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Im Gespräch: Dr. Michael Geffert, Astronom, Universität Bonn
Läuft geradeNeue FolgeMichael Geffert ist Koordinator in Deutschland für das Internationale Jahr der AstronomieDW-TV: Ich freue mich Ihnen bei uns im Studio den Astronomen Herrn Dr. Michael Geffert vorzustellen zu dürfen. Herr Geffert, glauben Sie, dass es da draußen irgendwo Leben gibt? Michael Geffert: Ja, ich persönlich würde diese Frage immer mit „Ja“ beantworten. Ich denke, das Universum ist so riesig, dass es irgendwo einen Planeten um einen Stern gibt wo sich vermutlich, ähnlich wie auf der Erde, Lebewesen entwickelt haben. DW-TV: Ähnlich wie auf der Erde? Hieße das sogar intelligentes Leben oder denken Sie, dass da vielleicht nur grüner Schleim auf der Oberfläche ist? Michael Geffert: Ja, ich denke mit dem Schleim wird es wohl anfangen, dass heißt es gibt sicherlich nach meinen Vorstellungen einige Planeten, wo vielleicht so was ist wie Primitivformen des Lebens. Aber ich denke auch auf die Gesamtheit des Universums gerechnet, dass es doch auch irgendwo Lebewesen gibt, die intelligent sind, so intelligent, dass sie zum Beispiel auch Nachrichten aussenden können. DW-TV: Haben Sie die Hoffnung, dass man vielleicht eines Tages solche Nachrichten empfangen kann? Michael Geffert: Die Hoffnung ist leider nicht sehr groß. Das hängt ein bisschen damit zusammen, dass die Entfernungen im Universum eben so groß sind. Wenn wir nur von unserer Milchstraße sprechen, dann ist das so, dass das Licht, was ja das Schnellste ist was wir kennen, von der einen Seite zur anderen Seite hunderttausend Jahre braucht. Aber in den entfernteren Galaxien braucht das Licht noch viel länger, das heißt, dass die Signale auf dem Weg zu uns schwächer werden, wenn sie nicht ganz stark gebündelt sind. Und deswegen ist die Chance, dass wir wirklich Kontakt aufnehmen und vielleicht Botschaften hin und her schicken, eigentlich gleich Null. DW-TV: Und wer weiß schon, ob nach hunderttausend Jahren, wenn ein Signal so lange unterwegs war, ob diese Zivilisation dann überhaupt noch existiert? Michael Geffert: Das ist in der Tat noch eine andere Frage, die auch sicherlich bei solch großen Zeitskalen eine Rolle spielt, ob die Zivilisation sich halten kann, wie lange sie sich halten kann. Das sind Fragen auf die wir heute keine Antwort wissen. DW-TV: Auf der Erde hat sich das intelligente Leben ja in solchen Formen entwickelt, wie Sie und ich sie darstellen. Wir haben zwei Beine, zwei Arme, der Kopf sitzt oben drauf, zwei Augen besitzen wir. Glauben Sie, dass es in dieser Welt vielleicht auch eine ganz andere Form von Leben oder intelligentem Leben geben kann, die ganz anders aussieht? Michael Geffert: Also ich denke, diese Frage müsste man eigentlich einem Biologen stellen, der vielleicht ein bisschen abschätzen kann, was möglich ist und was nicht möglich ist. Zum Beispiel durch die Schwerkraft, die ja immer vorhanden ist und wie sich da so etwas entwickeln kann. Sonst erlebe ich, da ich sehr viel Astronomie auch mit Kindern mache, dass die Kinder ihre ganze Phantasie da dann ausleben. Das Schöne bei den Kindern ist, dass die Aliens, wenn ich sie mal so nennen darf, auch durchaus gutartig sind und nicht immer nur diesen „Touch“ des Gruseligen haben. DW-TV: Was würde denn eigentlich mit uns Menschen passieren, wenn wir in der Tat diese Aliens finde? Wäre das eine Art Demütigung für uns, so wie es eben Kopernikus gegeben hat, dass er gesagt hat: „Ihr seid nicht im Mittelpunkt!“. Und Darwin hat gesagt: „Ihr seid doch sehr affenähnlich!“. Also, Demütigung oder Freude? Michael Geffert: Ich würde schon sagen „Freude“, „Demütigung“ auf keinen Fall, denn ich denke, dass jeder Mensch für sich ein solches Wunderwerk ist, dass man eigentlich, egal was man noch alles an anderem Lebewesen findet, immer davon sprechen muss, dass der Mensch doch auch irgendwie wunderbar ist. DW-TV: Aber wir würden dann natürlich feststellen, dass wir plötzlich nicht mehr die Einzigen sind. Wir würden von diesem Thron gestoßen. Michael Geffert: Ja, ich denke für manche Bereiche hat das sicher Konsequenzen, für unser philosophisches Selbstverständnis zum Beispiel, vielleicht auch für die Theologie. Was bedeutet es, wenn jetzt woanders auch Lebewesen sind? Wie könnte sich ein Gott dort offenbart haben? Ich denke, da gibt es einige wirklich ganz interessante Fragen und ich glaube, dass sich unser gesamtes Weltbild ordentlich verändern würde. DW-TV: Wir beantworten diese Fragen, wenn wir die Aliens gefunden haben. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Geffert!
Kluge Köpfe - der Chemiker Emad Aziz Bekhit
Läuft geradeNeue FolgeUnter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs-wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Der Ägypter Emad Aziz Bekhit forscht in Berlin am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie. Seine Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhalten von Atomen und Molekülen in wasserhaltigen Flüssigkeiten. Das ist Grundlagenforschung, deren Erkenntnisse für viele Zwecke nutzbar sein können, etwa in der Pharmazie oder bei der Entwicklung von Solarzellen. Seit 10 Jahren lebt er in Berlin.
Neue Ansätze gegen Zivilisationskrankheiten
Läuft geradeNeue FolgeZivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck greifen immer stärker um sich. Neue Wege in der Medizin und der Vorbeugung können dagegen helfen, sagt der ehemalige Leiter der Charite, Detlev Ganten, im Gespräch mit DW-TV.DW-TV: Wir wissen, dass die Zahlen beim Bluthochdruck gewaltig ansteigen. Weltweit leiden rund eine Milliarde Menschen an Bluthochdruck. Ist ein Schrittmacher ein Weg um all diesen Leuten zu helfen? Detlev Ganten: Wir können natürlich nicht eine Milliarde Menschen mit diesen hochtechnisierten Geräten versorgen. Aber es ist eine sehr wirksame Methode. Normalerweise müssen wir Bluthochdruck natürlich nicht in der Klinik behandeln, sondern zu Hause. Entweder mit den Medikamenten, oder noch besser, ohne Medikamente durch Vorbeugemaßnahmen, wie z.B. Körpergewicht kontrollieren, mehr Sport machen, weniger Salz essen, nicht rauchen und vieles andere mehr. Was läuft denn eigentlich schief in unserer Welt, dass mittlerweile tatsächlich so viele mit dem Bluthochdruck zu kämpfen haben? Ja, was läuft schief? Unser Körper entsteht ja nicht, wenn er geboren wird. Sondern die Biologie des Körpers ist so alt wie das Leben an sich: 3,5 Milliarden Jahre tragen wir in unserem Erbgut mit - das Erbe des Lebens, der Lebensentstehung. Und die Biologie hat sich nicht so schnell weiterentwickelt, wie unsere zivilisatorischen, kulturellen Lebensumstände. Daraus entstehen die Zivilisationskrankheiten, das heißt die Diskrepanz zwischen dem Auseinanderentwickeln von Biologie auf der einen Seite und der Umgebung, in der wir leben, auf der anderen Seite. Bluthochdruck ist eine solche Zivilisationskrankheit. Zu wenig Bewegung Das heißt, wir sitzen heute einfach zu viel in unseren Büros und gehen zu wenig auf die Jagd, bewegen uns zu wenig und haben vielleicht auch bei der Ernährung einiges falsch gemacht… ... ja, ich pflege immer zu sagen, der Mensch lief – als er zum Menschen, zum Homo Sapiens wurde, sich aus der Savanne in Afrika weiterentwickelte zum Kulturwesen – zunächst vor den großen Tieren weg und hinter den kleinen Tieren her, um seine Ernährung sicherzustellen. Und das machen wir nicht mehr. Wir gehen heute irgendwo hin und kaufen etwas. Und wir kaufen Zuckerbomben und wir trinken zu süße Getränke. Wir bewegen uns nicht genug. Und in der Tat, das bekommt unserem Kreislaufsystem nicht gut. In der vergangenen Woche fand der Weltgesundheitsgipfel in Berlin statt. Sie sind der Präsident, es waren viele hochrangige Wissenschaftler dabei. Generell ging es eher um globale Gesundheit. Aber auch die individualisierte Medizin war dort Thema. Gibt es da eine Verbindung und vielleicht die Hoffnung, dass man auch Bluthochdruck mit Hilfe der individualisierten Medizin besser behandeln kann? Ja, die Genomforschung macht natürlich Riesenfortschritte, das war auch ein Thema. Wir können in Zukunft das menschliche Genom für 1000 Euro wahrscheinlich für den einzelnen Patienten sequenzieren. Daraus werden sich wichtige Hinweise ergeben für genetische Risikofaktoren und natürlich dann auch für eine individualisierte, personalisierte Medizin. Neue Medikamente können möglicherweise entwickelt werden. Entscheidend ist aber bei der personalisierten Medizin nicht nur die Hochtechnisierung, sondern auch die persönliche Verantwortung. Wenn wir eigene Risiken kennen, dann können wir uns auch sehr spezifisch natürlich darauf einstellen und selbst verantwortlich für die eigene Gesundheit sorgen. Das ist genauso wichtig, wie der medizinische Eingriff. Bessere Vorbeugung durch Individualmedizin Wobei individualisierte Medizin ansonsten heißt, dass man aufgrund des eigenen Genprofils vielleicht eher entscheiden kann, welche Medikamente besser wirken? Sie können aufgrund des Genprofils bei Bluthochdruck, aber bei vielen anderen Krankheiten auch, bei Krebs zum Beispiel, ganz spezifische Medikamente auswählen, die dann auch wirken. Und in der Dosierung dann auch die richtige Wahl darstellen. Wird man eines Tages vielleicht dazu kommen, dass man direkt nach der Geburt einen kompletten Gencheck macht, um alle Anlagen auszuloten, die vorliegen und dann entsprechend zu leben? Es wird technisch möglich sein, aber da muss man, wie bei der anderen Apparate– und Labormedizin, natürlich darauf achten, dass kein Missbrauch betrieben wird, dass es in den richtigen Händen bleibt. Und das ärztliche Gespräch bleibt immer unersetzbar. Interview: Ingolf BauerRedaktion: Ranty Islam
Im Gespräch: Dr. Gabriele Schönherr, Astrophysiker
Läuft geradeNeue Folge"Das Universum können wir nur in seiner Gesamtheit verstehen" Warum ist es gut, Geld in Weltraumforschung zu stecken und neue, riesige Teleskope zu bauen? - Über den Nutzen der Astronomie ein Gespräch mit Dr. Gabriele Schönherr, Astronomin am Astrophysikalischen Institut Potsdam DW-World.de: Glauben Sie, dass das geplante europäische Extremely Large Telescope ELT Revolutionäres entdecken wird - eine zweite Erde oder gar Leben? Gabriele Schönherr: Auf jeden Fall, denn ELT versucht, fundamentale Fragen der Astronomie, wenn nicht gar der Menschheit, zu enträtseln: Woher kommen wir? Woher kommt das Universum? Wohin gehen wir hin? Und sind wir allein in der Welt? Sie glauben, dass wir wahrscheinlich nicht allein sind? Warum nicht? Man hat ja schon sehr viele Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, die waren nur nie so richtig als zweite Erde geeignet. Mit ELT nutzt man jetzt eine ganz neue Technik, eine Nobelpreistechnik von 2005 aus der Quantenoptik: Damit können wir plötzlich ganz kleine Sternenbewegungen aufspüren, die quasi durch den Schubs eines erdähnlichen Planeten entstehen. Das wird die Anzahl an Kandidaten enorm erhöhen. Ein Röntgenteleskop sieht andere Dinge Warum braucht man neue Teleskope auf der Erde? Warum nehmen wir z.B. nicht das Weltraumteleskop Hubble und bauen diese Technik weiter aus? Hier auf der Erde müssen wir ja durch eine Atmosphäre schauen, das müssen wir mit einem Weltraumteleskop nicht. Sie haben ein Problem im Weltraum: Sie können keine schweren Dinge hochbringen, und deshalb sind Sie in der Spiegelgröße limitiert. Der Durchmesser des Hubble-Spiegels beträgt 2,5 m, der des ELT-Spiegels 42 m. Sie erforschen Sterne mit dem Röntgenteleskop. Was sehen Sie anderes als wir, wenn wir in den Sternhimmel schauen? Der Himmel sieht in jedem Spektrum anders aus. Das ist ein bisschen so, wie wenn der Arzt von einem Patienten ein Röntgenbild machen will und der dann sagt: Nehmen Sie doch das Bild von meinem Kopf, das ich mit meiner Videokamera gemacht habe, das sieht schöner aus. - Mit einem Röntgenteleskop sehen Sie auch andere Dinge. Ich will z.B. Neutronensterne sehen, die leuchten im Röntgenbereich. Was interessiert Sie daran? Neutronensterne sind extreme Objekte. Sie sind sehr kompakt und haben eine gewaltige Anziehungskraft, fast so stark wie ein Schwarzes Loch. Schwarze Löcher sehen Sie gar nicht mehr, Photonen entkommen Ihnen nicht. Das Licht von Neutronensternen sehen wir gerade noch. Und mit diesem Licht können wir eine ganz extreme Physik untersuchen. Was macht der Neutronenstern? Was bringt es uns, zu wissen, was in einem Neutronenstern geschieht? Das Universum können wir nur in seiner Gesamtheit verstehen. Wir müssen verstehen, wie die Sterne entstehen, wie sie sich entwickeln und wie sie vergehen. Es mag uns vielleicht nicht jeden Tag interessieren, was Neutronenstern A oder B macht. Aber wenn Sie zu den tieferen Fragen vorstoßen wollen, dann brauchen Sie ein gesamtheitliches Verständnis. Wenn wir die Astronomie weltweit vergleichen - wie steht Europa da? Europa steht sehr gut da. Mit dem Very Large Telescope betreibt die Europäische Südsternwarte ESO das zur Zeit leistungsfähigste Teleskop der Welt. Und wenn das ELT kommt, dann haben wir auch den größten Spiegel, mit 42 m. Die Amerikaner planen gerade mal ein 30-m-Teleskop.
Galileos Enkel - kühne Pläne für die Teleskope von
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Andreas Neuhaus Europäische Forscher entwickeln das Extremely Large Telescope. 2017 soll es in Betrieb gehen und 100mal empfindlicher sein als heutige Teleskope. Doch das ist nicht das Ende der Entwicklung. Sein Spiegel soll 42 m Durchmesser haben und einen ganz neuen Blick ins Universum liefern: das European Extremely Large Telescope (EELT), ein Projekt der Europäischen Südsternwarte ESO. Matthias Steinmetz, Wissenschaftler am Astrophysikalischen Institut Potsdam, ist einer der Teleskop-Entwickler. Als Sternenforscher hat er eine klare Vorstellung vom EELT: Es muss möglichst groß sein. "Je mehr Licht man sammeln kann, desto schwächere Objekte kann man sehen und desto tiefer kann man ins Universum hineinschauen.“ Formbar wie eine Gummilinse Mit dem EELT werden die Forscher dazu den gesamten Bereich des sichtbaren Lichtes und einen Teil der unsichtbaren Infrarot-Strahlung ausnutzen können - also alle Strahlung, die durch die Atmosphäre zur Erde gelangt. Allerdings besteht ein Problem: Bei seinem Weg durch die Luft- und Wasserdampfhülle der Erde wird das Licht abgelenkt, die Bilder aus dem Weltall werden unscharf. Die Lösung dafür hat ein Forscherteam um Markus Kissler-Patig gefunden: die sogenannte adaptive Optik. Der Astronom bei der Europäischen Südsternwarte ESO lenkt das Licht vom großen Teleskopspiegel auf einen zweiten, kleineren Spiegel. Und dieser Spiegel ist nicht glatt, sondern verformbar wie eine Gummilinse. Stürmischer Standort Hundert Mal pro Sekunde wird seine Form durch eine entsprechende Mechanik verändert, ein Computer berechnet, wie die Verformung genau aussehen muss. Das Ergebnis: die verzerrten Bilder sind wieder entzerrt. Kissler-Patig: "Ein Bild, das sonst wie ein Fladen aussehen würde, ist dann gestochen scharf.“ Eine besondere technische Herausforderung ist das Gießen des Spiegels. Einen Durchmesser von 8 Metern können die Hersteller noch bewältigen. Aber bei 42 Metern ist das unmöglich. Deshalb wird der Hauptspiegel des EELT in 984 kleine Spiegel aufgeteilt. Und jeder Teilspiegel ist einzeln justierbar. Die Konstrukteure müssen auch darauf achten, dass das Teleskop erdbebenfest und sturmsicher gebaut wird. Denn einer der möglichen Standorte ist die oft stürmische Hochebene Chajnantor in Chile. Hier baut die ESO bereits an einer anderen Teleskopanlage: ALMA soll aus 64 Radio-Antennen bestehen und das Universum im Radiowellenbereich durchleuchten. Suche nach Leben im All Von ALMA und EELT zusammen versprechen sich die Astronomen dann fundamentale Erkenntnisse. Kissler-Patig: "Sind wir alleine? Gibt es noch Leben außerhalb unseres Sonnensystems und unserer Erde? Das ist eine der Hauptfragen, die wir beantworten wollen.“ Und das lassen sich die Europäer auch einiges kosten: Entwicklung, Bau und Betrieb des EELT werden 800 Millionen Euro verschlingen. Dafür bekommen sie dann aber auch ein Instrument, von dem Galileo Galilei wohl nur träumen konnte, vor 400 Jahren, als er zum ersten Mal durch ein Fernrohr blickte.
Kluge Köpfe: die Geologin Yamirka Rojas-Agramonte
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Andreas Neuhaus Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Die Kubanerin Yamirka Rojas-Agramonte forscht an der Universität Mainz. Die Frage, die sie beschäftigt: Wie sind Kuba und die anderen karibischen Inseln entstanden? Und welche Rolle haben dabei die verschiedenen Kontinentalplatten gespielt? In ihrer Heimat, so sagt sie, steckt diese Forschung noch in den Anfängen. Ihre Forschungsergebnisse könnten in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen, weil sie die Suche nach Bodenschätzen erleichtern.
CERN - die Reise zum Anfang der Welt
Läuft geradeNeue FolgeDer Countdown läuft: Mitte November soll in Genf endlich der größte Teilchenbeschleuniger der Welt in Betrieb gehen. Nach einem Fehlstart im vergangenen Jahr hoffen die Forscher nun auf spektakuläre Ergebnisse. Ein Film von Cornelia BorrmannEin ringförmiger Tunnel, 27 Kilometer Umfang, 100 Meter tief unter der Erdoberfläche: Das ist das Herzstück des Teilchenbeschleunigers LHC. Wer ihn mit dem Fahrrad abfahren will, braucht eine Stunde. In Zukunft sollen hier die Kerne von Wasserstoff- und Bleiatomen kreisen, mit Höchstgeschwindigkeit, fast so schnell wie das Licht - 300.000 Kilometer in der Sekunde. Kollision im Feuerball Das geschieht in zwei Vakuum-Röhren, in denen sich die Atome in entgegengesetzter Richtung bewegen - bis zu dem Moment, auf den die Forscher so gespannt warten: Dann werden die Atomkerne mit voller Wucht aufeinanderprallen, es entsteht ein winziger, extrem heißer Feuerball, und die Atome zerbrechen in ihre Bestandteile. Vier Nachweisgeräte, die Detektoren, sollen dann die Eigenschaften der entstandenen Teilchen registrieren, z.B. Flugbahn und Energie. Zahlreiche Elektromagnete werden dafür sorgen, dass die Atomkerne auf ihrer Kreisbahn bleiben. Würden sie mit der Wand zusammenstoßen, wären die Folgen fatal: Die Forschungsmaschine würde zerstört. Explosion in der Kälte Um die Magnetfelder zu erzeugen, müssen die Elektromagneten tiefgekühlt werden, auf minus 269 Grad Celsius, kurz vor dem absoluten Nullpunkt. Das geschieht mit flüssigem Helium. Rund hundert Tonnen werden davon benötigt, niemand hat je mit so riesigen Mengen hantiert. Die Helium-Kühlung war es denn auch, die am 19. September 2008 zum Desaster führte: Eine defekte elektrische Kabelverbindung im Teilchenbeschleuniger erwärmte sich, und zwei Tonnen flüssiges Helium verdampften schlagartig. Die entstehende Druckwelle zerstörte zahlreiche Magnete und riss sie aus der Verankerung. Seitdem wird die Forschungsmaschine repariert. Existiert das Higgs-Teilchen? Das LHC-Projekt dient vor allem einem Zweck: das "Higgs-Teilchen" zu finden, benannt nach dem schottischen Physiker Peter Higgs, der es 1964 beschrieben hat. Nach seinen Vorstellungen ist das Higgs-Teilchen die Ursache dafür, dass alle Materieteilchen auch eine Masse besitzen. Bisher existiert es nur in der Theorie. Die Forscher am CERN wollen es nun endlich finden. Autorin: Cornelia Borrmann Redaktion: Klaus Dartmann
Vom Teilchenbeschleuniger zum Medizingerät
Läuft geradeNeue FolgeEs soll zum Fortschritt in der Krebsmedizin beitragen: ein neues, hochauflösendes Diagnosegerät zur Erkennung von Brustkrebs. Kern ist eine kleine Messsonde, die für den Beschleuniger in Genf entwickelt wurde. Ein Film von Kari Hauschke und Sascha QuaiserAm portugiesischen Krebsforschungszentrum in Porto wird der "Positronen-Emissions-Mammograph" (PEM) im praktischen Einsatz getestet. Er soll Brustkrebs besser erkennen können als seine Vorläufermodelle. Ein portugiesisches Konsortium hat ihn entwickelt. Selbst ein bis zwei Millimeter kleine Tumore würden noch entdeckt, erklärt der Leiter des Entwicklerteams. Und ausserdem koste das Gerät weniger als die bisherigen Geräte. Der neue PEM ist ein Beispiel für die Anwendung von Ergebnissen der Grundlagenforschung am CERN.
Forscheralltag am CERN: Die Physikerin Monica Pepe Altarelli
Läuft geradeNeue FolgeTausende Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten am CERN. Die Italienerin Monica Pepe Altarelli ist eine von ihnen. Sie leitet eine Arbeitsgruppe beim LHCb-Experiment, mit dem die Forscher herausfinden wollen, warum das Universum hauptsächlich aus Materie und nicht aus Antimaterie besteht. Ein Film von Kari HauschkeWas treibt die Experimentalphysikerin, die zunächst Architektin werden wollte, an? Wie sieht der Arbeitsalltag am CERN aus? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Forschern aus aller Herren Länder?
Krebsforschung - das Geheimnis der Unsterblichkeit
Läuft geradeNeue FolgeWarum leben Krebszellen scheinbar ewig, und warum sterben andere Körperzellen nach einer gewissen Zeit ab? Fragen, denen die Molekularbiologin Maria Blasco am Spanischen Krebsforschungszentrum in Madrid nachgeht. Von Axel WagnerDie Antwort hat sie in den Chromosomen der Zellen gefunden. Deren Endstücke entscheiden darüber, wie alt eine Zelle werden kann. Diese Erkenntnis könnten einmal helfen, neue Krebsmedikamente zu entwickeln und vielleicht auch das Lebensalter von Zelle und Mensch zu verlängern.
Studiogast: Prof. Sarah Spiekermann, Wirtschaftsinformatikerin
Läuft geradeNeue FolgeSarah Spiekermann, Wirtschaftsinformatikerin an der Wirtschaftsuniversität in Wien, beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. "Wir müssen uns heute schon darum bemühen, dass Menschen immer die letzte Kontrolle im Umgang mit der Maschine haben. Das heißt, der berühmte rote Aus-Knopf muss bei der Konstruktion immer berücksichtigt werden."DW-TV: Forschern ist es gelungen, lernende Roboter zu entwickeln, indem sie den Erfolgreichen erlaubt haben, ihre Programme an andere Roboter weiterzugeben. Man bemüht also ein natürliches Prinzip, nämlich die Evolution, um schneller zu Programmierergebnissen zu kommen. Ist das ein Trend? Sarah Spiekermann: Ich denke schon, dass es ein Trend ist, selbstlernende Maschinen zu entwickeln. Diese Maschinen reagieren intuitiver und manchmal sogar schneller und besser, als wenn Menschen mühsam die einzelnen Schritte programmieren. DW-TV: Das heißt, die Natur programmiert besser. Aber man weiß doch gar nicht so genau, was dabei eigentlich passiert. Sarah Spiekermann: Richtig. Der Nachteil ist, dass es schwer nachvollziehbar wird, warum eine Maschine so oder so agiert oder reagiert. Das ist insbesondere in der Interaktion zwischen dem Menschen und der Maschine problematisch. Hier muss man genau wissen, wie sich der Roboter, der intelligente Kühlschrank oder andere Objekte gegenüber dem Menschen verhalten werden. Wenn man das nicht genau weiß, wer kann dann für die Folgen einstehen? DW-TV: Nun wissen wir ja, dass Evolution keinen Endpunkt kennt. Und Sie sagen, wir geben hier die Kontrolle ab. Könnte es nicht sein, dass selbst-reproduzierende Roboter, die die Evolution weiter treiben, irgendwann so intelligent werden, dass sie die Macht übernehmen? Ist das Science Fiction? Sarah Spiekermann: Das ist sicherlich Science Fiction. Die Literatur gibt uns da viele Beispiele. Aber man muss unterscheiden, wo wir heute stehen und was Science Fiction bleiben wird. Trotzdem sollten wir uns heute schon darum bemühen, dass Menschen immer die Kontrolle und das letzte Wort im Umgang mit der Maschine haben. Der berühmte Rote Aus-Knopf oder das Signal "Nein" müssen bei der Konstruktion der Maschinen berücksichtigt werden. DW-TV: Maschinen treffen schon heute selbständig Entscheidungen, beispielsweise beim Autofahren. Es gibt bereits Autos, die den Abstand zum Vordermann messen und selbständig bremsen. Geht das schon zu weit? Sarah Spiekermann: Der Sicherheitsexperte und die Versicherungsgesellschaften würden argumentieren, dass solche Fahrzeuge sehr sinnvoll sind. Aber die Frage ist natürlich, inwiefern auch hier der Fahrer weiterhin Kontrolle über sein Auto wünscht. Warum sind Menschen nicht als gute Fahrer anerkannt ? Wenn jemand dieses selbstbremsende System nicht nutzen möchte: Hat er eine Möglichkeit, es abzustellen? DW-TV: Aber in diesem Fall, zur Vermeidung eines Unfalls, wollen wir doch, dass die Maschine uns eine Entscheidung abnimmt. Sarah Spiekermann: Hier überwiegt die Sicherheit. Aber es gibt andere Funktionen wie beispielsweise das Warngeräusch beim Anschnallen. Die Frage ist, warum zwingt mich mein Auto, dass ich mich anschnalle? Warum kann ich zum Beispiel beim Einparken das System nicht ausstellen? Wir müssen das letzte Wort dem Menschen überlassen, sonst haben wir sehr schnell einen Technologiepaternalismus, den wir uns nicht wünschen. (Interview: Ingolf Baur)
Kluge Köpfe - der israelische Wissenschaftler Guy Pe'er
Läuft geradeNeue FolgeUnter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Von Dana NovakGuy Pe'er ist 34 Jahre und stammt aus Israel. Er arbeitet in Leipzig am Umweltforschungszentrum. Dort beschäftigt er sich mit den Folgen, die der Rückgang des Brasilianischen Regenwaldes auf die Tierwelt hat.
Oscar - das Elektroauto der Zukunft
Läuft geradeNeue FolgeEin Elektroauto, alltagstauglich und mit sehr niedrigem Energieverbrauch - das soll OSCAR werden, der "Open Source Car", ein Forschungsauto. Von Cornelia BorrmannSeine Darmstädter Konstrukteure wollen mit ihm technische Probleme lösen, die beim Bau eines Elektrofahrzeuges auftreten: die Langlebigkeit und Temperaturregelung der Batterie, die Abstimmung mit dem Motor, die Konstruktion der Fahrzeugkabine. Oscar schafft 300 km mit einer Batterieladung. Ziel ist es, der Autoindustrie technische Lösungsmöglichkeiten für die Elektroauto-Entwicklung anzubieten.
Im Gespräch: Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin
Läuft geradeNeue FolgeDie Charité eröffnet ihre 300-Jahr-Feierlichkeiten mit einem World Health Summit zum Thema "Medizin der Zukunft". Dazu ein Gespräch mit Prof. Karl Max Einhäupl, dem Vorstandsvorsitzenden der "Charité - Universitätsmedizin Berlin", wie sich das Klinikum offiziell nennt.DW-TV: Die Charité besteht aus 107 Kliniken und Instituten, sie ist Klinik, Universität und Forschungseinrichtung zugleich. In welchem Bereich ist die Charité am stärksten? Karl Max Einhäupl: Die Charité hat den Anspruch, in allen drei Bereichen gut zu sein. Wir glauben aber, dass wir vor allem eins haben: einen Forschungsauftrag. Und mit Blick darauf denken wir, dass wir es geschafft haben, an die Spitze zu kommen. DW-TV: Die Charité hat 7 Nobelpreisträger hervorgebracht. Wie wollen Sie an den Ruhm der vergangenen Jahre anknüpfen? Karl Max Einhäupl: Ich muss zugeben, dass es nicht möglich sein wird, in den nächsten Jahren einen Nobelpreisträger zu präsentieren. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Charité es im Verlauf der letzten siebzehn Jahre wieder geschafft hat, die Nummer Eins in Deutschland zu werden, an den klassischen "science indicators" gemessen. Wenn wir diesen Weg fortsetzen, werden wir auch eines Tages wieder dabei sein, wenn in Stockholm der Nobelpreis vergeben wird. Junge Wissenschaftler motivieren DW-TV: Wenn ich jetzt eine gute Fee wäre und dem Chef der Charité einen Wunsch erfüllen wollte - welchen Wunsch hätten Sie? Karl Max Einhäupl: Der dringlichste Wunsch ist der, dass es uns gelingt, vor allem die jungen Wissenschaftler zu motivieren, hier weiterzuarbeiten und sich darüber bewusst zu sein, dass sie in einer ganz herausragenden Institution tätig sind. Daraus kann ihnen die Kraft erwachsen, selbst unter den schwierigen Bedingungen, unter denen wir arbeiten, ihre Arbeit erfolgreich fortzusetzen. DW-TV: Dass jeder Mensch gesund wird, das wird ja wohl ein Traum bleiben. Aber dass Medizin für alle bezahlbar wird, das müsste doch machbar sein, oder? Karl Max Einhäupl: Ja, es wird aber immer schwieriger werden, weil der Fortschritt der Medizin so rasant voran geht und weil er immer mehr kostet. Es wird in der Tat für die forschenden Einrichtungen eine wichtige Verpflichtung sein, darüber nachzudenken: Wie können wir es schaffen, dass Medizin bezahlbar bleibt - nicht nur in diesem Land, sondern auch in Ländern, die wirtschaftlich nicht so stark sind wie wir. Das Ziel: personalisierte Medizin DW-TV: Sie sind ja nicht nur Chef der Charité, Sie sind auch ein sehr erfahrener Neurologe. Aus Ihrer Sicht: Wie wird die Medizin der Zukunft aussehen? Karl Max Einhäupl: Ich hoffe, dass die Medizin der Zukunft - wie sie das in der Vergangenheit auch getan hat - dazu beitragen wird, dass die Menschen in Gesundheit älter werden. Wir werden alle älter, aber das muss in Gesundheit geschehen. Ich gehe davon aus, dass es uns zusehends gelingt, Medikamente für ein einzelnes Individuum zu entwickeln. Personalisierte Medizin ist das Ziel, denn die Gene eines Menschen sind im Vergleich zu denen anderer Menschen höchst unterschiedlich. Und wir werden es in Zukunft wahrscheinlich schaffen, dass wir den Menschen individualisierte Medizin anbieten können. DW-TV: Das heißt, ich gebe mein Genprofil ab, und Sie entwickeln mir die Medizin? Karl Max Einhäupl: Wenn Sie das so einfach darstellen wollen, dann ist das sicherlich die Erklärung, die im Wesentlichen unsere Vision ausdrückt. Alzheimer stoppen DW-TV: Warum dauert es so lange, bis aus Forschung Medizin wird bzw. bis eine Entwicklung marktreif wird? Karl Max Einhäupl: Das hat sicherlich damit etwas zu tun, dass Grundlagenforschung in der Regel an Tieren, heute überwiegend an Mäusen oder an Ratten, durchgeführt wird. Und die Maus und die Ratte sind eben etwas anderes als der Mensch. Wenn wir im Tierversuch ein Medikament erproben, dann haben wir einen sehr homogenen Patienten. Alle Tiere in diesem Versuch sind ähnliche oder gleiche Tiere. Menschen sind höchst unterschiedlich. Obwohl wir die gleiche Anzahl von Genen haben, etwa 30.000, reagieren wir in einer völlig anderen Weise auf Medikamente oder auf Krankheitserreger, als es die Tiere tun. Und das alles herauszufinden, dauert viele Jahre. DW-TV: Welche Krankheit wird man in absehbarer Zeit in den Griff kriegen? Karl Max Einhäupl: Ich glaube, dass es gar nicht möglich ist, eine ganze Krankheit in den Griff zu bekommen. Aber ich bin überzeugt davon, dass es von großer Wichtigkeit ist, vor allem die degenerativen Erkrankungen - die Alzheimererkrankung ist das beste Beispiel - aufhalten zu können. Wir verstehen heute sehr viel von den Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung, aber wir haben noch nicht die Medikamente und Maßnahmen gefunden, die es uns erlauben, diese Krankheit zu stoppen. Interview: Daniela Levy
Studiogast: Dr. Oliver Schwedes, Verkehrsexperte
Läuft geradeNeue FolgeOliver Schwedes arbeitet an der Technische Universität Berlin im Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung. Seine Forderung: Es reicht nicht aus, neue Elektroantriebe zu entwickeln und Verbrennungsmotoren effizienter zu machen: "Auch das Verkehrsverhalten muss sich ändern."DW-TV: Fahren Sie schon regelmäßig Elektroauto? Oliver Schwedes: Nein, leider nicht! DW-TV: Der Markt bietet auch noch nicht viele Modelle an. Warum eigentlich nicht? Oliver Schwedes: Die Autoindustrie hat da Entwicklungen verschlafen. Wir stehen noch am Anfang. Obwohl es in der Vergangenheit schon Anstrengungen gegeben hat, wurden diese abgebrochen. Und jetzt fangen wir wieder von vorne an. DW-TV: Dabei begann die Geschichte der Mobilität mit einem Elektroauto. Im 19. Jahrhundert war es schon mal richtig bedeutend. Was hat man konkret verschlafen? Die Batterieentwicklung? Oliver Schwedes: Die Batterieentwicklung insbesondere, auch da gab es schon Projekte in den 90iger Jahren. Deutschland hatte verschiedene Anstrengungen unternommen, aber dann hat die Autoindustrie entschieden, dass es sich nicht lohnt zu investieren. Unter den Rahmenbedingungen heutzutage sieht das anders aus. Es könnte schwer werden, die Nachfrage zu bedienen DW-TV: Nun soll das Elektroauto stark gefördert werden und die Rettung vor dem Klimawandel bringen, also CO2 einsparen. Wie viel ist da tatsächlich möglich, wenn man ein Elektroauto mit einem Verbrennungsmotor-Auto vergleicht? Oliver Schwedes: Alles hängt davon ab, inwieweit die Elektroautos in Zukunft aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Das könnte tatsächlich deutliche Einsparungen gegenüber den jetzigen Benzinern bringen. Aber man sollte die Ressourcen nicht vergessen, die trotzdem notwendig sind, um so ein Auto und die Batterie zu produzieren. Ich erinnere nur an Lithium, einen endlichen Rohstoff, der jetzt schon knapp ist. Es könnte in Zukunft schwierig werden, die Nachfrage zu bedienen. DW-TV: Aber es gibt jede Menge Studien zum Klimawandel, die zeigen, dass wir erheblich besser aufgehoben wären, wenn man die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren effizienter und sparsamer machen würde. Oliver Schwedes: Wir sollten alles machen. Der normale Verbrennungsmotor hat bestimmt Potentiale. Wir sollten aber auch in technologische Innovationen wie alternative Antriebe und Elektroantriebe investieren. Ich denke, sich allein auf Effizienzgewinne zu fokussieren, ist gerade im Verkehrssektor ein Problem. Wir sehen immer wieder, dass die Effizienzgewinne bis zum heutigen Tage durch das rasante Verkehrswachstum aufgezehrt werden. Es gibt andere Ideen DW-TV: Leute mit einem sparsamen Auto fahren auch gerne ein bisschen mehr. Sie sprechen vom Verkehrswachstum: Heute haben wir ungefähr eine Milliarde Fahrzeuge auf der Erde. Bald schon könnten es zwei Milliarden sein. Wo sind da die Auswege? Oliver Schwedes: Wir müssen neben den technologischen Innovationen auch darüber nachdenken, inwieweit wir neue Konzepte entwickeln können. Auch das Verkehrsverhalten muss sich ändern. Nicht im Sinne von Verzicht, um das gleich dazu zusagen - das ist ja recht unpopulär. Aber es gibt andere Ideen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, die in eine ähnliche Richtung gehen. DW-TV: In Ulm gibt es ein solches Projekt schon. Ein Auto zum Ausleihen steht dort am Bahnhof. Denken Sie in diese Richtung? Oliver Schwedes: Genau in diese Richtung! Wir nennen das "Public Electric Car". Neben dem Einsatz von Technologien auf Basis erneuerbarer Energien zielen wir auch auf eine Integration in den öffentlichen Verkehr ab. Wir stellen uns vor, dass man in Zukunft mit dem öffentlichen Verkehr fährt und zusätzlich auch ein Auto nutzen kann. So bleibt man mobil und kann auf sein privates Auto verzichten. (Interview: Ingolf Baur)
Erste Hilfe für Ersthelfer – wenn das Herz stillsteht
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Jürgen Schneider 120.000 Menschen sterben jedes Jahr am plötzlichen Herztod. Viele hätten gerettet werden können – sagen Rettungsmediziner der Charité. Sie fanden heraus: In den entscheidenden ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind viele Menschen nicht in der Lage zu helfen. Eine Studie dokumentiert erstmals die Defizite und die gefährlichen Erste-Hilfe-Mythen.
Müde Ballerinen - Schlafforscher machen mobil
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Andreas Neuhaus Balletttänzer schlafen zu wenig. Das haben Schlafforscher der Charité bewiesen. Eine Folge sind Unfälle bei der Arbeit. 3 Monate lang trugen Tänzer des Staatsballetts Berlin Sensor-Armbänder, die Bewegungs- und Ruhephasen aufzeichneten. Im Ergebnis entwickelten die Forscher einen mobilen Ruheraum, in dem die Tänzer Entspannungsphasen einlegen können.
Fast wie im Krimi – der Gerichtsmediziner Michael Tsokos
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Mabel Gundlach Michael Tsokos ist der wohl bekannteste "Forensische Pathologe" Deutschlands. Er ist Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité. Tsokos gehörte zu den Experten, die Leichen aus den Massengräbern in Bosnien und im Kosovo untersuchten, und er half, die Toten der Tsunami-Katastrophe in Indonesien zu identifizieren.
Projekt Zukunft | Aurora Borealis - ein neues Forschungsschiff für Europa
Läuft geradeNeue FolgeEuropäische Polarforscher planen ein neues Forschungsschiff, geeignet für dickes Packeis und stürmische Hochsee. Unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven entsteht "Aurora Borealis", der stärkste Eisbrecher der Welt, ein Forschungsschiff, das 1000 Meter tief in den Meeresboden bohren kann. Im Jahr 2014 soll es voraussichtlich fertig sein. Die Aurora Borealis. Eisbrecher und Forschungsschiff zugleich.
Projekt Zukunft | Im Studio: Dr. Henry Jäger
Läuft geradeNeue FolgeDr. Henry Jäger forscht am Institut für Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität in Berlin. Wir sprechen über das Thema: "Neue Technologien für neue Lebensmittel?"
Projekt Zukunft | Kluge Köpfe: die Meeresbiologin Mirta Teichberg
Läuft geradeNeue FolgeDie 33jährige Argentinierin forscht seit 2 Jahren am Zentrum für maritime Tropenökologie in Bremen. Ihr Thema sind Algenpflanzen in Küstennähe. Sie vermehren sich massiv, durch die Nährstoffe, die vom Festland ins Meer gelangen. Und das wirkt sich auf die gesamte Lebensgemeinschaft an der Küste aus, zum Beispiel auf Korallenriffe.Unter dem Titel "Kluge Köpfe" stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs
Projekt Zukunft | Im Gespräch: Prof. Helmut Seifert, Forschungszentrum Karlsruhe
Läuft geradeNeue FolgeWissenschaftler haben Methoden entwickelt, um aus Kunststoffabfällen Öl zu gewinnen. Sie nutzen dazu die sogenannte Pyrolyse: der Kunststoff wird bei hohen Temperaturen aufgeschmolzen und chemisch umgewandelt.Ist dieses Verfahren besser als die Müllverbrennung? Und was kann die Wissenschaft zum Thema Abfallverwertung beisteuern?
Projekt Zukunft | Im Gespräch: Dr. Oliver Peters, Leiter der Impfstudie, Charité Berlin
Läuft geradeNeue FolgeIm Gespräch: Dr. Oliver Peters, Leiter der Impfstudie, Charité Berlin
Projekt Zukunft | Im Gespräch: Dr. Tobias Winkler, Orthopäde an der Charité Berlin
Läuft geradeNeue Folge"Beim Knochen ist es so, das ist ein relativ einfach zu handhabendes Gewebe. Es erinnert sich an seine Kindheit, der Knochen weiß, wie er gewachsen ist und das macht er auch wenn er verletzt ist. Er heilt wieder. Beim Knorpel ist es etwas anderes, der erinnert sich nicht. Die Zellen sind anders versorgt als beim Knochen." Dr. Tobias Winkler ist Orthopäde von der Charite in Berlin und operiert auf der einen Seite selbst und auf der anderen Seite erforscht er die Regeneration von Gewebe. Gerade wird mit großem Aufwand versucht, Gelenke nachzuzüchten.
Projekt Zukunft | Talentsuche - mit Wissenschaft zur Goldmedaille
Läuft geradeNeue FolgeWie erkennt man, ob ein Jugendlicher die Voraussetzungen zum Hochleistungssportler hat? Forscher an der Sporthochschule Köln wollen der Frage auf den Grund gehen. Dazu haben sie "momentum" gegründet, das deutsche Forschungszentrum für Leistungssport. Wir begleiten eine junge Nachwuchs-Fußballerin, die zum Leistungscheck nach Köln gekommen ist.
Projekt Zukunft | Im Gespräch: Dr. Kiros Karamanidis, Biomechaniker, Deutsche Sporthochschule Köln
Läuft geradeNeue FolgeDie Technik spielt eine ganz entscheidende Rolle. So ein Bewegungsanalysesystem kann sehr hilfreich sein für den Trainer, weil er dort speziell Defizite erkennen kann, was mit dem bloßen Auge eigentlich gar nicht zu sehen ist.
Projekt Zukunft | Runner's High - was macht der Sport mit dem Gehirn?
Läuft geradeNeue FolgeDie bildgebende Computertechnik ermöglichen den Neurowissenschaftlern immer tiefere Einsichten ins Gehirn. Gerade die Gehirne von Sportlern bieten dabei ein besonders spannendes Forschungsfeld. So haben Bonner Forscher erstmals das sogenannte "Runner’s High“ beobachtet, einen Euphoriezustand, der z.B. während eines Marathonlaufs auftreten kann.In einem Forschungsprojekt mit der Sporthochschule Köln wollen sie jetzt mehr herausfinden über die Auswirkungen des Sports auf das Gehirns. Dabei gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es viele solcher Auswirkungen gibt. Durch Sport lässt sich z.B. das Gehirn regelrecht trainieren, ähnlich wie etwa ein Bizepsmuskel. Nervenzellen und Gefäße wachsen durch körperliches Training, und das sogar noch im hohen Alter. Solche Erkenntnisse stoßen auch in der Altersforschung auf großes Interesse - ein Beispiel dafür, wie die wissenschaftliche Untersuchung des Sports sich auch auf andere Bereiche der Forschung auswirken kann.
Projekt Zukunft | Der Fahnder - auf der Suche nach dem Dopingmittel von morgen
Läuft geradeNeue FolgeMario Thevis (35) ist Dopingforscher und Professor für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er gehört zu den weltweit führenden Doping-Experten. 2008 war er bei den Olympischen Spielen in Peking, als einer der Analytiker der Sportlerproben. Bei Projekt Zukunft stellt er sich vor und erzählt: über Doping als wissenschaftliche Herausforderung.
Projekt Zukunft | Hai-Tech - oder die Wissenschaft vom Schwimmen
Läuft geradeNeue FolgeEin Film von Andreas Neuhaus Erst wurden sie mit viel technischem Aufwand entwickelt, jetzt sollen sie ab 2010 verboten sein: die High-Tech-Schwimmanzüge, die noch vor wenigen Tagen bei der Schwimm-WM in Rom für ständig neue Weltrekorde gesorgt haben. Projekt Zukunft will wissen, worin das Geheimnis dieser Anzüge besteht und wie viel sie wirklich ausmachen, beim Kampf um die Rekorde.Forscher in Leipzig haben diese Frage wissenschaftlich untersucht, in Europas modernstem Schwimmkanal in Leipzig. In der Gegenstromanlage des Instituts für Trainingswissenschaft können Schwimmer sozusagen auf der Stelle schwimmen. Eine große Zahl an Kameras zeichnet ihre Kraul-, Brust- oder Delfinschwimmbewegungen auf und macht Turbulenzen und Wirbel sichtbar, die dabei im Wasser entstehen. Mit dieser Einrichtung konnten die Forscher wissenschaftlich beweisen, was Schwimmer schon lange behaupten: die High-Tech-Anzüge machen tatsächlich schneller. Manche Anzüge haben zum Beispiel eine geriffelte Oberflächenstruktur, die den Strömungswiderstand im Wasser senkt - Vorbild war die Hautoberfläche des Haies. Andere Anzüge orientieren sich an Pinguin oder Delfin und zwängen den Körper in ein stromlinienförmiges Profil. Viele Möglichkeiten, die alle letztlich eines bringen sollen: die entscheidenden Zehntelsekunden.
Projekt Zukunft | Studiogast: Dr. Christine Sers, Institut für Pathologie, Charité Berlin
Läuft geradeNeue FolgeDas Rauchen ist schwer in Verdacht epigenetische Veränderungen zu verursachen. Nahrungsmittel werden ins Spiel gebracht, der grüne Tee zum Beispiel spielt eine Rolle. Man weiß, dass Schwermetalle, die schon lange als Gifte bekannt sind, epigenetische Veränderungen beeinflussen können.
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