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  • Die Projekt-Zukunft-Zuschauerfrage

    Die Projekt-Zukunft-ZuschauerfrageLäuft geradeNeue Folge

    Venkat Raghavan aus Bangalore fragt...Was sind Leuchtdioden?

    • 06.01.10
    • Kommentare: 2
    • Stimmen: 6
  • Osmosekraftwerk – Strom aus der Kraft des Meerwass

    Osmosekraftwerk – Strom aus der Kraft des MeerwassLäuft geradeNeue Folge

    Ein Beitrag von Mabel Gundlach In der Nähe von Oslo ist ein neuartiges Wasserkraftwerk in Betrieb gegangen: Es produziert Strom, indem es den unterschiedlichen Salzgehalt von Meer- und Flusswasser nutzt. Das sogenannte Osmosekraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt des Energiekonzerns Statkraft und mehrerer europäischer Forschungsinstitute.Der Norweger Stein Erik Skilhagen arbeitet beim Energiekonzern Statkraft. Sein Ziel: er willl einen neuartigen Typ von Kraftwerk entwickeln: das Osmosekraftwerk. Genug Energie für halb Europa Treibende Kraft ist der unterschiedliche Salzgehalt von Fluss- und Meerwasser. Zwei Wasserbecken, getrennt durch eine Membran. In dem einen Becken: Flusswasser, in dem anderen: Meerwasser. Das Flusswasser aus Becken 1 dringt durch die Membran, um den höheren Salzgehalt in Becken 2 auszugleichen. Dadurch steigt der Wasserspiegel in Becken 2. Das Gefälle lässt sich nutzen, um eine Wasserturbine anzutreiben. Wo immer in der Welt Flusswasser ins Meer mündet, wäre ein Osmosekraftwerk möglich, genügend sauberes Wasser vorausgesetzt. Skilhagen will herausfinden, wie umweltverträglich das ist: "Wieviel Wasser können wir ohne negative Folgen für die Umwelt aus einem Fluss entnehmen? Das haben wir analysiert. Nimmt man alle Flüsse der Welt zusammen, könnte das für 1600 Terrawattstunden pro Jahr reichen, das ist die Hälfte des europäischen Energiebedarfs. Also ein ziemlich großes Potenzial." Strom das ganze Jahr über Der erste Osmosestrom entsteht seit kurzem am Oslofjord, knapp eine Stunde von der norwegischen Hauptstadt entfernt. Für Projektleiter Skilhagen war die Eröffnung der weltweit ersten Pilotanlage ein denkwürdiger Moment. "Jahre lang habe ich darauf hingearbeitet. Also das war einfach fantastisch." Selbst die norwegische Kronprinzessin Mette Marit war dabei. Für den Anfang produziert die Pilotanlage gerade mal genug Strom, um einen Backofen zu betreiben. Skilhagen will sie vor allem nutzen, um die neue Kraftwerksart rentabel zu machen: "Ich wünsche mir, dass wir soviel wie möglich von dieser Anlage lernen und hoffentlich in sieben, acht Jahren wirtschaftlich funktionierende Osmosekraftwerke betreiben können." Denn einen Vorteil hat das Osmosekraftwerk gegenüber Wind- und Sonnenkraftwerken: es ist unabhängig von der Witterung und kann das ganze Jahr über gleichmäßig Strom produzieren. Autorin: Mabel Gundlach Redaktion: Klaus Dartmann

    • 04.01.10
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    • Stimmen: 1
  • Studiogast: Dr. Gerhard Timm vom Vorstandsmitglied

    Studiogast: Dr. Gerhard Timm vom VorstandsmitgliedLäuft geradeNeue Folge

    Wie realistisch ist die Idee, Sonnenstrom in der afrikanischen Wüste zu produzieren? Und kann die Energieversorgung der Welt mit diesem Projekt gesichert werden? Ein Gespräch mit Dr. Gerhard Timm, Vorstandsmitglied der Desertec-Foundation.DW: Die Sahara als Paradies der Energie - so ein gigantisches Projekt ruft viele Kritiker auf den Plan.400 Milliarden Euro sind schließlich eine Menge Geld. Gerhard Timm: Ja, in der Tat. Wenn man es aber runterbricht auf 40 Jahre - in diesem Zeitraum soll das Geld ausgegeben werden - dann sind das 10 Milliarden pro Jahr. Das ist schon eine besser handhabbare Größenordnung, wenn man sich etwa anschaut, was in den letzten Monaten und Jahren an die Banken gezahlt wurde. Aber abgesehen davon: Es ist das Geld, das wir zur Erneuerung unserer Energieversorgung brauchen, völlig unabhängig davon, ob wir es für Solarthermie aus Nordafrika oder für Atomkraft oder was auch immer ausgeben. Die Frage ist nur, für welche Energieversorgung geben wir diese 400 Milliarden Euro aus: für erneuerbare Energien - damit lösen wir dann auch das Klimaproblem - oder für irgendwelche anderen Energien. Solarenergie erzeugt Wärme, Wärme ist speicherbar Was antworten Sie Kritikern, die sagen, Europa müsse seinen Strom in Europa erzeugen, die Transportkosten seien zu hoch und man begebe sich in die Abhängigkeit politisch instabiler Staaten? Ich glaube, dass Europa in der Tat die wichtige Aufgabe hat, einen Großteil seiner Energie auf der Basis erneuerbaren Energie selbst zu produzieren. Das ist überhaupt keine Frage, und das sieht das Desertec-Konzept auch vor. Das wird aber nicht reichen. Die Potentiale sind zwar da, aber nicht die Verfügbarkeit. Windenergie gibt es nur, wenn der Wind bläst, und Photovoltaik gibt es nur, wenn die Sonne scheint. Die Solarthermie aber erzeugt zunächst Wärme. Wärme ist speicherbar. Insofern steht Solarthermie als erneuerbare Energie durchgehend zur Verfügung. Nur sind die Bedingungen dafür in Europa nicht so gut. Deswegen gibt es die Idee, mit Hilfe des Desertec-Konzepts Solarenergie aus Nordafrika zu importieren. Das wird einen relativ kleinen Anteil ausmachen, im Bereich von 15 bis 20 Prozent der Energie, die Europa benötigt. Der andere Anteil muss in Europa auf der Basis erneuerbarer Energien erzeugt werden. Ein entwicklungspolitisches Projekt Was haben die Menschen in Nordafrika davon? Werden sie dann auch mit Solarstrom versorgt? Ja, die restlichen 80 Prozent verbleiben in Afrika und fließen dort zur Nutzung in die Stromnetze. Das ist eine sehr stark wachsende Region, deren Bevölkerung im Jahre 2050 etwa so groß sein wird wie die Bevölkerung von Europa, mit vergleichbarem Stromverbrauch. Genau dafür ist dieses Projekt angelegt. Es ist in großen Teilen ein entwicklungspolitisches Projekt: in erster Linie sollen die Länder dort mit erneuerbarem Strom versorgt werden, ein relativ kleiner Anteil soll nach Europa fließen. Die Alternative wäre Atomkraft, aber das wäre keine Lösung für Nordafrika. Gibt es denn schon Anzeichen dafür, dass die Staaten Nordafrikas und der Nahe Osten mitmachen? Ja, allerdings unterschiedlich intensiv. Tunesien, Marokko oder Ägypten sind große Befürworter des Konzepts. Die wollen lieber heute als morgen damit anfangen, sie produzieren auch schon andere erneuerbare Energien, das ist kein Widerspruch. Die Küstenregionen haben in der Regel sehr gute Windstandorte, aber auch dort wird es nicht reichen. Insofern braucht man ergänzend die Solarthermie. Viele Menschen in Nordafrika erkennen, dass sie damit eine Einnahmequelle schaffen, wenn sie kein Öl haben - und wenn sie Öl oder Gas haben, dass das irgendwann mal aufgebraucht ist und dass sie dann die Sonne, die dort in besonderem Maße scheint, exportieren können. Interview: Daniela Levy Redaktion: Klaus Dartmann

    • 04.01.10
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  • Kluge Köpfe - der Physiker Francesco Grilli

    Kluge Köpfe - der Physiker Francesco GrilliLäuft geradeNeue Folge

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Der Italiener Francesco Grilli (34) leitet eine Forschungsgruppe am Karlsruhe Institute of Technology (K.I.T.). Der Physiker hat sich auf Energietechnik spezialisiert, insbesondere auf die Entwicklung neuer Supraleiter. Das sind Materialien, die elektrischen Strom verlustfrei übertragen können und beim Bau der Stromnetze von morgen eine wichtige Rolle spielen werden.

    • 04.01.10
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    • Stimmen: 1
  • Mikroalgen – aus Abgasen Energie gewinnen

    Mikroalgen – aus Abgasen Energie gewinnenLäuft geradeNeue Folge

    Ein Beitrag von Andreas Neuhaus In der Nähe von Aachen steht ein Gewächshaus, in dem keine Pflanzen wachsen, sondern Algen. Forscher nutzen sie, um CO2 aus den Abgasen eines Kohlekraftwerks herauszuholen.Georg Wiechers überwacht die größte Algenversuchsanlage Europas. Sie steht in der Nähe von Aachen. Eine Glashalle, ähnlich wie ein Gewächshaus, darin Algen in langen, lichtdurchlässigen Schläuchen, eine grünlich-trübe Suspension in Salzwasser. Von untern her blubbert Gas durch die Flüssigkeit: Abgas des benachbarten Kohlekraftwerks. Die Algen binden das CO2 aus dem Abgas. Für sie ist CO2 kein Schadstoff, sondern Nahrung. Mit dem Gas gefüttert, wachsen sie zehnmal schneller als im Freiland. Die Versuchsanlage funktioniert Georg Wiechers leitet das Projekt, seit einem Jahr läuft es. Der Stromkonzern RWE ist beteiligt. Der Betreiber des Kohlekraftwerks will herausfinden, wie effektiv das Algenverfahren ist. Wiechers: "Das erste, was wir untersucht haben, war: Ist diese Algentechnologie geeignet, mit Rauchgas aus einem Braunkohlekraftwerk betrieben zu werden? Und es hat sich gezeigt, dass es sehr gut funktioniert.“ Nicht weit entfernt, am Forschungszentrum Jülich, werden die wissenschaftlichen Grundlagen des Projekts erarbeitet. Ulrich Schurr ist Biologe. Er will herausfinden, wann sich das Verfahren wirtschaftlich rechnet. Dazu misst er, wie viel CO2 die Algen aufnehmen, unter welchen Bedingungen sie am besten wachsen und wann sie geerntet werden müssen. "Die Alge ist ja eine Art Wildpflanze, die aus der Natur kommt und nicht dafür optimiert ist, in so einem Schlauch zu wachsen." CO2 wird zum wertvollen Rohstoff Aufgabe der Wisssenschaft ist es nun, für möglichst gute Wachstumsbedingungen zu sorgen: Das richtige Glas für die Scheiben des Gewächshauses ist genauso wichtig wie das Verhältnis von Algen und CO2. Denn das entscheidet über die Qualität der Photosynthese: wenn die Algen das CO2 mit Hilfe von Sonnenlicht in Biomasse umwandeln. Am Ende geht es aber nicht darum, das Kraftwerk komplett CO2-frei zu machen. Denn die Menge der benötigen Algen wäre einfach zu groß. Stattdessen soll der Rohstoff CO2 genutzt werden, statt ihn in die Atmosphäre zu blasen. Aus der Algenmasse lassen sich viele verschiedene Substanzen herstellen, von Baumaterialien über Medikamente und Nahrungsmittel bis hin zu Biokraftstoffen. Autor: Andreas Neuhaus Redaktion: Klaus Dartmann

    • 04.01.10
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    • Stimmen: 1
  • Studiogast: Dr. Jason Dunlop, Evolutionsforscher,

    Studiogast: Dr. Jason Dunlop, Evolutionsforscher, Läuft geradeNeue Folge

    Aus Anlass des Darwin-Jahres hat PROJEKT ZUKUNFT seine Zuschauer aufgefordert, Fotos von ungewöhnlichen, auffälligen oder seltenen Tieren und Pflanzen einzuschicken.DW-TV: Jason Dunlop ist bei uns, er ist Evolutionsforscher vom Naturkundemuseum in Berlin. Herr Dunlop, ist denn die Drossel wichtiger für Darwin gewesen als die berühmten Finken? Jason Dunlop: Ja, das stimmt. Man denkt immer an die Finken, aber es waren die Unterschiede innerhalb der Drosselarten, die Darwin wirklich auf die Idee der Evolutionstheorie gebracht hat. Es gibt schätzungsweise 10 bis 20 Millionen verschiedene Arten Pflanzen und Tiere. Und die Schätzungen gehen wirklich sehr weit auseinander. Ist denn dieses Gebiet der Artenvielfalt gut erforscht, würden Sie sagen? Für manche Gruppen schon, aber für die ganzen wirbellosen Tiere wissen wir überhaupt nicht wieviel Arten es weltweit gibt. Es ist sehr viel mehr zu tun. Gibt es da eine Art zentrale Datenbank, wo dann eingetragen wird was man findet? Für manche Gruppen ja, aber nicht für alle. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, es heißt es sind 34.000. Allerdings, wenn man so viele Arten gar nicht kennt, weiß man doch gar nicht, wer oder was vom Aussterben bedroht ist, oder? Das ist eines der größten Probleme, die wir haben. Bis wir alles ergründet haben, können wir nicht wirklich sagen, welche Arten tatsächlich bedroht sind und welche nicht. Von diesen vielen Millionen Arten die es nun gibt, wollen wir uns ein paar, genaugenommen drei, heute zusammen anschauen. Sie haben uns beim Aussuchen geholfen. Im Darwin-Jahr hatten wir sie gebeten, uns Fotos von erstaunlichen oder besonders schönen Tieren und Pflanzen zu schicken, z.B. eine Spinne. Diese Spinne ist von Elza Ikeid aus Russland. Herr Dunlop, Spinnen sind Ihre Forschungsleidenschaft. Die hier hat ihr Futter gleich mitgebracht. Was gefällt Ihnen an der besonders? Das ist eine sogenannte Röhrenspinne und das Besondere an ihr, ist ihre Farbe. Das ist ein Männchen und die männlichen Spinnen bei dieser Art sehen ganz anders aus als die Weibchen. Die Weibchen sind dreimal so groß wie die Männchen und komplett schwarz. Und jetzt fragt man sich, warum ist das Männchen anders? Und in diesem Fall muss das Männchen aus seiner Röhre herausklettern und Weibchen suchen. Das ist sehr gefährlich und so tarnt sich die Spinne ein bisschen wie ein Marienkäfer. Diese schwarz-rote Farbe ist ein Warnsignal in der Natur und sagt: „Pass auf, ich könnte giftig sein! Bitte friss mich nicht! Bitte fass mich nicht an!" Die meisten Leute haben ja Angst vor Spinnen, oder sie sind ihnen zumindest unangenehm. Spinnen sind aber wichtig für die Natur. Ja, Spinnen haben eine sehr wichtige Rolle, weil sie so viele Insekten fressen. Im Grunde kann man sagen, sie erhalten dieses Gleichgewicht der Insekten, sonst würden wir von Mücken und anderen unangenehmen Tieren geplagt werden. Das wollen wir gar nicht… Wir haben natürlich noch ein Bild. Bild Nummer 2. Das hat uns Wolfgang Proestler von den Philippinen geschickt. Und wir sehen auf diesem Bild Muscheln über Muscheln über Muscheln. Was können die uns über Evolution erzählen? Das ist sehr interessant, weil wir hier sehr verschiedene Arten von Muscheln sehen und man kann ähnliche Funde auch als Fossilien finden. Man kann aufgrund dieser Fossilfunde sagen, wie das Klima damals war. Hat sich das Klima seitdem verändert? War es früher wärmer oder kälter in diesem Gebiet? Und wir haben noch ein schönes Bild. Es sieht sehr sehr niedlich aus, wenn wir es gleich sehen und kommt von einem Zuschauer aus Thailand, Felix Egli. Das Tierchen sieht aus wie eine Raupe mit Kindchenschema. Es stellt sich aber als etwas anderes dar. Was soll das? Warum sieht das so aus? Das ist die Oleanderschwärmerraupe und die ist besonders interessant. Das ist eine Raupe, die versucht wie ein Schlangenkopf auszuschauen. Das ist eine Art Tarnung, die die Raupe hier versucht vorzuspielen: die Augen hier vorn wie eine kleine Schlange. Das soll Vögel und andere Fressfeinde abschrecken. Also ist sie eigentlich so eine Art „Scheinschlange" könnte man sagen. Das waren drei wunderschöne Bilder und als Dankeschön für die Einsender gibt es ein ganz wunderschönes T-Shirt, nämlich dieses hier. Da sind einige Fotos unserer Mitmachaktion drauf zu sehen. Herr Dunlop, das Darwin-Jahr neigt sich langsam dem Ende, was würden Sie sagen, was hat es gebracht? Die Darwin-Lehre erzählt uns, wie die Artenvielfalt weltweit zu Stande gekommen ist. Und weil wir die Artenvielfalt schützen sollen, ist das Darwin-Jahr eine gute Gelegenheit, um an Biodiversität und alles was dazu gehört zu denken. Ja, das werden wir tun. Jason Dunlop, ganz herzlichen Dank für Ihren Besuch! (Interview:Daniela Levy)

    • 28.12.09
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    • Stimmen: 1
  • Weiße Pracht - das Geheimnis der Schneekristalle

    Weiße Pracht - das Geheimnis der SchneekristalleLäuft geradeNeue Folge

    Wissenschaftler in Davos wollen drohende Lawinen frühzeitig erkennen und erforschen deshalb die Eigenschaften von Schneekristallen. In großen Tiefkühlräumen produzieren sie künstlichen Schnee, der natürlichem sehr ähnlich ist.Form und Zustand der Kristalle hängen stark von den Umgebungsbedingungen ab. Sie ändern sich, wenn der Schnee länger liegt, und entscheiden darüber, wann aus der Schneedecke eine Lawine wird. Eine wichtige Forschung für die Arbeit der Lawinenwarndienste – und ein faszinierender Einblick in die Welt der Schneekristalle.

    • 21.12.09
    • Kommentare: 2
    • Stimmen: 3
  • Alles unter Kontrolle - Stressmessung für Katastro

    Alles unter Kontrolle - Stressmessung für KatastroLäuft geradeNeue Folge

    Berliner Wissenschaftler haben ein mobiles Labor entwickelt, mit dem sie Helfer in Katastrophensituationen medizinisch überwachen können.Eingesetzt werden soll es, wenn Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Organisationen in hohen Stress geraten können, zum Beispiel bei Brandbekämpfung, Hochwasserkatastrophen oder in anderen brenzligen Situationen. Zahlreiche Sensoren messen Herzschlag, Blutdruck oder die Temperatur der inneren Organe und warnen, wann der Retter an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stößt.

    • 21.12.09
    • Kommentare: 0
    • Stimmen: 1
  • Studiogast: Dr. Andreas Gies, Umweltbundesamt, Abt

    Studiogast: Dr. Andreas Gies, Umweltbundesamt, AbtLäuft geradeNeue Folge

    "Wir finden in Deutschland ein Absinken der Spermienqualität in den letzen zwanzig Jahren um circa zwei Drittel. Also heute hat ein Mann in Deutschland nur noch die Spermien zu einem Drittel, die ein Mann vor zwanzig Jahren hatte."DW-TV: Es gibt jede Menge Wirkungen von Umwelthormonen auf Tiere. Aber wir wollen natürlich wissen, welche Wirkungen haben sie auf uns Menschen. Haben sie da mittlerweile Hinweise – was die bewirken können? Andreas Gies: Wir haben eine Reihe von Hinweisen. Wir haben diese Hinweise aus den Tierversuchen zum Beispiel. Wir wissen, dass Umwelthormone in Tierversuchen dazu führen können, dass die Spermienqualität der Tiere absinkt und wir finden das Gleiche heute beim Menschen. Wir finden in Deutschland ein Absinken der Spermienqualität in den letzen zwanzig Jahren um circa zwei Drittel. Also heute hat ein Mann in Deutschland nur noch die Spermien zu einem Drittel, die ein Mann vor zwanzig Jahren hatte. Ja, aber können sie dann tatsächlich sagen, dass das an diesen Umwelthormonen liegt. Das kann doch viel Gründe haben... Es kann viele Gründe haben. Es ist aber auf jeden Fall einer der Risikofaktoren. Wir können es nicht mit Sicherheit beweisen. Dazu müssten wir Menschenversuche machen, das können und wollen wir nicht. Aber wir wissen, wir haben Hinweise aus Tierversuchen und wir finden dasselbe in der Bevölkerung und das gibt uns Anlass, doch besorgt zu sein. Hormone spielen immer auch eine Rolle bei der Krebsentwicklung. Vermuten sie auch da, dass die Umwelthormone Einfluss nehmen könnten? Gerade die Krebsarten, die hormonell abhängig sind, steigen in Deutschland dramatisch, sehr viel stärker als das gesamte Krebsgeschehen. Dazu gehört zum Beispiel: Die Tumore der Hoden, die ja sehr früh beim Menschen eintreten - im Alter von achtzehn, zwanzig Jahren, dazu gehört der Brustkrebs, dazu gehört auch der Prostatakrebs. Da haben wir ein ganz dramatisches Geschehen. Und wir gehen wir gehen vom Tierversuch davon aus, dass Umwelthormone, auch einer der Risikofaktoren, neben anderen in diesem komplexen Geschehen sind, die zum Ansteigen dieser Krebsarten führt. Wenn man die Konzentrationen vergleicht, Konzentration der Umwelthormone und die Konzentration der Hormone in unserem Körper, dann sieht man doch, dass wir schon sehr viel mehr und in viel größeren Dosen Hormone in uns tragen. Also wie kann da trotzdem ein so entscheidender Einfluss stattfinden? Ja, wir haben das an Kindern untersucht und gefunden, dass zum Beispiel Weichmacher, die hormonell wirksam sind, Phtalate, bei ungefähr der Hälfte der Kinder in Konzentrationen im Körper sind, die besorgniserregend sind. Dies erfordert ganz sicherlich, dass wir hier in dieses Geschehen und auch in die Belastung eingreifen. Gerade bei den Phtalaten hat man es ja geschafft sie zum Teil auch zu verbieten. In wieweit müsste man das noch vorantreiben? Also, könnte man nicht dafür sorgen, dass die komplett aus der Produktion herausgehalten werden und sie eben nicht am Ende bei unseren Kindern im Spielzeug auftauchen? Wir haben die Phtalate mit der Europäischen Union zusammen verboten - im Kinderspielzeug sollten sie nicht mehr vorkommen. Und wir sind auf dem gutem Weg mit dem neuem Chemikalienrecht in der EU, diese Weichmacher auch unter einen Vorbehalt der Erlaubnis zu stellen. Also, dass sie nur für die Sachen angewendet werden können, wo wir eine Gefährdung des Menschen ausschließen können. Wie ist es mit den anderen Stoffen? Viele Hormone kommen ja Beispielsweise auch über die Anti-Baby-Pille in das Wasser und dann wiederum in andere Menschen. Die ist schon sehr niedrig dosiert. Könnte man da noch etwas machen? Wir finden im Trinkwasser sehr wenig von dieser Anti-Baby-Pille. Wir haben die Hormone der Anti-Baby-Pille als Problem in den Oberflächengewässern. Da müssen wir sicherlich schauen, dass wir die Klärwerke so optimieren, dass diese Stoffe zunehmend aus den Oberflächengewässern herauskommen. Interview: Ingolf Baur

    • 14.12.09
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    • Stimmen: 1
  • Prof. Isabella Heuser, Charité Berlin, Direktorin

    Prof. Isabella Heuser, Charité Berlin, Direktorin Läuft geradeNeue Folge

    "Sie werden ja nicht durch diese Pillen klüger, kreativer oder sonst was. Sie können länger lernen. Wo ist das Problem, wenn sie sich mehr Stoff aneignen können, den sie dann auch zum Beispiel in Prüfungen, für die Sie gelernt haben, tatsächlich mehr Stoff parat haben? Wo kann man das schlecht finden?"DW-TV: Nun, wenn eines Tages mal die Nebenwirkungen im Griff sind, wenn man solche Pillen bekommen kann, ohne dass wir deswegen umkippen, dass uns schlecht wird und so weiter, dann wird doch die Verbreitung dieser Pillen rasant zunehmen. Wie schätzen sie diese Entwicklung ein? Isabella Heuser: Ja, selbstverständlich wird dann die Verbreitung rasant zunehmen. Ich wüsste nicht, wer es dann nicht nehmen würde, der mit dem Kopf arbeitet. Was halten sie davon? Wenn es keine Nebenwirkung gibt, habe ich da nichts dagegen. Da müsste man vielleicht an Universitäten auch so eine Art Dopingtest erst mal … Isabella Heuser: Nein, warum denn? Sie werden ja nicht durch diese Pillen klüger, kreativer oder sonst was. Sie können länger lernen. Wo ist das Problem, wenn sie sich mehr Stoff aneignen können, den sie dann auch in, zum Beispiel Prüfungen, aber auch wenn sie dann arbeiten in diesem Gebiet, für dass sie gelernt haben, tatsächlich mehr Stoff parat haben? Wo kann man das schlecht finden? Ein bisschen ungutes Gefühl habe ich dabei, weil es so viel Chemie ist und pharmakologische Substanzen sind. Ja, alles ist Chemie, was wir letztendlich in unseren Mund stecken. Auch Biogemüse ist Chemie, wird niedergebrochen in chemische Moleküle. Also, das ist meiner Ansicht nach kein wirklich greifendes Argument. Wenn sie natürlich sagen, das ist doch irgendwie widernatürlich, weil ich alles so aus mir heraus schaffen muss. Meine eigene Kraft muss dafür reichen. Dann kann ich nur sagen, wir Menschen leben jetzt schon in einer unglaublich widernatürlichen Welt: Wir machen abends das Licht an, wenn es dunkel wird, wir heizen, wenn es draußen kalt ist. Wir leben sowieso mit den ganzen Hilfsmitteln, die wir selbst erfunden haben. Aber zumindest haben wir allen einen ähnlichen Zugang, darauf. Dann müsste man wenigsten sagen, dann wir geben diese Pillen frei und jeder darf Zugang darauf haben, weil sonst ist natürlich die Chancengleichheit nicht mehr gegeben. Absolut. Also, das sind die zwei Probleme. Das ist sozusagen die Verteilungsgerechtigkeit und wer dafür bezahlt, ja? Und das zweite Problem, was ich fast noch größer ansehe, ist, dass es auch so etwas wie einen Zwang geben könnte, der subtil ausgeübt wird, von z.B. Arbeitgebern, aber auch von, weiß ich nicht, von… Versicherungen vielleicht? Professoren, Versicherungen, dass Menschen eben leistungsfähiger werden. Das heißt, so in dem Sinne, du bist ein bisschen blöd, aber warum tust du denn auch nichts dagegen. Es gibt doch Möglichkeiten. Genau. Ganz genau. Und das darf nicht passieren. Das Menschenbild, das dahinter steckt, finde ich ja etwas merkwürdig. Weil eigentlich steckt dahinter ja zu sagen, wir müssen immer schneller werden, immer besser, immer leistungsfähiger. Irritiert sie das nicht? Nein, das irritiert mich nicht. Weil, wenn sie in die Menschheitsgeschichte zurückblicken - die letzten zweitausend Jahre, wo wir wissen - war der Mensch immer darauf bedacht sich zu verbessern. Immer. Immer. Das scheint ein ganz tief sitzendes Bedürfnis des Menschen zu sein – besser zu werden. Und stattdessen einfach vielleicht mal eine Pause zu machen, um wieder besser zu werden? Ja. Selbstverständlich, wenn sie es übertreiben, das geht gar nicht, sie brauchen natürlich diesen Abschwung auch. Interview: Ingolf Baur

    • 07.12.09
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    • Stimmen: 1
  • Im Gespräch: Prof. Wolfgang Sachs, Leiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie.

    Im Gespräch: Prof. Wolfgang Sachs, Leiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie.Läuft geradeNeue Folge

    "Wir müssen auf regenerative Energien umsteigen - da gibt es gar keine andere Wahl."DW-TV: Bei uns im Studio begrüße ich Herrn Professor Wolfgang Sachs vom Wuppertal Institut. Achtzig Prozent höhere Energie-Effizienz bei einem LKW-Dieselmotor. Das klingt supertoll. Aber: machen wir damit nicht eigentlich ein System, was prinzipiell schlecht ist, nur ein bisschen besser? Denn nachhaltig ist es natürlich immer noch nicht. Wolfgang Sachs: Ja, im Prinzip ist das schon richtig. Es ist ziemlich irrational, höchst effizient in die falsche Richtung zu laufen. Insofern, bei dem Truck ist die Frage dann wieder wichtig: Wie viele Lastwägen brauchen wir eigentlich? Wie viel Transport werden wir haben? Aber dennoch: Man kann ja auch diese Frage abkoppeln. Und sich überlegen: Wie sehen die einzelnen Stationen aus? Welches ist die Effizienz eines solchen Lastwagens? Und natürlich ist es vernünftig, durch die Bank den Energiebedarf herunterzubringen. Aber es könnte natürlich auch sein, dass wir uns einen Umbau zu regenerativen Energien und zu einer ganz neuen Form des Wirtschaftens, damit verbauen. Nur, wenn man das ins Extrem zieht. Denn auch die erneuerbaren Energien brauchen als erstes ein Absenken des Energiebedarfs. Und natürlich ist es vernünftig, auf der einen Seite Energie und Material zu sparen. Und auf der anderen Seite Abfall wieder zur neuen Nahrung zu machen. Also, den Abfall wiederum als Rohstoff für einen neuen Prozess zu nutzen. Nun sind wir ja eigentlich schon die ganze Zeit dabei, Energie zu sparen. Unsere Gerätschaften, zum Beispiel Kühlschränke, effizienter zu machen. Trotzdem steigt der Gesamtenergiebedarf an. Wie kommt das? Sehr richtig. Wissenschaftler nennen das den „Rebound-Effekt“. Dieser hat grundsätzlich zwei Elemente. Zum einen: in den vergangenen zwanzig Jahren ist etwa beim Auto die spezifische Effizienz, also der Treibstoff, den ein Auto verbraucht, ziemlich heruntergegangen. Trotzdem hat sich das Problem nicht geändert, weil wir mehr Autos haben und vor allen Dingen schnellere und schwerere Autos. Dieser Wachstumseffekt hat den Effizienzeffekt wieder aufgefressen. Das ist ganz deutlich ein Rebound-Effekt. Das heißt, Effizienz wird wieder umtransformiert in eine neue Expansion. Und darin liegt auch ein Problem. Das sind die Grenzen einer Effizienz-Strategie. Wie realistisch ist denn ein Umstieg auf eine regenerativere Energieversorgung? Wie schnell könnten wir da überhaupt hingelangen? Ach, wissen sie, der Realismus stellt sich gar nicht. Wir müssen es tun. Da gibt es gar keine andere Wahl. Und drüber sind sich auch viele Leute einig, dass es die große Herausforderung dieses Jahrhunderts ist, die Ressourcenbasis zu wechseln. Von fossilen Energien zu solaren Energien. Aber da sprechen dann alle meist von der fernen Zukunft, wie aber packt man es ganz konkret an? Gibt es da Beispiele von Kommunen, von Ländern, die da gut vorangehen? Jede Menge. Deutschland hat ja bekanntlich in den letzten Jahren vor allem in Wind und Biogasen ziemliche Expansionen gemacht. Und man muss nur herumgucken. Man sieht, was alles sprießt und sich dreht. Dazu kommt, dass eine ganze Reihe Kommunen anfangen sich so zu organisieren, dass sie in den nächsten fünfzehn Jahren zu hundert Prozent erneuerbar werden. Eine Stadt wie München plant, in den nächsten zwei Jahrzehnten CO2-neutral zu werden. Sie plant es aber nur. Na gut. Das ist ja die Voraussetzung, um einigermaßen diesen Pfad dann gehen zu können. Werden dann fossile Kraftwerke, wie wir sie heute benutzen, noch Teil des Systems sein? Für eine gewissen Zeit, ja. Für einige Jahrzehnte. Allerdings mit einer sehr abnehmenden Bedeutung und vor allen Dingen wird es wichtig sein, Gaskraftwerke zu haben und zweitens Kraftwerke, die Abwärme nutzen. Das heißt, die nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch Wärme produzieren. Erst dann wird der Prozess effizient. Ganz kurz zu Kopenhagen: Können wir es uns leisten, dass diese Verhandlungen scheitern? Eigentlich nicht. Denn jeder Monat, jedes Jahr, das verloren geht, wird uns in der relativ nahen Zukunft sehr viel mehr in die Klemme treiben. Auf der anderen Seite muss man nicht in zu viele Tränen ausbrechen. Denn Kopenhagen ist ja auch ein künstlicher Termin. Das kann auch im nächsten Jahr passieren - die völkerrechtliche Verständigung. Interview: Ingolf Baur

    • 30.11.09
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  • Kluge Köpfe - der Paläontologe Krister T. Smith

    Kluge Köpfe - der Paläontologe Krister T. SmithLäuft geradeNeue Folge

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Von Hannah Holunder. Krister T. Smith ist 33 Jahre alt und in Kalifornien aufgewachsen. Als Austauschstudent kam er nach Deutschland, jetzt arbeitet er hier als Postdoc, am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt/Main. Doch der wirkliche Ort für seine Forschung ist ein ehemaliger Tagebau: die Grube Messel, eine wahre Fundgrube für versteinerte Reste urzeitlicher Lebewesen. Vor allem Reptilien sind es, die dem Forscher helfen sollen, Fragen zur Evolution und zur Klimageschichte zu beantworten.

    • 24.11.09
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  • Kluge Köpfe - der Chemiker Emad Aziz Bekhit

    Kluge Köpfe - der Chemiker Emad Aziz BekhitLäuft geradeNeue Folge

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs-wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Der Ägypter Emad Aziz Bekhit forscht in Berlin am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie. Seine Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhalten von Atomen und Molekülen in wasserhaltigen Flüssigkeiten. Das ist Grundlagenforschung, deren Erkenntnisse für viele Zwecke nutzbar sein können, etwa in der Pharmazie oder bei der Entwicklung von Solarzellen. Seit 10 Jahren lebt er in Berlin.

    • 29.10.09
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    • Stimmen: 2
  • Neue Ansätze gegen Zivilisationskrankheiten

    Neue Ansätze gegen ZivilisationskrankheitenLäuft geradeNeue Folge

    Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck greifen immer stärker um sich. Neue Wege in der Medizin und der Vorbeugung können dagegen helfen, sagt der ehemalige Leiter der Charite, Detlev Ganten, im Gespräch mit DW-TV.DW-TV: Wir wissen, dass die Zahlen beim Bluthochdruck gewaltig ansteigen. Weltweit leiden rund eine Milliarde Menschen an Bluthochdruck. Ist ein Schrittmacher ein Weg um all diesen Leuten zu helfen? Detlev Ganten: Wir können natürlich nicht eine Milliarde Menschen mit diesen hochtechnisierten Geräten versorgen. Aber es ist eine sehr wirksame Methode. Normalerweise müssen wir Bluthochdruck natürlich nicht in der Klinik behandeln, sondern zu Hause. Entweder mit den Medikamenten, oder noch besser, ohne Medikamente durch Vorbeugemaßnahmen, wie z.B. Körpergewicht kontrollieren, mehr Sport machen, weniger Salz essen, nicht rauchen und vieles andere mehr. Was läuft denn eigentlich schief in unserer Welt, dass mittlerweile tatsächlich so viele mit dem Bluthochdruck zu kämpfen haben? Ja, was läuft schief? Unser Körper entsteht ja nicht, wenn er geboren wird. Sondern die Biologie des Körpers ist so alt wie das Leben an sich: 3,5 Milliarden Jahre tragen wir in unserem Erbgut mit - das Erbe des Lebens, der Lebensentstehung. Und die Biologie hat sich nicht so schnell weiterentwickelt, wie unsere zivilisatorischen, kulturellen Lebensumstände. Daraus entstehen die Zivilisationskrankheiten, das heißt die Diskrepanz zwischen dem Auseinanderentwickeln von Biologie auf der einen Seite und der Umgebung, in der wir leben, auf der anderen Seite. Bluthochdruck ist eine solche Zivilisationskrankheit. Zu wenig Bewegung Das heißt, wir sitzen heute einfach zu viel in unseren Büros und gehen zu wenig auf die Jagd, bewegen uns zu wenig und haben vielleicht auch bei der Ernährung einiges falsch gemacht… ... ja, ich pflege immer zu sagen, der Mensch lief – als er zum Menschen, zum Homo Sapiens wurde, sich aus der Savanne in Afrika weiterentwickelte zum Kulturwesen – zunächst vor den großen Tieren weg und hinter den kleinen Tieren her, um seine Ernährung sicherzustellen. Und das machen wir nicht mehr. Wir gehen heute irgendwo hin und kaufen etwas. Und wir kaufen Zuckerbomben und wir trinken zu süße Getränke. Wir bewegen uns nicht genug. Und in der Tat, das bekommt unserem Kreislaufsystem nicht gut. In der vergangenen Woche fand der Weltgesundheitsgipfel in Berlin statt. Sie sind der Präsident, es waren viele hochrangige Wissenschaftler dabei. Generell ging es eher um globale Gesundheit. Aber auch die individualisierte Medizin war dort Thema. Gibt es da eine Verbindung und vielleicht die Hoffnung, dass man auch Bluthochdruck mit Hilfe der individualisierten Medizin besser behandeln kann? Ja, die Genomforschung macht natürlich Riesenfortschritte, das war auch ein Thema. Wir können in Zukunft das menschliche Genom für 1000 Euro wahrscheinlich für den einzelnen Patienten sequenzieren. Daraus werden sich wichtige Hinweise ergeben für genetische Risikofaktoren und natürlich dann auch für eine individualisierte, personalisierte Medizin. Neue Medikamente können möglicherweise entwickelt werden. Entscheidend ist aber bei der personalisierten Medizin nicht nur die Hochtechnisierung, sondern auch die persönliche Verantwortung. Wenn wir eigene Risiken kennen, dann können wir uns auch sehr spezifisch natürlich darauf einstellen und selbst verantwortlich für die eigene Gesundheit sorgen. Das ist genauso wichtig, wie der medizinische Eingriff. Bessere Vorbeugung durch Individualmedizin Wobei individualisierte Medizin ansonsten heißt, dass man aufgrund des eigenen Genprofils vielleicht eher entscheiden kann, welche Medikamente besser wirken? Sie können aufgrund des Genprofils bei Bluthochdruck, aber bei vielen anderen Krankheiten auch, bei Krebs zum Beispiel, ganz spezifische Medikamente auswählen, die dann auch wirken. Und in der Dosierung dann auch die richtige Wahl darstellen. Wird man eines Tages vielleicht dazu kommen, dass man direkt nach der Geburt einen kompletten Gencheck macht, um alle Anlagen auszuloten, die vorliegen und dann entsprechend zu leben? Es wird technisch möglich sein, aber da muss man, wie bei der anderen Apparate– und Labormedizin, natürlich darauf achten, dass kein Missbrauch betrieben wird, dass es in den richtigen Händen bleibt. Und das ärztliche Gespräch bleibt immer unersetzbar. Interview: Ingolf BauerRedaktion: Ranty Islam

    • 29.10.09
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  • Im Gespräch: Dr. Gabriele Schönherr, Astrophysiker

    Im Gespräch: Dr. Gabriele Schönherr, AstrophysikerLäuft geradeNeue Folge

    "Das Universum können wir nur in seiner Gesamtheit verstehen" Warum ist es gut, Geld in Weltraumforschung zu stecken und neue, riesige Teleskope zu bauen? - Über den Nutzen der Astronomie ein Gespräch mit Dr. Gabriele Schönherr, Astronomin am Astrophysikalischen Institut Potsdam DW-World.de: Glauben Sie, dass das geplante europäische Extremely Large Telescope ELT Revolutionäres entdecken wird - eine zweite Erde oder gar Leben? Gabriele Schönherr: Auf jeden Fall, denn ELT versucht, fundamentale Fragen der Astronomie, wenn nicht gar der Menschheit, zu enträtseln: Woher kommen wir? Woher kommt das Universum? Wohin gehen wir hin? Und sind wir allein in der Welt? Sie glauben, dass wir wahrscheinlich nicht allein sind? Warum nicht? Man hat ja schon sehr viele Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, die waren nur nie so richtig als zweite Erde geeignet. Mit ELT nutzt man jetzt eine ganz neue Technik, eine Nobelpreistechnik von 2005 aus der Quantenoptik: Damit können wir plötzlich ganz kleine Sternenbewegungen aufspüren, die quasi durch den Schubs eines erdähnlichen Planeten entstehen. Das wird die Anzahl an Kandidaten enorm erhöhen. Ein Röntgenteleskop sieht andere Dinge Warum braucht man neue Teleskope auf der Erde? Warum nehmen wir z.B. nicht das Weltraumteleskop Hubble und bauen diese Technik weiter aus? Hier auf der Erde müssen wir ja durch eine Atmosphäre schauen, das müssen wir mit einem Weltraumteleskop nicht. Sie haben ein Problem im Weltraum: Sie können keine schweren Dinge hochbringen, und deshalb sind Sie in der Spiegelgröße limitiert. Der Durchmesser des Hubble-Spiegels beträgt 2,5 m, der des ELT-Spiegels 42 m. Sie erforschen Sterne mit dem Röntgenteleskop. Was sehen Sie anderes als wir, wenn wir in den Sternhimmel schauen? Der Himmel sieht in jedem Spektrum anders aus. Das ist ein bisschen so, wie wenn der Arzt von einem Patienten ein Röntgenbild machen will und der dann sagt: Nehmen Sie doch das Bild von meinem Kopf, das ich mit meiner Videokamera gemacht habe, das sieht schöner aus. - Mit einem Röntgenteleskop sehen Sie auch andere Dinge. Ich will z.B. Neutronensterne sehen, die leuchten im Röntgenbereich. Was interessiert Sie daran? Neutronensterne sind extreme Objekte. Sie sind sehr kompakt und haben eine gewaltige Anziehungskraft, fast so stark wie ein Schwarzes Loch. Schwarze Löcher sehen Sie gar nicht mehr, Photonen entkommen Ihnen nicht. Das Licht von Neutronensternen sehen wir gerade noch. Und mit diesem Licht können wir eine ganz extreme Physik untersuchen. Was macht der Neutronenstern? Was bringt es uns, zu wissen, was in einem Neutronenstern geschieht? Das Universum können wir nur in seiner Gesamtheit verstehen. Wir müssen verstehen, wie die Sterne entstehen, wie sie sich entwickeln und wie sie vergehen. Es mag uns vielleicht nicht jeden Tag interessieren, was Neutronenstern A oder B macht. Aber wenn Sie zu den tieferen Fragen vorstoßen wollen, dann brauchen Sie ein gesamtheitliches Verständnis. Wenn wir die Astronomie weltweit vergleichen - wie steht Europa da? Europa steht sehr gut da. Mit dem Very Large Telescope betreibt die Europäische Südsternwarte ESO das zur Zeit leistungsfähigste Teleskop der Welt. Und wenn das ELT kommt, dann haben wir auch den größten Spiegel, mit 42 m. Die Amerikaner planen gerade mal ein 30-m-Teleskop.

    • 23.10.09
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  • Galileos Enkel - kühne Pläne für die Teleskope von

    Galileos Enkel - kühne Pläne für die Teleskope vonLäuft geradeNeue Folge

    Ein Film von Andreas Neuhaus Europäische Forscher entwickeln das Extremely Large Telescope. 2017 soll es in Betrieb gehen und 100mal empfindlicher sein als heutige Teleskope. Doch das ist nicht das Ende der Entwicklung. Sein Spiegel soll 42 m Durchmesser haben und einen ganz neuen Blick ins Universum liefern: das European Extremely Large Telescope (EELT), ein Projekt der Europäischen Südsternwarte ESO. Matthias Steinmetz, Wissenschaftler am Astrophysikalischen Institut Potsdam, ist einer der Teleskop-Entwickler. Als Sternenforscher hat er eine klare Vorstellung vom EELT: Es muss möglichst groß sein. "Je mehr Licht man sammeln kann, desto schwächere Objekte kann man sehen und desto tiefer kann man ins Universum hineinschauen.“ Formbar wie eine Gummilinse Mit dem EELT werden die Forscher dazu den gesamten Bereich des sichtbaren Lichtes und einen Teil der unsichtbaren Infrarot-Strahlung ausnutzen können - also alle Strahlung, die durch die Atmosphäre zur Erde gelangt. Allerdings besteht ein Problem: Bei seinem Weg durch die Luft- und Wasserdampfhülle der Erde wird das Licht abgelenkt, die Bilder aus dem Weltall werden unscharf. Die Lösung dafür hat ein Forscherteam um Markus Kissler-Patig gefunden: die sogenannte adaptive Optik. Der Astronom bei der Europäischen Südsternwarte ESO lenkt das Licht vom großen Teleskopspiegel auf einen zweiten, kleineren Spiegel. Und dieser Spiegel ist nicht glatt, sondern verformbar wie eine Gummilinse. Stürmischer Standort Hundert Mal pro Sekunde wird seine Form durch eine entsprechende Mechanik verändert, ein Computer berechnet, wie die Verformung genau aussehen muss. Das Ergebnis: die verzerrten Bilder sind wieder entzerrt. Kissler-Patig: "Ein Bild, das sonst wie ein Fladen aussehen würde, ist dann gestochen scharf.“ Eine besondere technische Herausforderung ist das Gießen des Spiegels. Einen Durchmesser von 8 Metern können die Hersteller noch bewältigen. Aber bei 42 Metern ist das unmöglich. Deshalb wird der Hauptspiegel des EELT in 984 kleine Spiegel aufgeteilt. Und jeder Teilspiegel ist einzeln justierbar. Die Konstrukteure müssen auch darauf achten, dass das Teleskop erdbebenfest und sturmsicher gebaut wird. Denn einer der möglichen Standorte ist die oft stürmische Hochebene Chajnantor in Chile. Hier baut die ESO bereits an einer anderen Teleskopanlage: ALMA soll aus 64 Radio-Antennen bestehen und das Universum im Radiowellenbereich durchleuchten. Suche nach Leben im All Von ALMA und EELT zusammen versprechen sich die Astronomen dann fundamentale Erkenntnisse. Kissler-Patig: "Sind wir alleine? Gibt es noch Leben außerhalb unseres Sonnensystems und unserer Erde? Das ist eine der Hauptfragen, die wir beantworten wollen.“ Und das lassen sich die Europäer auch einiges kosten: Entwicklung, Bau und Betrieb des EELT werden 800 Millionen Euro verschlingen. Dafür bekommen sie dann aber auch ein Instrument, von dem Galileo Galilei wohl nur träumen konnte, vor 400 Jahren, als er zum ersten Mal durch ein Fernrohr blickte.

    • 23.10.09
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  • Kluge Köpfe: die Geologin Yamirka Rojas-Agramonte

    Kluge Köpfe: die Geologin Yamirka Rojas-AgramonteLäuft geradeNeue Folge

    Ein Film von Andreas Neuhaus Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs­wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Die Kubanerin Yamirka Rojas-Agramonte forscht an der Universität Mainz. Die Frage, die sie beschäftigt: Wie sind Kuba und die anderen karibischen Inseln entstanden? Und welche Rolle haben dabei die verschiedenen Kontinentalplatten gespielt? In ihrer Heimat, so sagt sie, steckt diese Forschung noch in den Anfängen. Ihre Forschungsergebnisse könnten in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen, weil sie die Suche nach Bodenschätzen erleichtern.

    • 23.10.09
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  • CERN - die Reise zum Anfang der Welt

    CERN - die Reise zum Anfang der WeltLäuft geradeNeue Folge

    Der Countdown läuft: Mitte November soll in Genf endlich der größte Teilchenbeschleuniger der Welt in Betrieb gehen. Nach einem Fehlstart im vergangenen Jahr hoffen die Forscher nun auf spektakuläre Ergebnisse. Ein Film von Cornelia BorrmannEin ringförmiger Tunnel, 27 Kilometer Umfang, 100 Meter tief unter der Erdoberfläche: Das ist das Herzstück des Teilchenbeschleunigers LHC. Wer ihn mit dem Fahrrad abfahren will, braucht eine Stunde. In Zukunft sollen hier die Kerne von Wasserstoff- und Bleiatomen kreisen, mit Höchstgeschwindigkeit, fast so schnell wie das Licht - 300.000 Kilometer in der Sekunde. Kollision im Feuerball Das geschieht in zwei Vakuum-Röhren, in denen sich die Atome in entgegengesetzter Richtung bewegen - bis zu dem Moment, auf den die Forscher so gespannt warten: Dann werden die Atomkerne mit voller Wucht aufeinanderprallen, es entsteht ein winziger, extrem heißer Feuerball, und die Atome zerbrechen in ihre Bestandteile. Vier Nachweisgeräte, die Detektoren, sollen dann die Eigenschaften der entstandenen Teilchen registrieren, z.B. Flugbahn und Energie. Zahlreiche Elektromagnete werden dafür sorgen, dass die Atomkerne auf ihrer Kreisbahn bleiben. Würden sie mit der Wand zusammenstoßen, wären die Folgen fatal: Die Forschungsmaschine würde zerstört. Explosion in der Kälte Um die Magnetfelder zu erzeugen, müssen die Elektromagneten tiefgekühlt werden, auf minus 269 Grad Celsius, kurz vor dem absoluten Nullpunkt. Das geschieht mit flüssigem Helium. Rund hundert Tonnen werden davon benötigt, niemand hat je mit so riesigen Mengen hantiert. Die Helium-Kühlung war es denn auch, die am 19. September 2008 zum Desaster führte: Eine defekte elektrische Kabelverbindung im Teilchenbeschleuniger erwärmte sich, und zwei Tonnen flüssiges Helium verdampften schlagartig. Die entstehende Druckwelle zerstörte zahlreiche Magnete und riss sie aus der Verankerung. Seitdem wird die Forschungsmaschine repariert. Existiert das Higgs-Teilchen? Das LHC-Projekt dient vor allem einem Zweck: das "Higgs-Teilchen" zu finden, benannt nach dem schottischen Physiker Peter Higgs, der es 1964 beschrieben hat. Nach seinen Vorstellungen ist das Higgs-Teilchen die Ursache dafür, dass alle Materieteilchen auch eine Masse besitzen. Bisher existiert es nur in der Theorie. Die Forscher am CERN wollen es nun endlich finden. Autorin: Cornelia Borrmann Redaktion: Klaus Dartmann

    • 19.10.09
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  • Vom Teilchenbeschleuniger zum Medizingerät

    Vom Teilchenbeschleuniger zum MedizingerätLäuft geradeNeue Folge

    Es soll zum Fortschritt in der Krebsmedizin beitragen: ein neues, hochauflösendes Diagnosegerät zur Erkennung von Brustkrebs. Kern ist eine kleine Messsonde, die für den Beschleuniger in Genf entwickelt wurde. Ein Film von Kari Hauschke und Sascha QuaiserAm portugiesischen Krebsforschungszentrum in Porto wird der "Positronen-Emissions-Mammograph" (PEM) im praktischen Einsatz getestet. Er soll Brustkrebs besser erkennen können als seine Vorläufermodelle. Ein portugiesisches Konsortium hat ihn entwickelt. Selbst ein bis zwei Millimeter kleine Tumore würden noch entdeckt, erklärt der Leiter des Entwicklerteams. Und ausserdem koste das Gerät weniger als die bisherigen Geräte. Der neue PEM ist ein Beispiel für die Anwendung von Ergebnissen der Grundlagenforschung am CERN.

    • 19.10.09
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  • Forscheralltag am CERN: Die Physikerin Monica Pepe

    Forscheralltag am CERN: Die Physikerin Monica PepeLäuft geradeNeue Folge

    Tausende Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten am CERN. Die Italienerin Monica Pepe Altarelli ist eine von ihnen. Sie leitet eine Arbeitsgruppe beim LHCb-Experiment, mit dem die Forscher herausfinden wollen, warum das Universum hauptsächlich aus Materie und nicht aus Antimaterie besteht. Ein Film von Kari Hauschke. Was treibt die Experimentalphysikerin, die zunächst Architektin werden wollte, an? Wie sieht der Arbeitsalltag am CERN aus? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Forschern aus aller Herren Länder?

    • 19.10.09
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  • Krebsforschung - das Geheimnis der Unsterblichkeit

    Krebsforschung - das Geheimnis der UnsterblichkeitLäuft geradeNeue Folge

    Warum leben Krebszellen scheinbar ewig, und warum sterben andere Körperzellen nach einer gewissen Zeit ab? Fragen, denen die Molekularbiologin Maria Blasco am Spanischen Krebsforschungszentrum in Madrid nachgeht. Von Axel WagnerDie Antwort hat sie in den Chromosomen der Zellen gefunden. Deren Endstücke entscheiden darüber, wie alt eine Zelle werden kann. Diese Erkenntnis könnten einmal helfen, neue Krebsmedikamente zu entwickeln und vielleicht auch das Lebensalter von Zelle und Mensch zu verlängern.

    • 19.10.09
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  • Studiogast: Prof. Sarah Spiekermann, Wirtschaftsin

    Studiogast: Prof. Sarah Spiekermann, WirtschaftsinLäuft geradeNeue Folge

    Sarah Spiekermann, Wirtschaftsinformatikerin an der Wirtschaftsuniversität in Wien, beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. "Wir müssen uns heute schon darum bemühen, dass Menschen immer die letzte Kontrolle im Umgang mit der Maschine haben. Das heißt, der berühmte rote Aus-Knopf muss bei der Konstruktion immer berücksichtigt werden."DW-TV: Forschern ist es gelungen, lernende Roboter zu entwickeln, indem sie den Erfolgreichen erlaubt haben, ihre Programme an andere Roboter weiterzugeben. Man bemüht also ein natürliches Prinzip, nämlich die Evolution, um schneller zu Programmierergebnissen zu kommen. Ist das ein Trend? Sarah Spiekermann: Ich denke schon, dass es ein Trend ist, selbstlernende Maschinen zu entwickeln. Diese Maschinen reagieren intuitiver und manchmal sogar schneller und besser, als wenn Menschen mühsam die einzelnen Schritte programmieren. DW-TV: Das heißt, die Natur programmiert besser. Aber man weiß doch gar nicht so genau, was dabei eigentlich passiert. Sarah Spiekermann: Richtig. Der Nachteil ist, dass es schwer nachvollziehbar wird, warum eine Maschine so oder so agiert oder reagiert. Das ist insbesondere in der Interaktion zwischen dem Menschen und der Maschine problematisch. Hier muss man genau wissen, wie sich der Roboter, der intelligente Kühlschrank oder andere Objekte gegenüber dem Menschen verhalten werden. Wenn man das nicht genau weiß, wer kann dann für die Folgen einstehen? DW-TV: Nun wissen wir ja, dass Evolution keinen Endpunkt kennt. Und Sie sagen, wir geben hier die Kontrolle ab. Könnte es nicht sein, dass selbst-reproduzierende Roboter, die die Evolution weiter treiben, irgendwann so intelligent werden, dass sie die Macht übernehmen? Ist das Science Fiction? Sarah Spiekermann: Das ist sicherlich Science Fiction. Die Literatur gibt uns da viele Beispiele. Aber man muss unterscheiden, wo wir heute stehen und was Science Fiction bleiben wird. Trotzdem sollten wir uns heute schon darum bemühen, dass Menschen immer die Kontrolle und das letzte Wort im Umgang mit der Maschine haben. Der berühmte Rote Aus-Knopf oder das Signal "Nein" müssen bei der Konstruktion der Maschinen berücksichtigt werden. DW-TV: Maschinen treffen schon heute selbständig Entscheidungen, beispielsweise beim Autofahren. Es gibt bereits Autos, die den Abstand zum Vordermann messen und selbständig bremsen. Geht das schon zu weit? Sarah Spiekermann: Der Sicherheitsexperte und die Versicherungsgesellschaften würden argumentieren, dass solche Fahrzeuge sehr sinnvoll sind. Aber die Frage ist natürlich, inwiefern auch hier der Fahrer weiterhin Kontrolle über sein Auto wünscht. Warum sind Menschen nicht als gute Fahrer anerkannt ? Wenn jemand dieses selbstbremsende System nicht nutzen möchte: Hat er eine Möglichkeit, es abzustellen? DW-TV: Aber in diesem Fall, zur Vermeidung eines Unfalls, wollen wir doch, dass die Maschine uns eine Entscheidung abnimmt. Sarah Spiekermann: Hier überwiegt die Sicherheit. Aber es gibt andere Funktionen wie beispielsweise das Warngeräusch beim Anschnallen. Die Frage ist, warum zwingt mich mein Auto, dass ich mich anschnalle? Warum kann ich zum Beispiel beim Einparken das System nicht ausstellen? Wir müssen das letzte Wort dem Menschen überlassen, sonst haben wir sehr schnell einen Technologiepaternalismus, den wir uns nicht wünschen. (Interview: Ingolf Baur)

    • 19.10.09
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  • Kluge Köpfe - der israelische Wissenschaftler Guy Pe'er

    Kluge Köpfe - der israelische Wissenschaftler Guy Pe'erLäuft geradeNeue Folge

    Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Von Dana NovakGuy Pe'er ist 34 Jahre und stammt aus Israel. Er arbeitet in Leipzig am Umweltforschungszentrum. Dort beschäftigt er sich mit den Folgen, die der Rückgang des Brasilianischen Regenwaldes auf die Tierwelt hat.

    • 19.10.09
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  • Oscar - das Elektroauto der Zukunft

    Oscar - das Elektroauto der ZukunftLäuft geradeNeue Folge

    Ein Elektroauto, alltagstauglich und mit sehr niedrigem Energieverbrauch - das soll OSCAR werden, der "Open Source Car", ein Forschungsauto. Von Cornelia BorrmannSeine Darmstädter Konstrukteure wollen mit ihm technische Probleme lösen, die beim Bau eines Elektrofahrzeuges auftreten: die Langlebigkeit und Temperaturregelung der Batterie, die Abstimmung mit dem Motor, die Konstruktion der Fahrzeugkabine. Oscar schafft 300 km mit einer Batterieladung. Ziel ist es, der Autoindustrie technische Lösungsmöglichkeiten für die Elektroauto-Entwicklung anzubieten.

    • 19.10.09
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    • Stimmen: 1
  • Studiogast: Dr. Oliver Schwedes, Verkehrsexperte

    Studiogast: Dr. Oliver Schwedes, VerkehrsexperteLäuft geradeNeue Folge

    Oliver Schwedes arbeitet an der Technische Universität Berlin im Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung. Seine Forderung: Es reicht nicht aus, neue Elektroantriebe zu entwickeln und Verbrennungsmotoren effizienter zu machen: "Auch das Verkehrsverhalten muss sich ändern."DW-TV: Fahren Sie schon regelmäßig Elektroauto? Oliver Schwedes: Nein, leider nicht! DW-TV: Der Markt bietet auch noch nicht viele Modelle an. Warum eigentlich nicht? Oliver Schwedes: Die Autoindustrie hat da Entwicklungen verschlafen. Wir stehen noch am Anfang. Obwohl es in der Vergangenheit schon Anstrengungen gegeben hat, wurden diese abgebrochen. Und jetzt fangen wir wieder von vorne an. DW-TV: Dabei begann die Geschichte der Mobilität mit einem Elektroauto. Im 19. Jahrhundert war es schon mal richtig bedeutend. Was hat man konkret verschlafen? Die Batterieentwicklung? Oliver Schwedes: Die Batterieentwicklung insbesondere, auch da gab es schon Projekte in den 90iger Jahren. Deutschland hatte verschiedene Anstrengungen unternommen, aber dann hat die Autoindustrie entschieden, dass es sich nicht lohnt zu investieren. Unter den Rahmenbedingungen heutzutage sieht das anders aus. Es könnte schwer werden, die Nachfrage zu bedienen DW-TV: Nun soll das Elektroauto stark gefördert werden und die Rettung vor dem Klimawandel bringen, also CO2 einsparen. Wie viel ist da tatsächlich möglich, wenn man ein Elektroauto mit einem Verbrennungsmotor-Auto vergleicht? Oliver Schwedes: Alles hängt davon ab, inwieweit die Elektroautos in Zukunft aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Das könnte tatsächlich deutliche Einsparungen gegenüber den jetzigen Benzinern bringen. Aber man sollte die Ressourcen nicht vergessen, die trotzdem notwendig sind, um so ein Auto und die Batterie zu produzieren. Ich erinnere nur an Lithium, einen endlichen Rohstoff, der jetzt schon knapp ist. Es könnte in Zukunft schwierig werden, die Nachfrage zu bedienen. DW-TV: Aber es gibt jede Menge Studien zum Klimawandel, die zeigen, dass wir erheblich besser aufgehoben wären, wenn man die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren effizienter und sparsamer machen würde. Oliver Schwedes: Wir sollten alles machen. Der normale Verbrennungsmotor hat bestimmt Potentiale. Wir sollten aber auch in technologische Innovationen wie alternative Antriebe und Elektroantriebe investieren. Ich denke, sich allein auf Effizienzgewinne zu fokussieren, ist gerade im Verkehrssektor ein Problem. Wir sehen immer wieder, dass die Effizienzgewinne bis zum heutigen Tage durch das rasante Verkehrswachstum aufgezehrt werden. Es gibt andere Ideen DW-TV: Leute mit einem sparsamen Auto fahren auch gerne ein bisschen mehr. Sie sprechen vom Verkehrswachstum: Heute haben wir ungefähr eine Milliarde Fahrzeuge auf der Erde. Bald schon könnten es zwei Milliarden sein. Wo sind da die Auswege? Oliver Schwedes: Wir müssen neben den technologischen Innovationen auch darüber nachdenken, inwieweit wir neue Konzepte entwickeln können. Auch das Verkehrsverhalten muss sich ändern. Nicht im Sinne von Verzicht, um das gleich dazu zusagen - das ist ja recht unpopulär. Aber es gibt andere Ideen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, die in eine ähnliche Richtung gehen. DW-TV: In Ulm gibt es ein solches Projekt schon. Ein Auto zum Ausleihen steht dort am Bahnhof. Denken Sie in diese Richtung? Oliver Schwedes: Genau in diese Richtung! Wir nennen das "Public Electric Car". Neben dem Einsatz von Technologien auf Basis erneuerbarer Energien zielen wir auch auf eine Integration in den öffentlichen Verkehr ab. Wir stellen uns vor, dass man in Zukunft mit dem öffentlichen Verkehr fährt und zusätzlich auch ein Auto nutzen kann. So bleibt man mobil und kann auf sein privates Auto verzichten. (Interview: Ingolf Baur)

    • 19.10.09
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  • Erste Hilfe für Ersthelfer – wenn das Herz stillst

    Erste Hilfe für Ersthelfer – wenn das Herz stillstLäuft geradeNeue Folge

    Ein Film von Jürgen Schneider 120.000 Menschen sterben jedes Jahr am plötzlichen Herztod. Viele hätten gerettet werden können – sagen Rettungsmediziner der Charité. Sie fanden heraus: In den entscheidenden ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind viele Menschen nicht in der Lage zu helfen. Eine Studie dokumentiert erstmals die Defizite und die gefährlichen Erste-Hilfe-Mythen.

    • 19.10.09
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    • Stimmen: 1
  • Müde Ballerinen - Schlafforscher machen mobil

    Müde Ballerinen - Schlafforscher machen mobilLäuft geradeNeue Folge

    Ein Film von Andreas Neuhaus Balletttänzer schlafen zu wenig. Das haben Schlafforscher der Charité bewiesen. Eine Folge sind Unfälle bei der Arbeit. 3 Monate lang trugen Tänzer des Staatsballetts Berlin Sensor-Armbänder, die Bewegungs- und Ruhephasen aufzeichneten. Im Ergebnis entwickelten die Forscher einen mobilen Ruheraum, in dem die Tänzer Entspannungsphasen einlegen können.

    • 19.10.09
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  • Fast wie im Krimi – der Gerichtsmediziner Michael

    Fast wie im Krimi – der Gerichtsmediziner Michael Läuft geradeNeue Folge

    Ein Film von Mabel Gundlach Michael Tsokos ist der wohl bekannteste "Forensische Pathologe" Deutschlands. Er ist Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité. Tsokos gehörte zu den Experten, die Leichen aus den Massengräbern in Bosnien und im Kosovo untersuchten, und er half, die Toten der Tsunami-Katastrophe in Indonesien zu identifizieren.

    • 19.10.09
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    • Stimmen: 1
  • Arzneimittelherstellung der Zukunft – Studiogespräch mit Dr. Margret Engelhard

    Arzneimittelherstellung der Zukunft – Studiogespräch mit Dr. Margret EngelhardLäuft geradeNeue Folge

    Die Molekularbiologin Margret Engelhard arbeitet an der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit PROJEKT ZUKUNFT spricht die Wissenschaftlerin über "Pharming", die Produktion von Medikamenten durch gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere, und deren Akzeptanz in der Gesellschaft. DW-TV: Schon seit vielen Jahren hat man uns Medikamente vom Acker versprochen. Wie kommt es, dass wir diese Arzneimittel immer noch nicht haben? Margret Engelhard: In den Anfangstagen hat man unterschätzt, dass es technisch doch komplizierter ist als man dachte. Z.B. Wie genau kann man Milch mit einem bestimmten Protein produzieren? Es gibt aber auch Probleme mit der Zulassung dieser Medikamente. Da es neu ist, mit Pflanzen und Tieren Medikamente herzustellen, müssen neue Wege beschritten werden. Und das dritte Problem ist, dass es sehr viele Patente auf Gene gibt, die den Firmen nicht immer freies Agieren erlauben. DW-TV: Würden die Menschen denn Medikamente, die entweder von veränderten Tieren oder veränderten Pflanzen kommen, tatsächlich akzeptieren? Margret Engelhard: Wir haben dazu in ganz Europa, Japan und den USA eine große Umfrage gemacht und festgestellt, dass die Akzeptanz hoch ist, wenn die Medikamente aus Pflanzen kommen, aber nicht wenn sie aus Tieren hergestellt werden. Tiere als Fabriken, das ist uns dann doch moralisch etwas zu blümerant. DW-TV: Das ist überraschend, wenn man bedenkt wie heftig die grüne Gentechnik, also die Gentechnik auf dem Acker, bei uns abgelehnt wird? Margret Engelhard: Das stimmt. Aber rein wissenschaftlich sind die Gefahren auf der Pflanzenseite auch etwas höher. Es kann passieren, dass diese Pflanzen, die Medikamente produzieren und nicht als Lebensmittel geeignet sind, vom Acker ausbüchsen und dann vielleicht doch in unserer Lebensmittelkette, in unseren Frühstückskellogs landen. DW-TV: Das halten Sie für realistisch? Margret Engelhard: Es könnte passieren. Wenn man den Anbau nicht in einem völlig geschlossenen Gewächshaus betreibt, kann man das nicht ausschließen. Insofern erstaunt es, dass die Gefahr auf der Pflanzenseite nicht wahrgenommen wird. Aber es sind eben die moralischen Probleme, die vor allem bei den Tieren gesehen werden. DW-TV: Mit Bakterien, die ja heute schon viele unterschiedliche Medikamente und Wirkstoffe herstellen, haben wir aber keine Probleme. Margret Engelhard: Weil die in einem Fermenter abgeschlossen sind und uns nicht so nah kommen. Die Akzeptanz von genetisch veränderten Pflanzen als Wirkstofflieferant ist grösser, als die der grünen Gentechnik für die Lebensmittelproduktion, weil so Medikamente hergestellt werden, die einem eventuell helfen können. Da wägt man doch anders ab. DW-TV: Nun hatte man vor einiger Zeit von der "Impfbanane" gehört, die dann nie gekommen ist. Welche Erwartungen sind heute realistisch? Welche Krankheiten wird man tatsächlich mit Medikamenten aus Tieren oder Pflanzen bekämpfen können? Margret Engelhard: Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, die in Frage kommen. Eigentlich alle großen Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Krebs usw. Die Industrie hofft auf diese Weise Medikamente billiger herzustellen. Und eventuell könnte man auch ganz neue Medikamente produzieren, die man bisher noch gar nicht herstellen konnte. DW-TV: An welche Erkrankungen denken Sie da? Margret Engelhard: Da gibt es zum Beispiel Bluterfaktoren, welche man im Moment aus Blut isolieren muss. Das ist sehr teuer und birgt immer die Gefahr, dass man Krankheitserreger überträgt. Wenn man diese zum Beispiel aus Pflanzen herstellen könnte, wäre das eine sichere Methode. (Interview: Ingolf Baur)

    • 15.07.09
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  • Das neue schwarze Gold? Studiogespräch über Zukunft der Manganvorkommen in der Tiefsee

    Das neue schwarze Gold? Studiogespräch über Zukunft der Manganvorkommen in der TiefseeLäuft geradeNeue Folge

    Studiogast: Dr. Michael Wiedecke, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Geozentrum Hannover DW-TV: Was ist denn so eine Manganknolle Wert? Michael Wiedicke: Eine einzelne Knolle ist nicht viel wert. Die hat vielleicht einen Wert von fünfzig Cent. DW-TV: Fünfzig Cent und trotzdem lohnt sich der Aufwand? Michael Wiedicke: Der Aufwand lohnt sich deswegen, weil die Knollen sehr häufig am Meeresboden vorkommen. Sie treten wie bei einem Kopfsteinpflaster auf der Straße auf. Und die große Zahl macht es. DW-TV: Sie waren sieben Wochen auf See dabei. Was war das Beeindruckendste für Sie auf dieser Reise? Michael Wiedicke: Das Beeindruckendste war der Tropensturm "Polo", dem wir begegnet sind. Er hat uns dazu gezwungen unsere Arbeiten kurzzeitig zu unterbrechen und zu flüchten. DW-TV: Sie waren sieben Wochen auf See mit Kollegen und Besatzung auf engstem Raum zusammen, wie ist das? Michael Wiedicke: Das ist durchaus eine Herausforderung, da kommt es auch schon mal zu Schiffskoller. Man muss sich darauf einstellen, dass man mit sehr unterschiedlichen Naturellen zusammen ist und lernt damit gelassen umzugehen. DW-TV: Zum Beispiel auch mit Manganknollen, die Sie gesucht haben und die Sie erforschen wollen. Wie viele haben Sie in den sieben Wochen gefunden? Michael Wiedicke: Wir haben jetzt Explorations-, Erkundungsarbeiten gemacht und wir haben etwa vierhundert Kilogramm geborgen für weitere Untersuchungen. DW-TV: Was macht die Manganknolle so wertvoll, was ist da alles drin? Welche Metallen enthalten Sie zum Beispiel? Michael Wiedicke: Besonders wertvoll ist ein kleiner Anteil aus Metallen, nämlich Kobalt, Kupfer und Nickel, die zusammen drei Prozent ausmachen. Und sie haben einen großen ökonomischen Wert. Das ist es, was die wirtschaftlichen Interessen dabei treibt. DW-TV: Was macht das Hochholen so schwierig? Michael Wiedicke: Das Hochholen ist deswegen so schwierig, weil wir einmal in einer sehr entlegenen Weltgegend sind. Wir müssen also lange Anfahrtzeiten in Kauf nehmen. Und zum anderen ist die Wassertiefe dort zwischen vier und fünf Kilometer tief. Das heißt, alle Aktivitäten, die Boot bezogen sind, brauchen einfach sehr lange und müssen gut geplant werden. DW-TV: Naturschützer sagen, dass die Ernte dieser Knollen das Leben in der Tiefsee auf lange Sicht zerstören würde. Was sagen Sie denen? Michael Wiedicke: Ich möchte schon zugestehen, dass menschlicher Einfluss eine gewisse Auswirkung auf das marine Leben hat. Aber es kommt eben jetzt darauf an, auch zu erreichen, das möglichst wenig Schaden angerichtet wird. Am Ende aller Untersuchungen ist zum Beispiel auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu bestehen. Und wenn die nicht bestanden wird, wird es auch keinen Abbau geben. DW-TV: Wann wird man denn die Rohstoffe haben und verwenden können? Wie ist da in etwa der Zeitrahmen? Michael Wiedicke: Generell muss man mit einem Zeitrahmen von zehn, fünfzehn Jahren vom Beginn einer Aktivität bis zu einer möglichen Nutzung rechnen. Momentan gibt es noch keine marine Gewinnung von mineralischen Rohstoffen vom Meeresboden. DW-TV: Würden Sie denn auch sagen, dass diese Manganknollen der Rohstoff der Zukunft sind, das sagen ja einige Forscher, einige ihrer Kollegen? Michael Wiedicke: Ich denke es ist ein möglicher. Und es ist deswegen auch ein möglicher, weil er praktisch ein unkonventioneller Rohstoff ist. Er kommt aus dem marinen Bereich, wo bisher wenig Aktivität zu verzeichnen ist. Und Sie müssen bedenken, dass die Erde zu zweidrittel von Meer bedeckt ist. Eine ständig wachsende Menschheit kann sich kaum erlauben, diesen Bereich aus der Betrachtung völlig außen vor zu lassen. DW-TV: Das Meer ist ja weniger erforscht als der Mond? Michael Wiedicke: Ja, für die Tiefsee gilt das glaube ich noch. Interview: Daniela Levy

    • 15.07.09
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Über diese Folge

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Dresden haben das Erbmaterial des Neandertalers untersucht. Durch Gen-Vergleich wollen sie eine zentrale Frage klären: Was unterscheidet Mensch und Neandertaler - und welche Erbanlagen führten zur Entwicklung des modernen Menschen?Den Genforschern aus Leipzig ist es gelungen, aus 30.000 Jahre alten Knochen Erbsubstanz zu gewinnen: die DNA des Neandertalers.
Der Genetiker Svante Pääbo und sein Team haben die DNA analysiert - 60 Prozent des gesamten Neandertaler-Genoms:
"Wir haben ungefähr 1½ Millionen DNA- Fragmente von Neandertalerknochen gesammelt. Mit Hilfe eines Gerätes bestimmen wir dann die Sequenz, die DNA-Sequenz von jedem dieser Fragmente."
Diese Sequenzstücke wollen die Forscher jetzt mit den DNA-Daten des Menschen vergleichen. Sie möchten klären, warum der Neandertaler vor 30.000 Jahren ausgestorben ist, der Mensch sich aber weiterentwickelt hat.
Svante Pääbo: "Was der Neandertaler uns jetzt beibringt ist, was uns einzigartig macht. Das Projekt hier geht eigentlich in erster Linie nicht darum, den Neandertaler zu verstehen, sondern in erster Linie, uns zu verstehen und unsere Geschichte."

In zwei Jahren soll das Erbgut des Neandertalers komplett entschlüsselt sein - und mehr darüber verraten, was den Menschen zum Menschen macht.

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