Einerseits gibt es da natürlich die frühzeitige Reaktion der Bundesregierung mit der Fokussierung auf einen flexiblen Einsatz der Kurzarbeit, die sich wesentlich günstiger heute rechnet für die Unternehmen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass in den letzten Jahren in Deutschland sehr viel in dem Bereich der internen Flexibilität, das heißt, beim Einsatz des Faktors Arbeit in den Unternehmen von den Tarifparteien getan wurde. Hier sind sehr flexible Anpassungsmechanismen vorhanden, um die Arbeitszeit, um den Faktor Arbeit an die wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass die Konjunkturprogramme im Ausland sich für die deutsche Wirtschaft positiv bemerkbar machen. Und natürlich gibt es da auch das Konjunkturprogramm in Deutschland, das noch bis ins nächste Jahr wirken wird. DW-TV: Dann ist Kündigungsschutz nichts Negatives, wenn man Ihnen so zuhört. Aber die 1,1 Millionen Kurzarbeiter sind ja bei diesen 3,2 Millionen im Moment auch gar nicht mit eingerechnet. Was passiert, wenn die Kurzarbeit jetzt ausläuft? Alexander Herzog-Stein: Da haben Sie recht. Was wir brauchen ist Licht am Ende des Tunnels. Das heißt, Kurzarbeit wird nur nicht zur Arbeitslosigkeit werden, wenn irgendwann wieder für die Unternehmen eine Perspektive zu sehen ist. Das heißt, wenn es sich lohnt, Beschäftigung dauerhaft zu halten. Deswegen ist die Strategie der Regierung auf Wachstum zu setzten einerseits richtig. Die Maßnahmen die sie dafür anstreben, scheinen aber leider die Falschen zu sein. DW-TV: Wie sehen Sie denn die Prognosen für nächstes Jahr, wagen Sie doch mal eine? Alexander Herzog-Stein: Ich würde sagen, wir sind weit von den einst vorhergesagten 5 Millionen Arbeitslosen entfernt. Realistischer denke ich derzeit, wird eine Arbeitslosenhöhe im Jahresdurchschnitt von 4,2 Millionen sein. Was einfach aufgrund dieser günstigeren Entwicklung zu sehen ist. DW-TV: Vielen Dank, Alexander Herzog-Stein, Arbeitsmarktexperte von der Hans-Böckler-Stiftung. Und hoffen wir, dass die Prognosen stimmen.
Gipfelstürmerin - Antje von Dewitz
Läuft geradeNeue FolgeSie will hoch hinaus: Antje von Dewitz leitet den Sport-Ausrüster VAUDE und profitiert vom weltweit boomenden Kletter- und Bergsport. Mit gerade 36 Jahren übernahm sie in diesem Frühjahr den Chefsessel der Familienfirma im schwäbischen Tettnang.Die Konkurrenz im "Outdoor"- Segment ist hart. Der Markt fordert Design-Produkte mit Funktionalität. Ein Anspruch, dem sich Antje von Dewitz selbstbewusst stellt. Dass sie Sinn und Mut für neue Trends hat, bewies die inzwischen vierfache Mutter übrigens schon lange vor ihrem Aufstieg an die Unternehmensspitze: In den letzten Jahren baute sie VAUDE zu einem besonders familienfreundlichen Unternehmen um – inklusive Betriebskindergarten, Homeoffice- und Teilzeitkonzept. Patrick Benning.
Läuft geradeNeue FolgeDie Wirtschaftskrise hat auch die deutsche Bauwirtschaft erreicht und zu massiven Entlassungen geführt. Eine Ausnahme sind die Bauingenieure – sie werden von Baufirmen und Planungsbüros zurzeit händeringend gesucht.Nach der langjährigen Flaute in der Branche haben sich nur noch wenige junge Leute für ein Bauingenieurs-Studium entschieden. Und nicht alle Absolventen entsprechen den Anforderungen der Arbeitgeber. Die Technische Universität Cottbus will nicht am Markt vorbei ausbilden und arbeitet deshalb eng mit der Bauindustrie zusammen. Für viele ihrer Absolventen und Studenten hat sich das bereits ausgezahlt. Sonja Schock.
Union Werkzeugmaschinen – eine turbulente Firmenge
Läuft geradeNeue FolgeDie Union Werkzeugmaschinen aus Chemnitz stand nach der Wende vor dem Aus. 1996 gab es für Deutschlands ältesten Werkzeugmaschinenhersteller kaum noch Hoffnung. Doch das wollten die Mitarbeiter nicht akzeptieren und retteten ihren Betrieb, indem sie ihn kurzerhand selbst kauften.Dafür mussten die Mitarbeiter damals eine Million D-Mark auftreiben. Einige nahmen Hypotheken auf ihr Haus auf, andere verkauften ihr Auto. Ein enormes Wagnis, doch es zahlte sich aus: Zwar bleibt auch Union Werkzeugmaschinen nicht von der aktuellen Krise verschont, aber in den vergangenen Jahren kletterte der Umsatz kräftig auf rund 30 Millionen Euro. Die Rettung von Union durch die Angestellten ist einmalig für einen mittelständischen Betrieb aus der ehemaligen DDR. Unser Reporter Miltiades Arsenopoulos traf einige Mitarbeiter, die die turbulenten Zeiten mitgemacht haben.
Weltmeister Hahnemühle - Traditionsbewusst und inn
Läuft geradeNeue FolgeDas Papierunternehmen Hahnemühle ist dieses Jahr 425 Jahre alt geworden und erneuert sich ständig. Bei beschichteten Papieren ist Hahnemühle Weltmarktführer. In den letzten Jahren hat das Unternehmen mehr im Ausland verkauft als auf dem heimischen Markt. Auch die Papierbranche steht unter dem Druck der Globalisierung. Neues Wachstum ist nur im Ausland zu erreichen, im Fokus steht dabei der gigantische chinesische Markt. Mit rund 180 Mitarbeitern weltweit ist Hahnemühle in den letzten Jahren stetig gewachsen. Und das Unternehmen produziert nach wie vor in Deutschland. Eine Reportage von Dagmar Zindel.
Studiogast der Woche: Andreas Bremer.
Läuft geradeNeue FolgeBremer ist Auto-Experte im Institut für Automobilmarktforschung.DW-TV: Wir sprechen jetzt über das Thema mit Andreas Bremer vom Institut für Automobilmarktforschung in Essen, herzlich Willkommen. Herr Bremer, in den 60iger Jahren als Zukunftsbranche gefeiert, heute – ich will nicht sagen vor dem Zusammenbruch - aber auf jeden Fall ist sie im Rückwärtsgang die gesamte Automobilmarktbranche und man muss sich nur einmal die Zahlen von Opel anschauen: Die Neuzulassungen von Opel-Fahrzeugen haben sich in Deutschland seit 1998 halbiert! Von ehemals Fünfhunderttausend auf gerade einmal Zweihundertachtundfünfzigtausend im Jahr 2008. Ist da überhaupt noch was zu retten bei Opel? Andreas Bremer: Ja, ich denke schon. Einmal muss man ja auch sehen, dass der Gesamtmarkt natürlich rückläufig gewesen ist. Das ist nicht nur Opel, die jetzt nun ein eigenes Problem haben. Und Opel steht mit den beiden Modellen, die neu sind, mit dem Signia und dem Astra wirklich sehr gut da, sie sind qualitativ sehr gut, sie sind technisch recht ordentlich und preislich gut aufgestellt. Sie sind aber auch gleichzeitig die einzige Option, die Opel hat in diesem Rennen. Denn die anderen Modelle hinken doch technisch hinterher, auch was die Motorentechnik angeht. Da wird sicherlich Investitionsbedarf sein, wenn Opel eine Zukunft haben soll. DW-TV: Woher soll das Geld kommen, Steuergelder? Andreas Bremer: Steuergelder werden sicherlich ins Gespräch kommen, natürlich muss GM sich zunächst einmal überlegen, wo die Gelder herkommen, das ist nun einmal primär deren Aufgabe nach diesen letzten Entscheidungen. Und da wird es sicherlich Vorstellungen geben. Ich würde doch fast darauf wetten, dass das Thema Steuergelder damit zugehört. DW-TV: Warum sollte GM jetzt einen besseren Plan vorlegen, als vor einem Jahr? Andreas Bremer: Das ist eine gute Frage. Das ist genau das, was wir uns alle auch fragen. Wie schnell hat man denn da auf einmal gelernt und umgedacht? Und da sehe ich eigentlich auch mit großer Skepsis dem Ganzen entgegen. Natürlich macht es strategisch viel Sinn, Opel zu behalten für GM, aber macht es auch für Opel Sinn bei GM zu bleiben? Und einen wirklichen Neuanfang mit dem alten Eigentümer hinzubekommen, da haben wir doch etwas Zweifel allein auf der emotionalen Seite. Die Arbeiter sind sicherlich nicht nur pro GM eingestellt. DW-TV: Es könnte also auch auf eine Insolvenz hinauslaufen? Andreas Bremer: Ich halte die Insolvenz als eine Option, möglicherweise die berühmte Option B, die mal so in den Raum gestellt worden ist, für möglich. DW-TV: Angenommen die Bundesregierung würde Opel tatsächlich retten mit Steuergeldern, dann käme natürlich Mercedes, dann käme BMW, dann käme auch VW und würden sagen, das ist Wettbewerbsverzehrung. Was muss man dann machen? Andreas Bremer: Ich denke, die Gefahr besteht natürlich, dass die anderen Hersteller auch sagen, Moment, was ist mit uns? Aber auf einer höheren oder größeren Ebene müsste man sagen, wir müssten einen Plan für die gesamte deutsche Automobilindustrie erstellen. Was wollen wir eigentlich erreichen und was wollen wir mit Steuergeldern erreichen? Wenn wir ein einzelnes Unternehmen retten, diese Diskussion werden wir immer wieder haben, wir haben sie in anderen Branchen schon gehabt. In dem Moment, in dem Steuergelder ausgegeben werden, kommen die anderen Unternehmen und heben auch die Hand. DW-TV: Wir müsste denn Plan B für die gesamte Automobilbranche aussehen? Andreas Bremer: Ich denke, wir müssen uns zunächst einmal darüber im Klaren sein, was wollen wir politisch auch umsetzen und wozu wir bereit sind, die Steuergelder auszugeben. Das ist eine kurze bis mittelfristige Überlegung. Langfristig ist das ein ganz anderes Thema. DW-TV: Vielen Dank Andreas Bremer vom Institut für Automobilmarktforschung in Essen, ohne Steuergelder wird es wohl nicht gehen bei Opel.
Versorgungsschiffe – Hightech trotzt stürmischer S
Läuft geradeNeue FolgeWie werden Bohrinseln versorgt? Spezialschiffe steuern täglich die Offshore-Inseln an und beliefern sie mit Bohr-Ausrüstungen und allem, was sonst noch gebraucht wird. Bei stürmischer See war das früher oft nicht möglich. Für die Unternehmen hieß das: Produktionsausfall.Jeder Tag, der deshalb nicht auf der Plattform gearbeitet werden konnte, kostete die Ölfirmen bis zu 30 Millionen Euro. Um das zu verhindern hat die Firma Voith Turbo ein intelligentes Antriebssystem entwickelt. Die neuen Versorgungs-Schiffe sind mit Propellern ausgestattet, die das Schiff auch bei hohen Wellen und extremen Winden auf Kurs halten. Von Aberdeen aus fährt unser Reporter Hagen Tober auf einem Schiff mit, das mit der neuen Propellertechnik ausgestattet ist – ein Test auf stürmischer See.
Familienunternehmen: Rasch – Jedes Jahr ein Tapete
Läuft geradeNeue FolgeDas Tapetengeschäft ist schwierig. Erst war der "Wandbelag" jahrelang als spießig verschrien, dann kam die Renaissance der Tapete und mit ihr der Preisverfall. Überleben kann heute nur, wer absolut im Trend liegt. Das Familienunternehmen Rasch druckt seit über 100 Jahren Tapeten. Auch die berühmten Bauhaus-Tapeten kamen aus dem Hause Rasch.Eine Generation folgte der nächsten, heute liegt die Verantwortung bei den Cousins Frederik und Dario Rasch. Sie haben erst im vergangenen Jahr 9 Millionen Euro in den Produktionsstandort in Bramsche investiert: in neueste Digital- und Drucktechnik. Denn das ist neben dem richtigen Design verkaufsentscheidend. 25 Millionen Tapetenrollen werden jedes Jahr hergestellt, erfuhr unsere Reporterin Dagmar Zindel. 60 Prozent der Tapeten gehen in den Export, vor allem ins europäische Ausland, aber auch nach Russland und China.
Aus der MADE IN GERMANY – Serie „20 Jahre Mauerfall“: Berlin
Läuft geradeNeue FolgeSeit dem 9. November 1989 hat sich die Berliner Wirtschaft im Ostteil radikal geändert. So gehört das ehemalige Grenzgebiet Osthafen/Mediaspree zu einem der größten Investitionsprojekte der deutschen Hauptstadt. Früher hat Hafenmeister Harald Busch hier Säcke in die Lagerhallen geschleppt, heute residiert dort die Kreativindustrie. Mode- und Medienfirmen gehören zum Aushängeschild Berlins.Nur 100 Meter Spreewasser lagen zwischen dem Arbeitsplatz des Hafenmeisters Busch und dem anderen Ufer, Westberlin, und das 22 Jahre lang. Sein Wunsch war es, einmal in seinem Leben auf der anderen Seite zu stehen. Das konnte er dann nach dem Fall der Mauer. Im Osthafen der DDR arbeitete er sich vom einfachen Hafenarbeiter bis zum Hafenmeister hoch. Heute ist er immer noch bei der BEHALA, der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft, beschäftigt, allerdings im Westhafen. Nebenan haben sich Medien- und Modefirmen angesiedelt, auch mit Hilfe von Stefan Sihler, dem Geschäftsführer der Firma Labels Berlin. Er will und muss weitere Modefirmen nach Hugo Boss & Co auf dem Mediaspree-Gelände ansiedeln. Als Metropole zwar touristisch sehr gefragt, hat Berlin aber wirtschaftlich einiges aufzuholen, die Arbeitslosenquote liebt bei 14 Prozent. Carmen Meyer.
Abgefahren: Über 13.000 Ulmer unterwegs in die Zukunft
Läuft geradeNeue Folge„Car2go“ – so heißt das zurzeit wohl ambitionierteste Mobilitätsprojekt der Automobilbranche. In Ulm testet der Stuttgarter Daimler-Konzern seit dem Frühjahr ein Carsharing-Konzept. Aber nicht mal die Macher haben damit gerechnet, dass sich innerhalb nur eines halben Jahres über 13.000 Ulmer, rund 10 Prozent der Bevölkerung, am Projekt beteiligen und regelmäßig mit 200 Smarts unterwegs sind.Im November startet der Autokonzern das Experiment auch in der texanischen Hauptstadt Austin. Daimler reagiert damit auf einen Trend, dass immer mehr Menschen in den großen Städten gar kein Auto besitzen wollen. Nur manchmal wollen sie ein Auto benutzen, ein Auto zum Mitnehmen, „Car2go“. Braucht man ein Auto, nimmt man sich eins, nutzt es, und lässt es dort stehen, wo man es nicht mehr braucht, für den Nächsten. Das alles zum Handy-Tarif: 19 Cent pro Minute. Abgerechnet wird über einen Chip am Führerschein, entwickelt am Ulmer Forschungszentrum von Daimler. Joachim Eggers
Eisiger Wind für grüne Energie?
Läuft geradeNeue FolgeErneuerbare Energien galten bisher als Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft, staatliche Subventionen garantierten zudem den Solarunternehmen satte Gewinne. Doch Absatzkrisen und eine mögliche Kehrtwende unter der neuen Berliner Koalition versetzen die Branche in Aufruhr. MiG macht sich auf nach Brandenburg – hier wird grüne Energie besonders stark gefördert.In der Nähe von Prenzlau hat Made in Germany-Reporterin Elisabeth Pongratz ein geplantes Hybridkraftwerk entdeckt. Es verlinkt Windenergie mit Wasserstoff und Biogas und liefert Strom und Wärme, wenn es gebraucht wird – diese Flexibilität ist weltweit ein Novum. Damit könnten die grünen Energien effizienter und ökonomischer eingesetzt werden. Das Kombikraftwerk wird gebaut von Enertrag, das mit der Erzeugung von Windenergie und dem Betreiben von Windparks mit rund 390 Mitarbeitern jährlich mehr als 250 Millionen Euro umsetzt. Made in Germany war auch bei Conergy – einst Börsenliebling und Hoffnungsträger der Solar-Industrie. Die Firma aus Frankfurt an der Oder ist durch Fehlinvestitionen und schlechtes Management ins tiefe Loch gerutscht. Sinkende Nachfrage und die Krise gaben den Rest. Nach einem massiven Umbau hat sich Conergy inzwischen etwas stabilisiert, das Management setzt trotz schwieriger Zeiten auf steigende Nachfrage aus aller Welt.
Atomkraft in Schweden – ja, bitte!
Läuft geradeNeue Folge11 Städte hatten sich beworben, jeder wollte das neue Endlager für atomaren Müll haben. Ein Scherz? Nein, Realität in Schweden. Denn die Gemeinden hätten durch diese Investition und wirtschaftlichen Folgen auf Jahre ausgesorgt. Jetzt hat das für Nuklearmüll zuständige Unternehmen SKB entschieden. Östhammer bekommt den Zuschlag, die anderen Bewerber wie Oskarshamn gehen leer aus.In Oskarshamn gibt es bereits seit den 80er Jahren ein Atomendlager, die Gemeinde wollte das Neue und damit ihr veraltetes Lager entlasten. Doch der Ort liegt mitten im Naturpark der Schäreninseln. Doch Umweltschutz wiegt hier als Argument wenig. Östhammar, der Ort, wo SKB das neue Atommülllager errichten wird, hatte geologisch einfach die besseren Karten. Die massiven Granitschichten garantieren laut schwedischen Untersuchungen ein Vielfaches mehr an Sicherheit. Die Schweden haben im Vergleich zu Deutschland ein anderes Verhältnis zum Thema Atomstrom. Über die Hälfte der elektrischen Energie liefern dort die Kernreaktoren. Die Abhängigkeit von Stromimporten wäre für die Schweden keine Option, um das Abschalten von Kernkraftwerken zu rechtfertigen. Hagen Tober
Studiogespräch mit Thomas Ilka Industrie+Handel
Läuft geradeNeue FolgeThomas Ilka ist Experte für Europa, Umwelt, Energie und Verbraucherpolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). MADE IN GERMANY spricht mit ihm über die aktuelle Lage der Koalitionsverhandlungen zum Thema Zukunft der regenerativen Energien und der Kernkraft in Deutschland.DW-TV: Wie geht es weiter mit Windkraft, Sonnenstrom und Co?Welcher Strom kommt bei Ihnen aus der Steckdose? Thomas Ilka: Bei mir kommt Strom aus der Steckdose, der verlässlich erzeugt wird und der relativ günstig erzeugt wird. Es gibt heute verschiedene Möglichkeiten, auf Strom zurückzugreifen. Man kann auch seinen eigenen Mix wählen bei einigen Anbietern. Das ist auch eine gute Sache, das sorgt für Transparenz bei den Kunden und für Möglichkeiten der Auswahl. DW-TV: Einige Menschen tun das ja auch. Sie entscheiden sich absichtlich für grünen Strom. Wie viele Menschen sind bereit, gerade auch in der Wirtschaftskrise, dafür auch mehr Geld zu zahlen? Teurer ist dieser ja. Thomas Ilka: Das ganze Thema Kosten hat zwei Seiten. Die eine Seite ist die der Verbraucher, die wählen können zwischen verschiedenen Angeboten. Die andere ist die Industrie, die ja teilweise sehr stromintensiv ist. Bei beiden, ob Industrie oder Verbraucher, kommt es darauf an, dass wir eine sichere Energieversorgung haben. Und eine, die im internationalen Wettbewerb, soweit es die Industrie angeht, auch konkurrenzfähig ist. Hier setzt der Koalitionsvertrag, den wir jetzt vorliegen haben, ein gutes Signal, weil er einen breiten Energiemix in die Stromerzeugung einbezieht. Mit klarer Zielrichtung auf regenerative Energien. Das ist etwas, was wir tun müssen vor dem Hintergrund der Klimadiskussion. Es ist politisch schon entsprechend festgezurrt. Aber durch die Laufzeitverlängerung kaufen wir uns gewissermaßen Zeit auf der Atomkraftseite. So dass wir hier auch politisch einen guten Mix hinbekommen haben. DW-TV: Zur Atomkraft kommen wir gleich. Schauen wir uns einmal den aktuellen Energiemix an. Denn es könnten nicht alle grüne Energie wählen. Den größten Anteil an der deutschen Stromversorgung hat die Kohle mit 43 Prozent. Dann folgen die Atomkraftwerke. Erneuerbare Energien machen derzeit 15 Prozent am Energiemix aus. Diese sollen aber nach und nach Hauptstromlieferant , Hauptenergiebringer sein. So steht es im Koalitionsvertrag. Das ist doch ein wenig wage ausgedrückt. Wann kann es soweit sein? Thomas Ilka: Die Zeiten, gerade im Bereich Energiepolitik, misst man eher in Jahrzehnten. Wir haben jetzt Diskussionen über die Klimapolitik. Was passiert im Jahr 2050? Das sind von heute an gerechnet vier Jahrzehnte. Da geht es um die Umsteuerungsziele beim CO2 Ausstoß. Wenn Sie die Investitionen in große Kraftwerke oder in die Netze betrachten, die wir machen müssen, um hier zu einem Fortschritt im energiewirtschaftlichen Bereich zu kommen im, sind das Dinge, die sie von Jahr zu Jahr machen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung hat jetzt die Zielvereinbarung im Blick, die erneuerbaren Energien auszubauen. Gleichzeitig zeigt diese auf, dass das nur funktioniert, wenn wir nach wie vor auf die gesamte Breite des Energiemixes setzen. DW-TV: Das schließt auch die Atomkraftwerke mit ein. Eine Laufzeitverlängerung ist vereinbart worden. Das klingt jetzt nicht unbedingt wie ein zukunftsträchtiges Signal. Thomas Ilka: Das sehe ich nicht so. In der Tat halte ich die breite des Energiemixes für sehr wichtig für unsere Stromversorgung. Gerade für unsere im Wettbewerb stehende Industrie. Und es ist auch kein schlechtes Signal für die erneuerbaren Energien. Wir kaufen hier Zeit, die mehr Möglichkeiten für die Entwicklung von Speichertechnologie und für die Verbreiterung von beispielsweise erneuerbaren Energien ermöglicht. DW-TV: Wie viele Jahrzehnte braucht es bis alternative Energien tatsächlich den Hauptanteil stellen? Geben Sie eine Prognose ab? Thomas Ilka: Das würde ich ungern tun. Das ist ein Prozess der angetrieben durch die KIimadiskussion voranschreiten wird. Interview: Sandra Berndt
Studiogast: Timm Tiller, Gründer International Ins
Läuft geradeNeue FolgeUniversität Witten/Herdecke – anlässlich des German- Arab Family Business Summit 2009 in Bahrain (30.10. – 01.11.2009)DW-TV: Bei uns ist Timm Tiller, er ist Mitbegründer des International Institutes for Family Enterprises der Universität Witten/Herdecke, das sich vor allem mit arabischen Familienunternehmen beschäftigt. 2007 haben Sie das Institut zusammen mit einem Kommilitonen gegründet. Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen? Timm Tiller: Schaut man sich an, welche ökonomische und gesellschaftspolitische Bedeutung und Rolle arabische Familienunternehmen in der Region haben und sieht dann, dass es nirgendwo auf der Welt eine Institution oder eine Professur gibt, die sich mit arabischen Familienunternehmen beschäftigt, dann drängt es sich geradezu auf, sich des Themas anzunehmen und es voranzutreiben. DW-TV: Letztes Jahr haben Sie in diesem Zusammenhang auch das erste mal den deutsch-arabischen Familienunternehmer-Kongress durchgeführt. Dieses Jahr findet er zum zweiten Mal am 30. Oktober in Bahrain statt. Welche Erfahrungen haben Sie denn in der Zusammenarbeit gemacht? Timm Tiller: Ganz spannende Erfahrungen, die wir so auch noch nicht erlebt haben. Wir haben erstmalig deutsche und arabische Familienunternehmer auf Eigentümerebene zusammengeführt. Und wir haben gesehen, dass sie sich unglaublich füreinander interessieren. Nicht nur auf menschlicher Ebene, sondern auch was die business opportunities angeht. Wir verfolgen das bis zum jetzigen Kongress und sehen, dass es ein großes Potential, ein sehr großes Interesse gibt, sich auch nachhaltig und persönlich auszutauschen. DW-TV: Gibt es das große Potential bei den Gemeinsamkeiten oder eher bei den Unterschieden? Die Strukturen sind doch sehr unterschiedlich in beiden Ländern. Timm Tiller: Wir können festhalten, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Die Potentiale, die Herausforderung aber auch die Probleme - all das sind Gemeinsamkeiten. Es gibt auch Unterschiede, aber die sind dann kultureller, religiöser oder z.B. politischer Natur. Darin unterscheiden sich deutsche und arabische Familienunternehmen natürlich. DW-TV: Behindert das bei der Zusammenarbeit? Wenn man davon ausgeht, dass beide ja auch irgendwie voneinander lernen sollen? Timm Tiller: Überhaupt nicht. Ich denke, dass es eher inspirierend ist. Denn gerade die Unterschiede führen dazu, dass man voneinander lernen kann. DW-TV: Geht man auch mit der Weltwirtschaftskrise unterschiedlich um? Die betrifft ja beide Länder auch differenziert? Timm Tiller: Natürlich betrifft die Krise auch die arabische Welt. Man darf nichts verallgemeinern. Es gibt Länder oder Regionen in der arabischen Welt, die natürlich stärker betroffen sind. Zum Beispiel weil sie sich viel mehr der globalen Weltwirtschaft geöffnet haben, wie die UAE oder andere Länder. Und welche, die weniger betroffen sind. Es hängt von der Industrie ab, aber auch sicherlich von dem Land. DW-TV: Haben denn Familienunternehmen im arabischen Raum eine genauso große Bedeutung wie in Deutschland? Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland 95 Prozent der Unternehmen Familienunternehmen sind? Timm Tiller: Es gibt keine valide Zahl, die das jetzt bestätigen würde, was wir für Deutschland wissen. Wir wissen aber um die große Bedeutung, und ich denke, dass es einen ähnlichen Stellenwert arabischer Familienunternehmen in der Volkswirtschaft dort gibt. DW-TV: Vielen Dank, Timm Tiller, vom International Institutes for Family Enterprises! (Interview: Anja Heyde)
Mr. Biotech - mit winzigen Bakterien Umsatz in Mil
Läuft geradeNeue FolgeSeine Leidenschaft für die Biologie hat er zum Geschäft gemacht. 1996 verließ Holger Zinke die Universität und gründete BRAIN, sein eigenes Biotech-Unternehmen im hessischen Zwingenberg. Zinke macht mit seiner Firma Millionen Euro Umsatz. Die Chemieindustrie braucht sie, etwa für Waschmittel oder Kosmetik, Kunden wie BASF oder Henkel.Doch Zinke ist damit nicht nur Vorreiter seiner Branche. Er bekam auch den Deutschen Umweltpreis. Weil seine Bakterien helfen, die Prozesse der Chemieindustrie energiesparender durchzuführen. Doch ausruhen will sich Zinke darauf nicht. Er ist ein Macher, lässt die Firma ausbauen. Er will die hauseigenen Forschungsergebnisse selbst industriell nutzen. Und er will seine Begeisterung weitergeben - an den Nachwuchs in der Firma und an jeden, der nichts von Biotech versteht: gerade macht er einen Bildband. Grit Hofmann
Läuft geradeNeue FolgeSchon zu DDR-Zeiten war Rostock ein bedeutender Werftenstandort. Im alten Schiffbaukombinat arbeiteten 55.000 Menschen. Nach der Wende ¬- der Kahlschlag. Heute sind es nur noch einige Tausend. Und es überlebt nur, wer sich spezialisiert. So wie die traditionsreiche Neptun-Werft: dort bauen sie heute Fluss-Kreuzfahrtschiffe. Und dieser Markt boomt.Aber auch im ehemaligen Dieselmotorenwerk Rostock haben sich die Zeiten geändert. Früher ein Zulieferer vor allem für den Schiffbau, werden heute unter anderem Teile für Windkraftanlagen produziert. Denn längst hat sich in der windreichen Region an der Küste ein bedeutender Standort für diesen aussichtsreichen Industriezweig entwickelt. MIG-Reporter Christian Jaburg begleitet Mitarbeiter, die den Umbruch in der Region hautnah miterlebt haben.
Weltweit gefragt: Berufsfeuerwehr aus Deutschland
Läuft geradeNeue FolgeIn Deutschland arbeiten rund 1 Million Feuerwehrmänner und 60.000 Feuerwehrfrauen. Von ihnen müssen immer komplexere Brandszenarien gemeistert werden, wie in Industrieanlagen oder Recyclingbetrieben. Im kommunalen Bereich werden die Feuerwehren mit immer neuen Brennmaterialien konfrontiert.Die richtige Taktik und Vorgehensweise beim Löschen kann erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden abwenden. Die Berufsfeuerwehr aus Bonn schickt ihre Auszubildenden einmal im Jahr in die Niederlande zu der Firma Falck Risc. Hier werden auf einem Trainingsgelände verschiedene Feuerarten gelöscht. MiG-Reporter Karl Harenbrock war für uns dabei.
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