Eigentlich sind meine StichWortGespräche auf den ersten Blick eine einfache Sache. Ich beobachte, z.B. während einer Pressekonferenz, die vorgestellten Persönlichkeiten und notiere mir dabei Wesentliches in Form von einzelnen Wörtern. Anschliessend treffe ich eine Auswahl von normalerweise 6 Punkten, die ich aber nicht zu Voraus bekannt gebe. So weit, so gut. Mit der Künstlerin Susanne Hofer war alles ganz anders. Begonnen hat es wie üblich, irgendwann standen die Fragen im Notizbuch und ich war bereit. Da Susanne Hofer ihre aktuelle Arbeit im Kunstmuseum Luzern zusammen mit John Wolf Brennan entwickelte, wollte ich beiden die gleichen "Wörter" vorlegen, aber getrennt.
Irgendeine innere Stimme sagte mir, dass ich mit Susanne beginnen sollte. Gedacht und angegangen. Die erste Frage lautete "Dorf im Raum" und weitere 5 RaumThemen wie "Stadt im Raum" sollten folgen. Denkste. Mein Gegenüber scheint den Blick für's Wesentliche zu haben. Jedenfalls waren mit der ersten Antwort auch schon 3 weitere hinfällig. Also, eine Aussage, 4 Antworten. Und jetzt musste ich improvisieren, was mir kein Problem bereitet, aber eben, mehr als eine Stunde Vorbereitung war "futsch". Und das ist auch gut. Die Künstlerin hat mich so ungewollt auf die Probe gestellt. Bin ich wirklich in der Lage, Aussagen so aufzunehmen, dass ich das Gespräch entsprechend fortsetzen kann, ganz ohne Vorgeschreibsel? Es ist so und das beruhigt mich.
Hätte ich zuerst John Wolf Brennan vor die Kamera gebeten, wäre mein Konzept auch über den Haufen gefallen. Aber so konnte ich noch irgendwie den Dreh finden. Ich danke Susanne Hofer.
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