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    Neue Materialien - mehr Energie mit der Batterie der Zukunft

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    Elektromotoren gelten als der Autoantrieb der Zukunft. Schwachpunkt sind heute noch die Batterien: zu schwer, zu schwach, und das Laden dauert zu lange. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickeln einen neuartigen Typ von Batterie.Der neue Energiespeicher soll ohne Blei und ohne Lithium auskommen. Stattdessen sollen Metall-Fluoride dafür sorgen, dass die Batterie deutlich mehr Ladung speichern kann als bisher.

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Henrik Walter, Charité Berlin

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    "Es ist nicht so, dass die Hirnforschung tatsächlich versucht, den Willen zu beeinflußen. Sie mißt ihn, sie versucht, ihn sozusagen zu erfassen, zu verstehen. Aber natürlich ist da Schluß wo man versucht, Menschen zu manipulieren, etwas zu tun was sie selber nicht wollen."DW-TV: Wollen wir gleich mal ganz groß anfangen, Herr Walter. Darf denn Hirnforschung am freien Willen herumdocktorn? Henrik Walter: Naja, wenn sie versucht ihn wieder herzustellen oder zu verbessern... Warum nicht? Wird sie es denn jemals überhaupt können? Es ist ja ein weiter Weg von dem Bewegen kleiner Pünktchen auf dem Bildschirm bis zum Herumdoktern am freien Willen. Es ist nicht so, dass die Hirnforschung das tatsächlich versucht, den Willen zu beeinflußen. Sie mißt ihn, sie versucht, ihn sozusagen zu erfassen, zu verstehen. Es geht ja nicht um eine direkte Manipulation des Willens, sondern es geht ja vor allen Dingen um Bewegungssteuerung. Zum Beispiel Zittern bei Parkinsonpatienten das man versucht zu verbessern. Aber es wird ja doch versucht. Die Hirnforschung möchte ja auch immer weiter kommen. Das ist ja sicherlich auch interessant für den Hirnforscher. Ja, man versucht es natürlich zu verstehen. Die tiefe Hirnstimulation wird ja schon seit Jahren, seit Jahrzehnten an neurologischen Patienten angewandt. Aber in den letzten Jahren versucht man, es auch bei hoffnungslosen psychiatrischen Erkrankungen einzusetzen. Und da geht es zum Beispiel auch um Willenslosigkeit, wenn zum Beispiel Depressive nur im Bett liegen und zu gar nichts mehr motiviert sind. Da gibt es inzwischen Verfahren wie man sie wieder motivieren kann. Würden Sie sagen es ist richtig den Willen künstlich zu erzeugen? Und die Gefahr kann man vernachlässigen? Gefahren kann und soll man nicht vernachlässigen. Und der Wille wird ja nicht erzeugt, sondern er wird ermöglicht. Wo ist denn da der Unterschied? Der Unterschied ist, dass man sich das nicht so vorstellen darf, das man auf einen Knopf drückt und dann bewegt man die Hand. Sondern es ist ja eher so, was die Depression zum Beispiel angeht, implantiert man Elektroden in Hirnregionen, die motivationale Zentren sind. Und dann passiert es zum Beispiel, das Patienten, die Jahrzehnte lang zu nichts mehr Lust hatten, sich zu nichts mehr aufraffen konnten, plötzlich sagen: Ich hatte heute mal Lust, zum Kölner Dom zu gehen. Dieses Wollen wird sozusagen durch die Stimmulation ermöglicht, aber nicht ganz direkt, kausal erzeugt. Es ist ja immer eine Frage der Grenzen: Wo, würden Sie denn sagen, Hier ist definitiv Schluß? Also natürlich ist da Schluß wo man versucht, Menschen zu manipulieren, etwas zu tun was sie selber nicht wollen. Aber das ist ja genau das Problem. Weil diese Grenze ist ja sehr fließend. Nein, es ist eben nicht so dass man so ein Spiel-pad hätte und damit Patienten steuern könnte, sondern es wird ja dem Patienten praktisch implantiert und nur an einer Stelle eine Stimmulation erzeugt. Ein chronischer Patient kann selbst mitentscheiden, und tut es auch, ob und wie dort dauerhaft stimmuliert wird. Würden Sie denn sagen, in der Hirnforschung wird ethisch genug gearbeitet, oder sehen Sie da Handlungsbedarf? Es wird zunehmend ethisch gearbeitet. Und gerade was die tiefe Hirnstimmulation angeht, die ja bei Bewegungsstörungen eingesetzt wird, wo man sofort einen tollen Effekt sieht: Die Leute können nicht richtig laufen, zittern, sie haben eine Elektrode und dann geht alles besser. Dann denkt man, es ist alles ganz toll. Jetzt hat man aber in den letzten Jahren, weil man genug Patienten so behandelt, über 10 000 inzwischen weltweit, festgestellt, dass es eben auch Nebenwirkungen gibt, die nicht unerheblich sind und die jetzt zunehmend Beachtung finden. Interview: Daniela Levy

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - der Physiker Alexander Zakhidov

    Kluge Köpfe - der Physiker Alexander ZakhidovLäuft geradeNeues Video

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Alexander Zakhidov forscht an der Technischen Universität Dresden. Dort beschäftigt der 30jährige Physiker sich mit den sogenannten OLEDs - organischen Leuchtdioden. Er will erreichen, dass Displays aus OLEDs farbig leuchten können.

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - die Astrophysikerin Berengere Parise

    Kluge Köpfe - die Astrophysikerin Berengere PariseLäuft geradeNeues Video

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs¬wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Berengere Parise arbeitet am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Dort leitet die Französin eine eigene Forschungsgruppe. Die 32jährige will wissen: Wie entstehen Sterne, die unserer Sonne gleichen?

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Werner Daum

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    Zu Gast im Studio ist Prof. Werner Daum von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, BAM

    • 06.02.12
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    Studiogast: Professor Klaus Töpfer

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    Zu Gast im Studi ist Professor Klaus Töpfer, Gründungsdirektor des IASS in Potsdam, einer Denkfabrik für Klimaforschung und Nachhaltigkeit, Vizepräsident der Welthungerhilfe und ehemaliger Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi.DW-TV: Herr Töpfer, glauben Sie, dass man mit Wissenschaft Dürre-Katastrophen verhindern kann? Klaus Töpfer: Man muss Wissenschaft intensiv mit einbinden, aber es gehört mehr dazu. DW-TV: Nämlich? Klaus Töpfer: Wir müssen die Wissenschaft zu den Handlungsabläufen bringen. Wir brauchen Politik dazu, wir brauchen die Menschen dazu. Also, ein ganz wichtiger Beitrag muss von der Wissenschaft geleistet werden, aber es muss dann noch vieles dazukommen. DW-TV: Es gibt ja wirklich so viel Forschung, es gibt so viele kluge Ideen. Wird das denn umgesetzt? Klaus Töpfer: Mehr und mehr kommt die Welt gar nicht daran vorbei, wissenschaftliche Ergebnisse zu nutzen. Als ich geboren wurde, hatte die Welt 2,7 Milliarden Bewohner, jetzt haben wir 7 Milliarden und im Jahre 2050, da sind meine Enkelkinder noch nicht einmal 50 Jahre alt, werden es 9 Milliarden sein und es geht auf 10 Milliarden. Die Wassermenge wird sich nicht wesentlich verändern, also müssen wir neue Möglichkeiten nutzen: Wissenschaftliche Erkenntnisse der Kreislaufführung von Wasser und eine deutliche Verbesserung der Wirkungseffizienz. Die Frage also ist: Wie kann man aus einem Tropfen Wasser mehr herausholen als jetzt. Das sind Herausforderungen. DW-TV: Und wie kann man? Klaus Töpfer: Nehmen Sie ein konkretes Beispiel: 70 bis 75% des Süßwassers, das auf der Erde da ist, wird in der Landwirtschaft verwendet. Also muss man sich fragen, wie kann man Bewässerungssysteme effizienter gestalten? Da gibt es etwa die Möglichkeit, dass man – was gar keine spektakuläre Vision ist - kleine Löcher in Schläuche macht. Das nennt man dann Tröpfchenberegnung, so bringt man das Wasser direkt an die Wurzel der Pflanze. Damit bekommen wir einen deutlichen Zuwachs an Ertrag pro Tropfen Wasser. Heute gehen wir schon hin und machen das unter der Erde, so dass die Verdunstung vermindert wird. Das kostet natürlich Geld. Aber das muss gemacht werden. DW-TV: Effizienz ist die eine Seite, nachhaltiges Abwassermanagement die andere. Aber es gibt ja noch eine Richtung. Es gibt die Forschung zu trockenresistenten und schädlingsresistenten Pflanzen. Was halten Sie davon? Klaus Töpfer: Ich glaube wir sind weltweit in einer Situation, die es nicht erlaubt, dass wir eine Option von vornherein ausschließen. Und dass wir Forschung gemacht haben, um Anpassungsprozesse zu ermöglichen und zu beschleunigen, ist ja nichts Neues. Das ist immer schon gemacht worden. Mendel ist ja nun hinreichend bekannt und man hat durch "Ausmendlungen" solche Pflanzensorten gezüchtet, die besonders wenig Wasser brauchen. Aber man muss natürlich wiederum sehen: Welche Pflanzen kann man in solchen Gebieten anbauen? An vielen Stellen exportieren wir gerade aus wasserarmen Gebieten Wasser in den Produkten, in den Zitrusfrüchten, in den Tomaten. Zum anderen importieren wir Wasser durch und für Tourismus. Tourismus ist eine extrem wasserintensive Industrie. Fragen Sie mal, was so ein Golfplatz an Wasser braucht, dann wissen Sie, dass wir an vielen Stellen - und Tourismus ist für uns ein Import- sehr viel Wasser auch in dieser Form importieren. Es geht also schon darum, dass wir fragen, welche Arten sind besonders trockenresistent? Aber genauso wichtig ist, dass wir uns fragen: Welche Nutzung von Wasser ist in welchen Gebieten verantwortbar und nachhaltig. DW-TV: Kann Ihrer Erfahrung nach Wissenschaft überhaupt helfen, wenn sich politische Rahmenbedingungen nicht ändern? Klaus Töpfer: Ich habe ja am Anfang gesagt, Wissenschaft ist zwingend notwendig, aber Wissenschaft allein reicht nicht aus. Da ist Politik und da ist persönliches Verhalten. Wir sagen immer: Wasser ist nicht eine Mengenkrise, sondern eine Investitionskrise und eine politische Organisationskrise. Wenn Sie das zusammenbringen, dann haben Sie auch Antworten auf die Probleme, die wir zu lösen haben. (Interview: Daniela Levy)

    • 06.02.12
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    Studiogast: Dr.-Ing. Dr. rer. oec. Michael Niedermayer

    Studiogast: Dr.-Ing. Dr. rer. oec. Michael NiedermayerLäuft geradeNeues Video

    Zu Gast im Studio ist Michael Niedermayer vom Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, BerlinSensoren als unsere ständigen Begleiter – Michael Niedermayer vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration ist ein Fachmann dafür, wie man High Tech in Kleinst-Formate bringt. DW-TV: Die Sensoren heute sind riesig im Vergleich zu den Sensoren, die für die Zukunft geplant sind. Wie kann man High Tech so klein kriegen? Michael Niedermayer: Viele Komponenten von diesen Sensoren bekommt man schon recht klein. Gerade die Datenverarbeitung, die Sensorik selbst, kann man gut miniaturisieren. Bei der Batterie und den Antennen ist das recht schwierig. Deswegen ist das heute noch eine Barriere. Energie ist ein zentrales Thema. Wenn wichtige Körperfunktionen überwacht werden sollen, oder ein übermüdeter Autofahrer vor einem Unfall gewarnt werden soll, darf die Batterie nicht aussetzen. Deswegen versucht man die Energie aus der Umgebung zu gewinnen, beispielsweise mit Thermowandlern. Bei einem Jogger funktioniert das sehr gut. Wenn es an Wintertagen sehr kalt ist und es einen hohen Unterschied zwischen der Körpertemperatur und der Umgebung gibt, kann man so etwas schön klein kriegen. Ist es wärmer, im Hochsommer, braucht man schon größere Systeme, weil dieser Temperaturunterschied dann zu klein wird. Das sind heute die Schwierigkeiten. Das heißt, man hat einen ganz kleinen Sensor umhängen hat und eine große Tasche mit einer Batterie darin? Ja. Wird man diese Probleme lösen können? Der Energiebedarf dieser einzelnen Komponenten wird immer geringer, dadurch sind enorme Fortschritte gemacht worden. Für bestimmte Sachen, wie der Funkkommunikation zu einer Basisstation, funktioniert das nicht. Dort kann man die Energie nicht beliebig runterfahren. Dadurch werden heutige Sensoren noch ein Vielfaches von dem an Energie benötigen, was sie in der Zukunft verbrauchen werden. Und deswegen gibt es auch noch viele Möglichkeiten in der Entwicklung. Es gibt ja auch noch andere, ethische Probleme. Wie will man verhindern, dass diese Sensoren mich gegen meinen Willen ständig überwachen? Es wird auf jeden Fall wichtig sein, dass solche Systeme über Verschlüsselungsalgorithmen verfügen. Die kann man dann per Handy einstellen, um sicher zu gehen, dass fremde Leute nicht auf die Daten zugreifen können. Aber es gibt natürlich immer ein Risiko, dass jemand Kleidung manipuliert, einen Sensor einbringt, den man nicht sofort sieht. Schlüssel werden auch gerne geknackt? Ja, aber man ist heute schon in der Lage so große Schlüssel zu vergeben, dass eher die Batterie ausfällt, als dass das System geknackt wird. Das hat man mittlerweile im Griff. High Tech im Kleinstformat ist immer teuer. Wer soll sich das leisten können? Gerade wenn es um große Stückzahlen geht, wenn es viele Menschen gebrauchen können, dann werden solche Systeme auch weniger kosten. Heute kann ein solches System auch mal locker 1000 Euro kosten. Glauben Sie, es ist realistisch, dass solche Sensoren in 10 Jahren unseren Alltag begleiten? Das glaube ich, wir werden viele solche Sensoren sehen, die für jeden Anwender ganz normal sein werden. Ich halte das für sehr realistisch. Michael Niedermayer, herzlichen Dank für Ihren Besuch. Interview: Daniela Levy

    • 06.02.12
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    Studiogast: Joachim Winter

    Studiogast: Joachim WinterLäuft geradeNeues Video

    vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. DW-TV: Weniger Energieverbrauch durch eine bessere Form und Geschwindigkeitsanpassung, das gilt im Prinzip für alles, was von A nach B fährt, besonders wenn es schwer beladen ist wie der Güterverkehr. Joachim Winter ist Experte für Fahrzeugkonzepte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Herr Winter, für Züge gilt ja im Prinzip das Gleiche wie für Schiffe – auf die Form kommt es an. Joachim Winter: Ja, das ist richtig, die Formgebung bei Zügen hat nur etwas andere Gründe. Das Vorderteil am Zug, Nase genannt ist so geformt, um die Luftverdrängung bei der Tunneleinfahrt so zu gestalten, dass kein Überschallknall am Tunnelausgang entsteht. Und der Nachlauf wird aerodynamisch in die Gesamtform des Zuges eingebracht. DW-TV: Wie bekommt man einen Güterzug, einen sperrigen Güterzug, so windschnittig? Joachim Winter: Einen sperrigen Güterzug können sie nur so windschnittig bekommen, indem sie die Einzelwagons verkleiden und auch die Wagonübergänge. Das ist auch hier ein Thema, weil sie sonst nicht nur Luftverwirbelungen erzeugen, sondern auch Geräusche. DW-TV: Jeder Schlitz macht die Fahrt schlechter? Joachim Winter: Ja genau, jede Unebenheit auf der Oberfläche führt zu zusätzlichem Widerstand und hörbaren Geräuschen. DW-TV: Sie setzen ja nicht nur auf Form. Was ist denn noch wichtig? Joachim Winter: Wichtig ist hier zum Beispiel der verteilte Antrieb, dass wir hier entsprechend beschleunigen und bremsen können. Wir steigen auf zwei Ebenen ein, so dass die Fahrgäste einen höheren Komfort beim Aufsuchen der Züge haben. DW-TV: Ein doppelstöckiger Zug, der dann auch sehr hoch wird. Aber was ist wichtig, um Zug fahren so effizient wie möglich zu machen? Joachim Winter: Um es so effizient wie möglich zu machen, muss über Fahrplan und Verkehrssystem alles angepasst werden, auch die Strecken. Und wir haben Fahrerassistenzsysteme, die dafür sorgen, dass die Züge möglichst wenig beschleunigen, weder zu viel Fahrt aufnehmen noch alles rausbremsen müssen. Und wir rekuperieren, was an Bremsenergie frei wird. DW-TV: Das heißt? Joachim Winter: Wir speisen die Energie - soweit es geht - zurück ins Netz, oder verbrauchen sie an Bord. DW-TV: Das klingt alles wunderbar in Ländern, wo das Schienensystem tiptop ist. Was machen die Anderen? Und wer soll sich das überhaupt leisten können? Joachim Winter: Diese Systeme im Hochgeschwindigkeitsbereich können sich nur Länder leisten, die entsprechend Mittel und auch Bedarf auf Grund des Fahrgastpotentials haben. DW-TV: Einerseits heißt es ja, weniger Geschwindigkeit ist gut für die Umwelt, andererseits wird auf Hochgeschwindigkeit gesetzt. Wie passt das zusammen? Joachim Winter: Die Aufgabe von Hochgeschwindigkeitszügen wäre, insbesondere in Europa, einen innereuropäischen Flugverkehr zu ersetzen. DW-TV: Wenn wir über Energieeinsparungen reden – was glauben sie - wo ist die Grenze? Wie weit kann man gehen? Was kann man überhaupt einsparen? Joachim Winter: Man kann soviel Energie einsparen, dass man nur noch die Energie für die Widerstandsüberwindung braucht, sowohl für den Rollwiderstand, wie auch den Querschnittswiderstand gegenüber der Luftsäule. DW-TV: Das ist ein bisschen technisch. Joachim Winter: Ja. Anders gesagt, man braucht eine Mindestenergie, um die Widerstände des jeweiligen Fahrzeuges zu überwinden. Das ist beim Schiff natürlich anders als beim Maschinenfahrzeug. DW-TV: Wenn man den Zugspezialisten fragt, was das effizienteste, das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist, ist die Antwort wahrscheinlich ziemlich klar, oder? Der Zug! Welches Verkehrsmittel nehmen sie hauptsächlich? Joachim Winter: Wir fahren hauptsächlich Zug. Interview: Daniela Levy

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-Stiftung

    Studiogast: Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-StiftungLäuft geradeNeues Video

    Mit unserem Studiogast sprechen wir über den Nobelpreis, die geehrten Wissenschaftler und ihre Arbeit.DW-TV: Professor Helmut Schwarz, Sie sind selbst Chemiker. Können Sie uns erklären, was diese Quasikristalle, für deren Entdeckung es jetzt einen Nobelpreis gab, eigentlich sind? Helmut Schwarz: Versuchen Sie einmal, eine Fläche mit Kacheln zu bedecken. Das gelingt nur mit Dreiecken, Vierecken und mit Sechsecken, nicht mit Fünf-, nicht mit Siebenecken. Und Shechtman hat gezeigt, es geht auch mit Fünf- und mit Siebenecken. Er ist ein Revolutionär. Er hat ein grundlegendes Dogma umgestoßen und keiner glaubte ihm. Er ist sogar entlassen worden für das, was er behauptet hat. Aber alle wissen heute, er hat eine Revolution eingeleitet, weil er zeigen konnte, es gibt sogenannte nicht-periodische Muster, wie es sie ja auch in der Kunst, in der Mathematik gibt. Grandios! DW-TV: Aber das ist ja unglaublich! Er, der Nobelpreisträger wurde entlassen für das, wofür wir ihn heute auszeichnen. Helmut Schwarz: Ja, sein Chef hat ihm ein Buch hingelegt, hat gesagt, schau mal in das Buch hinein, das, was du sagst, ist Unsinn. Aber er hat daran geglaubt und er konnte den Beweis eben später führen. Andere haben ihm geholfen. Die Mathematiker haben ihm geholfen und heute weiß jeder, es gibt Quasikristalle. DW-TV: Man entdeckt immer wieder einige neue Quasikristalle. Gibt es dafür eine Anwendung? Helmut Schwarz: Es wird vermutet, dass in einem schwedischen Stahl, der ganz besondere Eigenschaften hat, es die Quasikristalle sind, die diese besonderen Eigenschaften vermitteln. Ich weiß es nicht. Wie auch immer, die Entdeckung ist grundlegend großartig. DW-TV: Professor Helmut Schwarz, Sie sind Präsident der Humboldt Stiftung. Die 3 diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger sind alle einmal von der Humboldt Stiftung gefördert worden. Das heißt, Sie müssen eigentlich wissen, was man mitbringen muss, um einmal einen Nobelpreis zu bekommen. Was sind das denn für Charaktereigenschaften? Helmut Schwarz: Es sind Talente, es sind neugierige Leute, es sind auch hier Revolutionäre. Es sind Personen, die brennen für etwas, die oftmals Wege gehen, die andere nicht bereit sind zu gehen. Leidenschaft muss dabei sein. Leidenschaft schwierigen Fragen nachzugehen, die manche als unwichtig ansehen. DW-TV: Und man muss wahrscheinlich auch richtig viel Glück haben. Helmut Schwarz: Glück gehört dazu, aber es gehört auch eine Umgebung mit dazu, die sie fördert. Wir versuchen in der Humboldt Stiftung, diese Umgebung zu ermöglichen, indem wir sagen, wir setzen auf Talente und Köpfe, nicht auf Programme. Auf Talente und Köpfe, auf Außenseiter. Und die Statistik gibt uns Recht. Von den 47 Nobelpreisträgern der Humboldt Stiftung haben wir 44 ausgezeichnet mit Forschungspreisen lange bevor Stockholm auf sie aufmerksam wurde. DW-TV: Sie wirken auch sehr leidenschaftlich, interessiert. All die Eigenschaften haben Sie auch. Sie sind international führender Chemiker. Warum haben Sie keinen Nobelpreis bekommen? Helmut Schwarz: Das müssen Sie Stockholm fragen. DW-TV: Vielleicht gucken die ja unsere Sendung. Es gab ja viel Kritik auch an den Nobelpreisen. Dass heutzutage die Fächer, die dort belohnt werden, nicht mehr wirklich up to date sind. Es fehlen beispielsweise Computerwissenschaften. Teilen Sie diese Kritik? Helmut Schwarz: Ja und nein. Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin enthält im Grunde Gebiete aus den ganzen Lebenswissenschaften: Biochemie, Biologie, Biophysik. Also der Bereich ist abgedeckt. Was wirklich fehlt, Sie haben es erwähnt, sind Computerwissenschaften, ist Mathematik, sind die ganzen Bereiche Geistes- und Sozialwissenschaften. Aber im Großen und Ganzen sollte man sich nicht an die Namen klammern. Es werden ja auch hier wiederum die Talente identifiziert. Conrad Lorenz hat einen Nobelpreis für Physiologie und Medizin bekommen und er war Verhaltensforscher. DW-TV: Anfang Oktober ist dann immer das große Kribbeln in der Wissenschaftlergemeinde? Helmut Schwarz: Einige, glaube ich, werden krank darüber. Einige reden wirklich vom „nobel award disease“. DW-TV: Haben Sie vielen Dank, Herr Schwarz. (Interview Ingolf Baur)

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Dagmar Fischer, Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Studiogast: Prof. Dagmar Fischer, Friedrich-Schiller-Universität JenaLäuft geradeNeues Video

    Prof. Dagmar Fischer leitet das BMBF-geförderte Projekt NanoMed - eine große Untersuchung zur Wirkung von Nanopartikeln im menschlichen Körper.DW-TV: In solche Nanoteilchen werden, nicht nur als Giftsauger, große Hoffnungen gesetzt. Es wird viel geforscht und doch gibt es noch ziemlich blinde Stellen. Dagmar Fischer ist Professorin für pharmazeutische Technologien an der Universität Jena und leitet ein großes Forschungsprojekt genau dazu. Frau Fischer, warum ist Ihre Forschung so wichtig? Dagmar Fischer: Nanotechnologie ist eine unglaublich innovative Technologie, die in Medizin, Pharmazie und in jeder Form von Technik ihre Anwendung findet. Mit einem Hype bezüglich dieser Technologien, geht aber auch eine gewisse Hysterie einher. Vor einigen Monaten beispielsweise, geisterte durch alle Zeitschriften, Titandioxid, Nanopartikel in Sonnencremes, seien risikoreich und gefährlich. Das sind Dinge, denen wir versuchen, entsprechend zu begegnen. DW-TV: Sind die Nanopartikel denn risikoreich und gefährlich? Dagmar Fischer: Im Grunde genommen nicht. Das, was zugelassen ist, ist entsprechend geprüft. Zu den Titandioxid-Nanopartikeln wurden im Rahmen der EU, im „Nanoderm-Projekt“, mehr als 40 Studiengemacht und man hat festgestellt, dass bei einer intakten Haut, also einer gesunden Hautbarriere, da keinerlei Bedenken bestehen. Es sieht natürlich anders aus, wenn keine intakte Barriere besteht, erkrankte Haut oder ähnliches. Aber für die Normalanwendung bestehen da keinerlei Bedenken nach gegenwärtigem Stand der Technik. DW-TV: Ja, aber auch in der Normalanwendung hat man ja mal einen kleinen Schnitt oder so was. Was machen denn Nanopartikel im Körper, oder was können sie anrichten? Dagmar Fischer: Also man muss zunächst unterscheiden, Nano ist nicht gleich Nano. Es gibt viele verschiedene Partikel aus den unterschiedlichsten Materialien, die bioabbaubar sind oder nicht bioabbaubar sind, die unterschiedliche Nanogrößen aufweisen können, die unterschiedliche Ladungen und Oberflächeneigenschaften haben. Ich nenne ihnen mal ein Beispiel: Sogenannte kationische Partikel, das sind Partikel, die positiv geladen sind, können mit jedem Bestandteil des Körpers interagieren. Also jede Zelle ist negativ geladen, jedes Blutplättchen, jede Erythrozyte, also jede rote Blutzelle ihres Körpers, ihre Plasmaproteine. Überall dort sind elektrostatische Wechselwirkungen möglich. Und wenn sie jetzt einen negativ geladenen Partikel oder ein neutrales Teilchen verwenden, dann können sie die deutlich reduzieren. Anderes Beispiel: Größe. Große oder runde Partikel können von ihren Fresszellen im Organismus z.B. nach Inhalation gut ausgeschieden und gehandhabt werden. Spitze, längliche Teilchen hingegen nicht. Also Nano ist nicht gleich Nano, wie ich gerade sagte, sondern da gibt es noch deutliche Unterschiede. DW-TV: Wie untersuchen sie denn Nanopartikel? Die sind ja nun so was von klein, wie kann man das überhaupt untersuchen, ob etwas gefährlich ist oder nicht? Man muss ja wahrscheinlich aufpassen, dass man die nicht einatmet beim Forschen. Dagmar Fischer: Die Dosis macht das Gift, das ist der Unterschied. Es ist so, dass wir Materialien vom Patienten verwenden, also z.B. wenn sie zur Blutspende gehen, dann können sie ihr Blut dafür zur Verfügung stellen. Man gibt die Nanoteilchen dazu und schaut z.B. nach Effekten. Gibt es Verklumpungen der roten Blutzellen, das würde zu Embolien führen, oder werden diese Zellen sogar angegriffen und aufgelöst. Wir verwenden Zellkulturen, dass heißt also Zellen, die aus Patienten stammen, die immortalisiert worden sind, also unsterblich sind. Die können in Schichten angezogen werden und man kann Wechselwirkungen mit den Zellen, toxikologisch, Transport, Verstoffwechselung und Ähnliches messen und quantifizieren. Vor der Anwendung steht natürlich noch der Versuch am Tier. DW-TV: Können Sie zum Schluss noch ganz kurz sagen: Ab wann wird’s gefährlich, ab wann sollte man Schluss machen? Dagmar Fischer: Dosis ist ein Punkt, Konzentration, die sie inhalieren, erkrankte Organe sind ein Faktor, der kritisch ist und das ist das, was wir berücksichtigen müssen. Interview: Daniela Levy

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - Mario D'Amore, Planetenforscher

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    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Schon als Kind faszinierten Mario D'Amore ferne Welten wie der Mars. Heute arbeitet der Italiener am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin. In einem Speziallabor untersucht er Proben unterschiedlicher Gesteinsarten. Mit den so gewonnenen Informationen lässt sich die chemische Zusammensetzung von anderen Planeten wie Mars oder Merkur entschlüsseln. In seiner Freizeit tüftelt der 34-Jährige an elektronischen Bauteilen. Sein Traum: Forschungsinstrumente für Weltraummissionen entwickeln.

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - Rajkumar Thummer, Life & Brain Center, Universität Bonn

    Kluge Köpfe - Rajkumar Thummer, Life & Brain Center, Universität BonnLäuft geradeNeues Video

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Rajkumar Thummer forscht am Life and Brain Center der Universität Bonn, einem der führenden Institute in Deutschland, wenn es um Stammzellforschung geht. Der 30-jährige Inder arbeitet daran, Körperzellen in Stammzellen zurück zu verwandeln. Mit Stammzellen wollen Wissenschaftler in Zukunft einmal Krankheiten wie Alzheimer behandeln. Wenn das mit Stammzellen aus Körperzellen funktionieren würde, könnten Probleme wie zum Beispiel Abstoßungsreaktionen beim Patienten zur Vergangenheit gehören.

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - Shigeyoshi Inoue, Chemiker

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    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Shigeyoshi Inoue ist 30 Jahre alt und Chemiker an der Technischen Universität Berlin. Er beschäftigt sich mit der Herstellung und Charakterisierung neuartiger Moleküle. Organische Siliziumverbindungen, also chemische Verbindungen aus Silizium und Kohlenstoff gibt es in der Natur nicht. Sie könnten die Basis für neuartige Materialien sein, die als Katalysatoren wirken oder in der Medizin zum Einsatz kommen.

    • 06.02.12
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    Studiogast Dr. Sven-Olaf Moch

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    Zu Gast im Studio ist Dr. Sven-Olaf Moch vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESYDW: Dr. Sven-Olaf Moch, Sie beschäftigen sich am DESY, also dem größten deutschen Beschleuniger, mit Elementarteilchen und suchen auf theoretische Weise nach dem Higgs. Es gibt Physiker, die gehen skurrile Wetten ein, dass in den nächsten Jahren etwas am LHC in CERN gefunden wird. Der Physikprofessor Rainer Wallny sagte er würde glatt einen alten Hut verspeisen, wenn in den nächsten 5 Jahren nichts passieren sollte. Glauben Sie auch, dass man etwas Spannendes finden wird? Sven-Olaf Moch: Also ich bin der festen Überzeugung, dass man am LHC in den nächsten Jahren spannende, neue Resultate erreichen wird. Und ich glaube, Herr Wallny wird nicht Gefahr laufen, den Hut essen zu müssen. Die Chance, dass er seine Wette einlösen muss, ist, meiner Meinung nach, sehr gering. Also er ist auf der sicheren Seite. DW: Eines der zentralen Dinge, die man sucht am LHC, ist das Higgs, das berühmte Gottesteilchen, das allen Dingen Masse verleiht. Sven-Olaf Moch: Ja, das Higgs ist bislang .als theoretisches Teilchen postuliert worden. Wir suchen es, wir wollen gerne beweisen, dass es existiert. Aber es ist sehr, sehr fundamental, weil wir davon ausgehen, dass das Higgs-Teilchen dafür verantwortlich ist, dass alle Elementarteilchen, so wie wir sie kennen, tatsächlich eine Masse haben. DW: Das sehen wir doch schon. Also nicht nur Elementarteilchen, alle Dinge haben Masse. Warum haben Physiker sozusagen ein Problem damit, den Dingen diese Masse zuzugestehen? Sven-Olaf Moch: Sie haben recht, wir können Sachen wiegen, wir können sie auf die Waage legen. Für Elementarteilchen ist das Ganze etwas komplizierter. Wir haben ein Modell, das sogenannte Standardmodell, was uns die bisher bekannte Welt der Elementarteilchen beschreibt. In diesem Modell ist das Higgs-Teilchen ein integraler Bestandteil, und wenn wir es nicht finden, dann ist das Modell falsch. Wenn wir es finden, haben wir damit eine wichtige Komponente dieses Modells bestätigt. DW: Was müssten Sie tun, wenn Sie es nicht finden? Modell falsch heißt, unsere ganze Beschreibung der Welt ist sozusagen verkehrt? Sven-Olaf Moch: Dann ist diese Art und Weise, die wir hier bislang vorgeschlagen haben oder uns vorstellen, um Elementarteilchen eine Masse zu geben, so nicht realisiert in der Natur. Wir müssten uns andere Mechanismen überlegen. DW: Ja, das ganze Standardmodell der Elementarteilchenphysik stünde damit ja auch auf dem Prüfstand… Sven-Olaf Moch: …wäre dann bei den hohen Energien, die im Moment am Large Hadron Collider (LHC) untersucht werden, in diesem Bereich nicht mehr gültig. Das wäre eine Konsequenz davon, wenn man also das Higgs-Boson in der Form, wie es vorgeschlagen ist, nicht findet. Aber wir gehen davon aus, dass wir in dem Energiebereich am LHC ein neues Phänomen sehen werden. Und da sind wir sehr hoffnungsvoll. DW: Man gibt da ja sehr viel Geld aus. Nun sind wir alle begeistert von Grundlagenforschung und finden das auch wichtig, aber überkommen Sie da nicht manchmal auch Zweifel, dass vielleicht 3 Milliarden Euro für einen solchen Beschleuniger, um dann am Ende dieses eine Teilchen zu bestätigen oder auch nicht, nicht ein bisschen viel ist? Sven-Olaf Moch: Also wir sind hier in der glücklichen Lage in der Wissenschaft, wirklich durch die Beantwortung dieser einen Frage mit ja oder nein neue Erkenntnis zu bekommen. Und die Beantwortung dieser Frage würde uns neues Wissen geben und wird uns ermöglichen, unser Verständnis der Welt zu erweitern. Und man muss es in einem breiteren Kontext sehen, denn wir werden damit Neues lernen können und vor dem Hintergrund dessen, was wir an Erkenntnisgewinn erreichen, sind die Kosten, meiner Meinung nach, gerechtfertigt. Interview: Ingolf Baur

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Thomas Lindel

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    Zum Thema organische Wirkstoffe für die Medizin ist Thomas Lindel von der Technischen Universität Braunschweig zu Gast im Studio. Der Chemiker sucht in den Meeren nach neuen Arzneien.DW: Herr Lindel, warum suchen Sie denn gerade in den Meeren? Thomas Lindel: Im Meer gibt es beispielsweise sesshafte Tiere, die leben auf Riffen und das sind damit Organismen, die eine exklusive Klasse von Substanzen produzieren können. DW: Warum müssen sie die produzieren? Thomas Lindel: So ein Riff kann man sich vorstellen als Brennpunkt des Lebens. Es gibt auf engstem Raum eine Vielzahl von Organismen und die sind auf die Chemie als Mittel der Verteidigung und der Kommunikation angewiesen. DW: Welche Tiere sind das? Thomas Lindel: Unter sesshaften Tieren kann man beispielsweise Schwämme finden, Korallen, auch Moostierchen. Algen dagegen gehören natürlich nicht zu den sesshaften Tieren. DW: Da sind also jede Menge Lebewesen, die sich ordentlich verteidigen müssen. Wie viele Substanzen hoffen Sie denn zu finden da unten im Meer? Thomas Lindel: Insgesamt sind so etwa 25.000 Einzelsubstanzen bisher charakterisiert worden über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren. Und unter Einzelsubstanz meint man nicht ein Extrakt und auch keine Fraktion, das sind Gemische, sondern eine chemisch reine Verbindung nach einer vollständigen Reinigung. DW: Das klingt relativ einfach, so als würden Sie sagen, ich hol mir da eine Koralle und extrahiere dann den Stoff daraus. Ist es tatsächlich so leicht oder ist es eher eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen? Thomas Lindel: Es ist natürlich eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich hatte schon gesagt, 25.000 bekannt. Das bedeutet, dass man natürlich auch bekannte Verbindungen findet und man wird spektroskopisch untersuchen müssen, ob eine isolierte Verbindung neu ist oder nicht. Der Aufwand, der dahinter steckt, der steckt zum guten Teil in der Reinigung der Substanz. Ich würde mal schätzen so um die 80 %, und 20 % der Zeit geht dann in die Strukturaufklärung, wenn man Glück hat. DW: Und wie viel von diesen Stoffen sind tatsächlich in der Medizin gelandet? Thomas Lindel: Das Bild ist, wenn man die Zahl hört, eher ernüchternd. Wir haben es mit vier exklusiv marinen Naturstoffen zu tun, die bisher in der Klinik zugelassen sind. Etwa vier weitere sind ganz nah dran, in der klinischen Phase 3. Die stammen aus verschiedenen Quellen, also bspw. aus einer Kegelschnecke. Die benutzt eine Harpune, harpuniert einen Fisch und muss dafür sorgen, dass der Fisch sich danach nicht mehr bewegt, also paralysiert ist und diese Conotoxine, die man dann isoliert hat, eignen sich für die Schmerztherapie. Da ist eine Verbindung aus diesem Bereich zugelassen. DW: Aber vier oder ein paar mehr Verbindungen - das klingt doch danach, als ob Sie in Ihrem Forscherleben verdammt viel Geduld bräuchten. Thomas Lindel: Das ist in der Tat so, man muss aber dazu sagen, dass es unterhalb einer klinischen Zulassung natürlich auch noch die Rolle eines Naturstoffes als molekulares Werkzeug gibt. Das heißt, man kann bestimmte Prozesse in der Zelle blockieren, und auch so etwas zu finden, wäre schon ein großer Erfolg. DW: Und welche Vorteile haben jetzt diese natürlichen Stoffe gegenüber dem, was wir sonst per Chemie bekommen, den künstlich synthetisierten?Thomas Lindel: Kurz gesagt, sie sind durch die Evolution optimiert. Sie sind beispielsweise für die Wechselwirkungen mit Proteinen und Nukleinsäuren bestens geeignet. Von der Ausstattung unterscheiden sich selbst die Meeresorganismen nicht viel vom Menschen, auch wenn hier natürlich andere Proteine vorkommen. DW: Wunderbar, haben Sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Lindel. (Interview: Ingolf Baur)

    • 06.02.12
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    Eric Kandel - Auf der Suche nach dem Gedächtnis

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    Er gilt als Popstar der Neurowissenschaften und bedeutendster Hirnforscher unserer Zeit. Eric Kandel, vor 82 Jahren in Österreich geboren, fand heraus, wie das Gedächtnis funktioniert.Er entdeckte das Protein, mit Hilfe dessen eine Erinnerung aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt wird. Dafür erhielt er 2000 den Nobelpreis. Wie Forscher heute seine neurobiologischen Grundlagen nutzen, um Alzheimer, Depressionen und andere Krankheiten zu heilen, zeigen Forschungsprojekte am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen.

    • 06.02.12
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    Studiogast: Detlev Ganten, Präsident World Health Summit

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    "Der urbane Mensch ist nicht so gut auf Allergene vorbereitet wie jemand der von Kind auf in einer 'dreckigen', ländlichen Umgebung aufwächst."DW-TV: Bei uns im Studio darf ich Ihnen Herrn Professor Detlev Ganten vorstellen. Er ist ursprünglich Pharmakologe, jetzt Präsident des Weltgesundheitsgipfels, war Chef der Charité und hatte schon viele andere Positionen inne gehabt. Herr Ganten, erklären Sie uns kurz, worum geht es bei dem Weltgesundheitsgipfel? Was sind ihre Ziele? Detlev Ganten: Gesundheit ist ein Menschenrecht, in der Charta der Vereinten Nationen verbrieft. Aber Gesundheit kann man nicht fordern, für die Gesundheit muss man selber etwas tun. Und auch Ärzte müssen mehr tun als nur darauf zu warten, dass Patienten krank zu ihnen kommen. Wir müssen vorbeugen, wir müssen Gesundheit als das grosse Thema der Gesellschaft, das den Einzelnen am meisten betrifft, auf die Agenda der Politik und auch der Gesellschaft setzen. Und das erfordert die Zusammenarbeit aller Kräfte: der Ärzte in erster Linie, darum geht es uns, aber auch der Politik, der Wirtschaft und natürlich der Zivilgesellschaft, um die Voraussetzungen zu schaffen. DW-TV: Das heißt, sie wollen eine Art Bewusstseinswandel schaffen, so dass wir auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens schauen? Detlev Ganten: Unsere Aufgabe ist „Agenda Setting“. Gesundheit soll das grosse Thema werden, weil es die Menschen am meisten interessiert. DW-TV: Sie können natürlich auf dem Weltgesundheitsgipfel nur reden und diskutieren. Kann man damit konkrete Ergebnisse erreichen? Detlev Ganten: Dem Reden geht ja das Denken voraus, meistens. Und das haben wir natürlich gemacht. Wir haben sorgfältig geplant und wir haben die wichtigen Leute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht. Sie kommen auch gerne nach Berlin, um dieses grosse Thema gemeinsam zu besprechen. DW-TV: Wir haben gerade im Bericht gesehen, dass immer mehr Menschen an Allergien leiden. Gibt es dafür einen Grund, der über das hinaus geht, was uns der Bericht erzählt hat? Detlev Ganten: Das ist auch eines der Themen auf dem Weltgesundheitskongress. Die Welt verändert sich rasant. Stichwort Klimawandel. Monokulturen nehmen weltweit zu und dadurch verändert sich die Zusammensetzung der Pollen, wie es in dem Film gesagt wird. Der Mensch ist darauf eingerichtet sich gegen äußere Einflüsse zu wehren, wie zum Beispiel gegen Bakterien oder Viren - dafür wurde gerade der Nobelpreis verteilt. Aber es sind eben auch die anderen Chemikalien und Pollen, die auf den Menschen einwirken. Das Immunsystem versucht das abzuwehren. Wenn dann plötzlich neue Pollen, neue sogenannte Allergene kommen, ist der Körper nicht darauf vorbereitet. Dann wird er krank und das ist Allergie. DW-TV: Warum gibt es den Anstieg in unseren Zeiten? Durch den Klimawandel einerseits, aber setzen wir uns vielleicht heute diesen Allergenen nicht mehr so aus? Detlev Ganten: Einmal ändert sich die Zusammensetzung, das wurde auch gesagt, und zwar beständig durch Klimawechsel, durch Monokulturen auf grossen Flächen, was früher so nicht vorkam. Der zweite Punkt ist aber auch, dass wir in Städten aufwachsen, nicht mehr auf dem Lande. Und Stadtkultur verglichen mit Landkultur ist nicht steril, aber ganz anders zusammengesetzt, natürlich mit mehr chemischen Stoffen als mit Natürlichen. Und wenn plötzlich etwas Neues auf uns zukommt, dann ist der urbane Mensch darauf nicht mehr so vorbereitet wie jemand, der in einer „dreckigen“ Umgebung aufgewachsen ist und nun mit allen Allergenen von Kind auf in Kontakt gekommen ist. DW-TV: Also wir müssten unsere Kinder eigentlich häufiger im Stall spielen lassen. Detlev Ganten: Zurück aufs Land, ja. (Interview: Ingolf Baur)

    • 06.02.12
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    Sprit der Zukunft: das elektrische Benzin

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    Wasserstoff gilt als Autotreibstoff von morgen, hat allerdings gewisse Nachteile: Das Gas ist explosiv und erfordert aufwändige Tankanlagen. Erlanger Forscher bieten eine Lösung: Carbazol, eine benzinähnliche Flüssigkeit. Sie kann Wasserstoff in großen Mengen binden, ohne Explosionsgefahr.Im Auto wird der Wasserstoff wieder freigesetzt, er erzeugt per Brennstoffzelle Strom für den Elektromotor. Der Autofahrer muss dann nur noch das verbrauchte Carbazol gegen frisches tauschen - an einer ganz normalen Tankstelle.

    • 06.02.12
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    Angezählt - Allergien im Visier der Wissenschaft

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    Münchener Forscher untersuchen, wie sich Ozon und zunehmende CO2-Werte in der Luft auf Allergien auslösende Pflanzen auswirken. Denn die Reizwirkung von Pollen nahm in den letzten Jahren drastisch zu.Zudem arbeiten die Wissenschaftler an einem Frühwarnsystem, für das erstmals ein automatisches Zählgerät für Pollen entwickelt wurde. Mit der entsprechenden Software versehen, können solche Geräte auch in anderen Regionen der Welt eingesetzt werden, um Allergie auslösende Stoffe in der Luft aufzuspüren.

    • 06.02.12
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    Eingeschult - "Das Haus der kleinen Forscher"

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    Wie entsteht Wind? Wie funktioniert Strom? Kinder wollen die Welt entdecken und verstehen. Diesen Wissensdurst nutzt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und organisiert ihre Angebote nicht mehr nur für Kindergärten, sondern auch für Grundschulen.Die Macher sind sich sicher: Wer als Kind Spaß an Wissenschaft hat, wird sich auch später für diese Themen interessieren. Und verschiedene Studien sagen, dass diese Frühförderung tatsächlich zu einem steigenden Interesse an Naturwissenschaften führt.

    • 06.02.12
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    Dünn und billig: Solarzellen aus Kunststoff

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    Sie gelten als Hoffnungsträger für die Energieversorgung der Zukunft: Solarzellen aus Kunststoff, durchsichtig, dünn und flexibel. Wissenschaftler in Dresden wollen diese "organischen Solarzellen" zur Marktreife bringen.Das Ziel klingt faszinierend: Sind erst mal die Schwächen der Technologie überwunden - kurze Haltbarkeit, geringer Wirkungsgrad - dann können die Solarzellen als farbige Folien fast unbegrenzt zum Einsatz kommen: an Häuserfassaden, auf Fahrzeugen, ja sogar auf Handtaschen und Mobiltelefonen.

    • 06.02.12
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    Energie speichern: Wasser im Schacht

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    Wissenschaftler der Technischen Universität Clausthal untersuchen, ob sich ausgediente Erzbergwerke zur Energiespeicherung nutzen lassen. Denn um Strom aus Sonne und Wind rund um die Uhr liefern zu können, brauchen die Stromproduzenten neue Speichertechnologien.Unterirdische Kraftwerke sollen helfen: Mit Strom aus Wind- oder Sonnenkraft wird Wasser aus der Tiefe nach oben gepumpt. Bei Windstille oder nach Sonnenuntergang strömt es durch Fall

    • 06.02.12
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    Studiogast: Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme

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    "Aus Sicht der Technik ist die Energiewende, das heißt, die komplette Umstellung auf regenerative Energien bis 2015 möglich. Die Frage ist, ob es zu viele Widerstände gibt, die das verhindern."DW-TV: Professor Volker Quaschning ist ein Experte für regenerative Energiesysteme. Herr Quaschning, was glauben Sie, werden die günstigen Plastiksolarzellen das Rennen machen oder holen doch vielleicht noch die Hightech-Siliziumzellen auf? Volker Quaschning: Ich denke, das Rennen ist offen. Wir haben vor gut 10 Jahren schon gesagt, die Siliziumtechnik hat noch 10 Jahre, dann wird sich die Dünnschicht-Technik, das ist wieder eine andere Technologie, durchsetzen. Jetzt sagt man, die organische Solartechnik wird es vielleicht sein. Wenn wir in die Geschichte zurück gucken, dann sieht es so aus: In den 70er Jahren waren es 60 Dollar pro Watt für die kristallinen Solarzellen. Im letzten Jahr sind die Preise auf unter einen Dollar pro Watt gefallen. Das ist eine enorme Preisreduktion bei den kristallinen Solarzellen. Das ist natürlich ein großer Konkurrenzkampf, den wir da aufnehmen müssen. Das heißt, die haben vielleicht doch noch eine Chance. Aber damit stellt sich natürlich auch die Frage, kann denn das Preisniveau immer weiter sinken? Das Preisniveau muss sinken. Wir wollen die Energiewende haben. Das heißt, wir wollen 20, 30% Solarstrom in den nächsten 30 Jahren in Deutschland realisieren und das geht natürlich nur wenn wir konkurrenzfähig werden. Dazu muss der Preis für die Solartechnik um den Faktor 2 bis 3 noch mal runter. Nun haben aber die sogenannten“ organischen“ Solarzellen keinen so hohen Wirkungsgrad mehr. Das bedeutet, wir brauchen mehr Fläche. Nun sind in Deutschland schon jede Menge Dächer mit Solarzellen bedeckt. Wo soll denn die Fläche herkommen? Wenn man sich die Dächer anguckt, dann sieht man, dass wir schon noch Platz haben. Wenn man hier in Berlin durch die Straßen läuft, dann fällt einem schon auf, dass man hier locker noch verzehn-, verzwanzigfachen kann. Wir gehen davon aus, dass wir auf den Dächern etwa noch mal einen Faktor 10 realisieren können von dem, was wir bis jetzt haben. Das geht natürlich nur bei einem guten Wirkungsgrad. Wenn der ein bisschen schlechter ist, könnte man mehr installieren. Es gibt auch noch andere Flächen, die heute kaum genutzt werden: Fassaden, Fahrzeuge, oder auch auf Freiflächen. Da gibt es noch viele Möglichkeiten zur Sicherstellung der Energieversorgung. Das heißt, sie sind ganz optimistisch, dass wir die Energiewende bis 2015 schaffen, eine Umstellung fast komplett auf regenerative Energie? Wenn wir das wollen, geht das. Und wir müssen ja auch, wegen der Klimaproblematik. Die Frage ist, ob es zu viele Widerstände gibt, die das verhindern, verzögern. Aber ich bin optimistisch, dass es aus Sicht der Technik möglich ist. Wenn wir das nicht ausbremsen, dann wird das auch kommen. Sie sagen, wenn wir wollen, können wir das. Momentan erleben wir, dass man dabei ist, wieder ganz neue Kohlekraftwerke zu bauen und außerdem Nuklearstrom aus dem Ausland zu importieren. Das sind die alten Leute, die mit Kohle- und Kernenergie Geld verdient haben. Die wollen das Geschäft natürlich nicht einfach aus der Hand geben und sagen, wir hören jetzt auf zu produzieren und das Geschäft macht jemand anderes. Das sind ganz klassische Verteilungskämpfe. Die müssen auch noch entschieden werden. Aber ich sehe, dass die Chance der regenerativen Energien auch aus Preissicht da ist. Wir werden das auch realisieren. Stichwort Mobilität: Können wir sauber Auto fahren und brauchen keine neuen Tankstellennetze? Mit dem neuen Carbazol-Benzin wäre das Tanken auch noch ziemlich risikolos? Ist das die Lösung? Wasserstoff ist durchaus umweltfreundlich - wenn ich ihn aus regenerativen Energien erzeuge. Das Problem ist aber, es fehlt das Tankstellennetz. Man muss ich für viel, viel Geld neue Infrastruktur aufbauen. Deswegen bezweifeln auch viele Experten, dass sich diese Technologie durchsetzt. Und da hätten wir mit dem neuartigen Kraftwstoff durchaus eine Lösung. Aber wir haben ja auch noch andere Lösungen in petto. Batteriespeicher ist eine Variante. Ich kann auch Erdgas als Energieträger nehmen. Also, da habe ich natürlich verschiedene Möglichkeiten. Es wird sich zeigen, was sich am Ende durchsetzt. Aber sie sagen ja schon, wir haben verschiedene Möglichkeiten. Es wird unterschiedlich investiert und geforscht, auch in die Batterietechnik. Verzetteln wir uns da nicht, verschwenden wir da nicht Ressourcen? Es ist immer die Historie, die man sich anschauen kann. Batterieautos zum Beispiel waren auch schon vor gut 100 Jahren Stand der Technik. Das heißt, die ersten Autos, die gefahren wurden, waren keine Benzinautos. Das Benzinauto hat sich dann erst durchgesetzt. Heute wissen wir, wir können uns das nicht mehr lange erlauben aufgrund der ganzen Problematiken. Jetzt müssen wir eine Alternative suchen. Ich denke, jetzt zu sagen, das wird es in 20 Jahren sein, ist eher Wahrsagerei. Aber ich finde es spannend, dass wir die Lösungen heute schon in petto haben. Wir wissen, was wir machen können. Wir müssen die Lösungen nur sehr schnell entwickeln. Und da tut sich im Forschungsbereich einfach noch zu wenig, dass wir hier schnell in den Markt kommen. Werden wir uns insgesamt, wenn wir die Energiewende betrachten, einschränken müssen? Oder können wir im Grunde genommen weiter machen wie bisher, nur eben mit anderen Technologien?Die Weltbevölkerung steigt ja auch. Das sind ganz große Problematiken, die wir haben. Wenn ich jetzt sage, wir müssen uns überhaupt nicht einschränken, dann ist das vielleicht gelogen. Aber ich sage mal, wir können schon das meiste, was wir uns heute leisten können, künftig auch machen. Sehr optimistisch. Haben sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Quaschning. (Interview: Ingolf Baur)

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe: Der Brasilianer Roberto Rinaldi

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    Er forscht im Max-Planck-Institut für Kohleforschung in Mülheim/Ruhr und sucht nach Verfahren, wie sich Abfälle aus der Landwirtschaft für die Energiegewinnung nutzen lassen.

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Hans Schöler, Stammzellenforscher

    Studiogast: Prof. Hans Schöler, StammzellenforscherLäuft geradeNeues Video

    "Was mir eigentlich so in der Fernsicht vorschwebt ist, dass sie bei einem gealterten Menschen, der schwächere Muskeln hat, im Körper die Zellen so reprogrammieren, so umwandeln, dass die Stammzellen in seinem Körper sich wieder bilden, um seine Muskelmasse zu stärken. Das ist ja eigentlich ein Ziel, auf das wir hinarbeiten."Professor Hans Schöler, einer der renommiertesten Stammzellenforscher in Deutschland und arbeitet am Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster. DW-TV:. Herr Schöler, haben sie Zweifel daran, dass es eines Tages gelingen wird aus Leberzellen Insulin produzierende Zellen zu gewinnen? Prof. Hans Schöler: Ich bin ganz sicher, dass es gelingen wird. Ich denke, dass es grundsätzlich gelingen wird, jede Zelle in eine andere Zelle umzuwandeln. Man muss nur wissen, was eine bestimmte Zelle ausmacht und dann können sie diese Zelle in eine andere Zelle umwandeln. Das heißt, es funktioniert heute schon nach einem relativ einfachen Rezept? Ganz einfach. Es ist erstaunlich, wie einfach das ist. Es hat damit angefangen, dass man erst einmal Hautzellen in Alleskönnerzellen umgewandelt hat, die so ähnlich sind wie embryonale Stammzellen, über die wir ja so viel diskutieren. Dann ist es auch gelungen, direkt aus Hautzellen Muskelzellen zu machen, Herzmuskelzellen, Blutzellen usw. Man muss den Cocktail kennen und man muss das Verfahren kennen und dann kann man es machen. Das bedeutet doch eigentlich, dass wir diese ethisch schwierigen, problematischen embryonalen Stammzellen vielleicht gar nicht mehr brauchen, oder? Es ist möglich, dass wir sie nicht mehr brauchen, aber das kann man jetzt noch nicht sagen. Allein die Tatsache, dass wir Zellen umwandeln können, heißt noch nicht, dass diese dann tatsächlich auch genauso gut sind wie die Zellen aus einem Körper oder Zellen, die von embryonalen Stammzellen abgewandelt worden sind. In der Zelle bleibt eine ganze Menge Erinnerung an das zurück, was sie gewesen sind. Um das aufzuklären braucht man noch viel Forschungsleistung. Aber prinzipiell geht es, um das zu perfektionieren müssen wir noch einige Arbeit reinstecken. Aber das heißt, dass man vielleicht auch für die Therapien, auf die wir ja alle setzen, um dann eines Tages Parkinson oder Alzheimer zu heilen, eventuell auch embryonale Stammzellen braucht? Oder würden dann auch diese unbedenklichen umgewandelten Körperzellen reichen? Meine persönliche Vermutung ist, dass man beides brauchen wird. Es wird bestimmte Zellen geben, die man nicht auf diese Art und Weise einfach so umwandeln kann. Dafür wird man vielleicht die embryonalen Stammzellen brauchen. Aber stellen sie sich das vor, was mir eigentlich so in der Fernsicht vorschwebt, sie könnten bei einem gealterten Menschen, der schwächere Muskeln hat, im Körper die Sachen so reprogrammieren, so umwandeln, dass die Stammzellen in seinem Körper sich wieder bilden, um seine Muskelmasse wieder zu stärken. Das ist ja eigentlich ein Ziel, worauf wir hinarbeiten. Wir wollen nicht nur alles in der Kulturschale machen, sondern wir wollen auch in der Lage sein, eigene Zellen zu aktivieren. Das ist ein ewiger Jungbrunnen, dann werden wir beliebig alt? Nein, man wird dann wie bei einem Auto einzelne Teile reparieren können, aber trotzdem fällt der Wagen dann irgendwann auseinander. Der Europäische Gerichtshof hat grünes Licht für die Stammzellenforschung in Europa gegeben, Patente dieser Forschung jedoch untersagt. Was bedeutet das für ihre Arbeit? Patente sind aus meiner Sicht erst einmal Schutz der eigenen Arbeit. Die Verfahren, die entwickelt werden, werden geschützt. Das heißt, das Wissen, was wir uns beispielsweise in Deutschland erarbeitet haben, ist ohne Patentierung quasi weltweit verfügbar. Man kann es nicht mehr schützen. Und ich hab immer wieder versucht dem Vorwurf zu begegnen, dass wir uns nur eine goldene Nase mit der Forschung und den Patenten verdienen wollen. Wieso kann man nicht so vorgehen, dass man diese Gelder, die man durch die Patente einnimmt, gleich wieder in die Forschung investiert. Also ich würde gerne darauf verzichten und mit dem Geld aus den Patenten statt dessen die Forschung unterstützen. Interview: Ingolf Baur

    • 06.02.12
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    Ackerbau 3D - LandVertical farming

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    Ein Stuttgarter Wissenschaftler erforscht den Ackerbau der Zukunft: Er will in die Höhe gehen und Anbauflächen in Etagen übereinander stapeln. Vertical Farming heißt das Konzept: Mehr Flächen für die Landwirtschaft, damit die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgt werden kann. Eine Firma im Niederländischen S'Hertogenbosch entwickelt dazu ein passendes Lichtkonzept.Weltweit gibt es mehrere Arbeitsgruppen, die versuchen, den Anbau von Reis, Getreide oder Salat in die 3. Dimension zu verlagern. Auch Architekten können sich für die Idee begeistern: Es gibt schon Pläne, auch Schweineställe ins Hochhaus zu holen.

    • 06.02.12
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    Studiogast: Prof. Dr. Klaus Strassmeier

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    "Leben, so wie wir es auf der Erde kennen, entwickelt sich überall. Von der Antarktis bis in die Tiefen des Ozeans. Ohne Licht, mit Licht, ob auf Schwefelbasis oder Kohlenstoffbasis." Prof. Dr. Klaus Strassmeier, Astrophysiker, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) DW-TV: Prof. Klaus Strassmeier ist Astrophysiker am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam. Herr Strassmeier, ist es tatsächlich so, dass erst der Mond die Erde zu einem Lebensraum macht? Klaus Strassmeier: Ja, unter anderem, aber da gibt es noch wesentlich mehr Faktoren. Die Position der Erdachse ist ein existentieller Parameter, der für die Jahreszeiten verantwortlich ist, und dieser wird in der Regel vom Jupiter und von der Sonne beeinflusst. Und das ändert sich im Laufe der Zeit. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ohne eine stabilisierende Rotationsachse Leben entsteht, wesentlich geringer. Aber auch das Magnetfeld ist entscheidend. Ohne das Magnetfeld der Erde würden wir nicht leben. Was braucht es denn alles, damit Leben entsteht? Wir brauchen ein Magnetfeld. Wir brauchen einen Schutz vor der kosmischen Strahlung der Sonne, also vor schnellen Protonen und schnellen Elektronen. Das Finden einer zweiten Erde ist ein hart umkämpftes Forschungsfeld in der Welt der Astrophysiker. Es wurde das eine oder andere schon gefunden, aber die richtige Sensation war noch nicht dabei, oder? Das ist richtig. Jeder sucht die zweite Erde, wobei "Erde" mit Leben besetzt ist und eine schöne Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre hat usw. Aber eigentlich definieren wir Astronomen Erde noch immer als eine Masse, die unserer Erde gleicht und den gleichen Radius hat wie unsere Erde. Wie stehen denn die Chancen, dass man wirklich eine zweite Erde findet, auf der man auch leben könnte? Ich denke: ausgezeichnet. Ich würde sogar glauben, dass wir in zehn Jahren eine zweite Erde haben, allerdings ohne Hinweise auf Leben. Das ist der nächste Schritt, das ist wirklich für die nächste Dekade. Aber einen Körper mit der Masse der Erde und dem Radius der Erde, das ist am Horizont. Es heißt ja immer, die Chance, dass man da irgendwo Leben findet in diesem riesigen Universum, ist größer als die, dass man keines findet. Glauben Sie das auch? Absolut. Leben, so wie wir es auf der Erde kennen - diese Voraussetzung muss man immer machen - entwickelt sich ja überall. Von der Antarktis bis in die Tiefen des Ozeans, ohne Licht, mit Licht, auf Schwefelbasis oder Kohlenstoffbasis. Die Antwort ist hier ein klares: Ja. Muss denn das Leben so aussehen wie bei uns auf der Erde? Natürlich nicht. Auf der Erde ist alles von der sozialen und der soziologischen Struktur des Menschen dominiert. Schauen Sie sich Weltraum-Serien wie Star Trek an: Alle Außerirdischen haben Hände und Füße. Aber so sehen sie ja wohl nicht aus, das ist ja nur die Hollywood Vorstellung? So ist es. Es gibt ja für Wissenschaftler eine Art Regel, was zu tun ist, wenn man einen Außerirdischen trifft. Ja. es gibt einen Verhaltenskodex. Der basiert einfach auf den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Man muss das absolut sicher verifizieren lassen, von Kollegen und von anderen Instituten in anderen Ländern. Und dann muss man an die Regierungen und vor allem an die UNO herantreten. Die UNO hat hier eine weltregierungsähnliche Rolle. Glauben Sie denn, dass die Außerirdischen uns auch suchen? Ich bin davon überzeugt. Allein schon durch die Anzahl der Sterne, 400 Milliarden nur in unserer Galaxie und 20 Prozent davon mit Planeten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, wir weden es nur nicht so schnell wissen, aber ich glaube: Ja. Interview: Daniela Levy

    • 06.02.12
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    Kluge Köpfe - der Informatiker Mehul Bhatt

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    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Diesmal: Der Informatiker Mehul Bhatt. Von Mumbai nach Bremen: Dr. Mehul Bhatt wohnt weit entfernt von seiner Heimat - aber er ist sowieso hauptsächlich in virtuellen Sphären unterwegs. Sein Spezialgebiet: Raumkognition.Mit Unterstützung der Alexander von Humboldt Stiftung untersucht er, wie Menschen sich in Räumen verhalten, die es noch gar nicht gibt und in denen nicht immer die bekannten Naturgesetze herrschen.

    • 06.02.12
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    Zu Gast im Studio ist Dr. Gritta Veit-Köhler

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    Biodiversitätsforscherin, Forschungsinstitut Senckenberg, WilhelmshavenDW-TV: Gritta Veit-Köhler ist an dem Projekt "Census of Marine Life" beteiligt. Sie ist Expertin für Biodiversität. Was hat denn die Auswertung der Proben bisher ergeben? Gritta Veit-Köhler: Am Senkenberg-Institut beschäftigen wir uns hauptsächlich mit den kleinsten Tieren, die am Meeresboden leben. Dort haben wir eine unheimliche Vielfalt gefunden. Das ist die Meiofauna. Sie sind zwischen 32 Mikrometer und einem Millimeter groß. Vor allem bei den Fadenwürmern, den sogenannten Nematoden und den Ruderfußkrebsen, den Copepoden. Sie haben ja in der Tat interessante Tiere entdeckt. Können sie uns darüber ein bisschen was erzählen? Die Ruderfußkrebse zum Beispiel sind maximal einen Millimeter groß und können sehr bizarre Formen haben. Sie kommen alle aus der Tiefsee und haben zum Beispiel eine walzenförmige, tonnenförmig Gestalt. Daran sieht man, dass das Tier im Sediment wühlt, also im Meeresboden wühlend lebt. Dann gibt es andere Tiere, die eher an das Schwimmen angepasst sind. Sie leben dann leicht über der Sedimentoberfläche. Ein besonders bizarrer Vertreter hat Verlängerungen auf dem Rücken. Und kein Mensch weiß, wozu sie eigentlich dienen. Sie haben ja wirklich sehr viele Tiere entdeckt, die für den Laien alle vollkommen gleich aussehen. Ja, zum Beispiel der Ruderfußkrebs. Einen habe ich in der Antarktis entdeckt, also in der antarktischen Tiefsee in 5000 Meter. Da kam dieses Tier in einer Expedition nur zweimal in all unseren Proben vor. Das fand ich sehr interessant. Das Tier hat, seitlich betrachtet, eine Fragezeichenform, am Hinterteil hat er zwei Fortsätze, Schwanzfortsätze, und zwei Haken. Wir nennen es Hakentier. Das habe ich im Jahr 2004 beschrieben. Das Tolle ist, dass ich dieses Tier inzwischen weltweit wiederentdeckt habe. Das heißt, er ist im ganzen Ozean verbreitet? Also nicht nur in der Antarktis, sondern auch woanders. Worauf lässt das denn dann hindeuten? Ja, es lässt darauf hindeuten, dass es eben einige Arten von dieser unglaublichen Vielfalt gibt, die sehr weit verbreitet sein können. Es gibt aber auch andere Arten, die sich nur in einem Tiefseebecken, z.B. im Angola-Becken, im Guinea-Becken oder im Kap-Becken finden und sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Wie kann man – vor allem, wenn das alles im Mikrometer oder Millimeter Bereich spielt – wissen, dass man es mit einer neuen Art zu tun hat? Manchmal unterscheiden sich Arten auch nur durch eine einzige Borste am dritten Schwimmbeinpaar. Das ist schon sehr kompliziert. Wir müssen die Tiere auch oft sezieren und das ist bei einem 0,3 mm großen Tier nicht so einfach. Da brauchen sie schon ein sehr kleines Messer? Eine chemisch geschärfte Nadel benutzen wir dann. Und unter dem Binokular können wir das dann untersuchen. Sie haben so viel entdeckt und es wurde bereits so viel entdeckt. Denken Sie, es ist noch viel zu tun? Während des „Zensus of Marine“ Live sind sehr viele Arten beschrieben worden. Allein für die Tiefseeebenen 500 neue Arten. Wir haben 10-mal mehr neue Arten noch in den Schränken sitzen, die wir noch gar nicht beschreiben konnten. Die Vielfalt ist unglaublich. Um nur noch eine Zahl zu nennen: Unter 2000 erwachsenen Ruderfußkrebsen gibt’s es 700 Arten. Jedes dritte Tier ist eine neue Art im Angola-Becken. Das ist wirklich unglaublich. Gritta Veit-Köhler, herzlichen Dank für ihren Besuch. Interview: Daniela LevyRedaktion: Alex Reitinger

    • 06.02.12
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    Kourou - Auftrieb für den europäischen Weltraumbahnhof

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    Im Oktober ist zum ersten Mal eine russische Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou im französischen Département Französisch-Guayana aus gestartet. Bislang war dieser Platz europäischen Ariane-Raketen vorbehalten. Kourou ist wegen seiner äquatornahen Lage für Raketenstarts sehr gut geeignet.Außerdem können von hier aus auch Satelliten starten. Europa will sich als Weltraum-Spediteur profilieren, gegen Konkurrenten in Indien und China. Helfen soll die neue ESA-Rakete Vega, die in wenigen Wochen von Kourou ins All starten soll.

    • 06.02.12
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Elektromotoren gelten als der Autoantrieb der Zukunft. Schwachpunkt sind heute noch die Batterien: zu schwer, zu schwach, und das Laden dauert zu lange. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickeln einen neuartigen Typ von Batterie.Der neue Energiespeicher soll ohne Blei und ohne Lithium auskommen. Stattdessen sollen Metall-Fluoride dafür sorgen, dass die Batterie deutlich mehr Ladung speichern kann als bisher.

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