Autor: Ralf Thierfelder
Libellen können viele Superlative für sich beanspruchen. Sie besitzen einen der leistungsfähigsten Sehsinne im Tierreich, stellten das größte Insekt, das jemals gelebt hat und sind zudem eine der ältesten Tiergruppen der Erde.
Schon im Erdzeitalter des Karbon (290 - 350 Millionen Jahre) segelten die ersten Urlibellen durch die Sumpfwälder. Vor etwa 290 Millionen Jahren lebte die größte bisher nachgewiesene Insektenart. Die Riesenlibelle Meganeuropsis permiana. besaß eine Flügelspannweite von fast 75 cm.
Auch der Sehsinn der Libellen ist außergewöhnlich. Die großen Facettenaugen der Königslibelle bestehen jeweils aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Mit diesen Augen können sie bis zu 175 Einzelbilder pro Sekunde wahrnehmen. Beim Menschen sind es nur 20 Einzelbilder. Im Vergleich zu unserem Sehsinn können sie das Leben um sich herum also quasi in Zeitlupe wahrnehmen.
Als einzige Insektenart können Libellen ihre vier Flügel alle unabhängig voneinander bewegen. Dadurch schaffen sie es, plötzlich die Richtung zu ändern oder in der Luft stehen zu bleiben. Einige Arten können sogar rückwärts fliegen.
Der überragende Sehsinn sowie der spezielle Flugapparat machen die Libellen zu erfolgreichen Insektenjägern. Ihre Beute fangen sie vorwiegend im Flug. Sie ergreifen dabei ihre Opfer mit den zu einem Fangapparat umgestalteten Beinen.
n ganz Deutschland kommen über 80 Libellenarten vor, im Rhein-Main-Gebiet gibt es wohl etwas mehr als 60 Arten. Leider sind viele Arten gefährdet und stehen deswegen auf der Roten Liste.
Für den Menschen stellen die rasanten Insektenjäger keine Gefahr dar. Libellen beißen, stechen oder kratzen nicht. Sollte man also das Glück haben, nahe genug heran zu kommen, kann man sie in aller Ruhe betrachten.