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When Things Get Back To Loneliness

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A video by Ioana Luca, Music and Fotos by Detlev Foth A short film about loneliness of studios and the quiet world of things. Die rumänische Künstlerin Ioana Luca und der deutsche … more
A video by Ioana Luca, Music and Fotos by Detlev Foth
A short film about loneliness of studios and the quiet world of things.
Die rumänische Künstlerin Ioana Luca und der deutsche Maler Detlev Foth haben einen kleinen Film über die Einsamkeit in Ateliers und die Stille der Dinge gemacht.
Atelier Foth & Luca, Düsseldorf
Wenn die Dinge in ihre Einsamkeit zurückfallen , dann könnte es auch heißen, die Wirklichkeit der Dinge formiert sich zu einem Stilleben oder readymades entziehen sich der künstlerischen Kategorisierung, sie sind belebt durch ein Innenwirken und halten die Zeit an, wie es zunächst scheint und wie es auch ist, wenn sich nicht weit mehr vollzöge. Das Stilleben, das inszenierte, konstruierte, das durch Zufall erschaffene, das durch Zerstörung umgewandelte, das durch den Willen einer neuen Bildsprache erzeugte Objekt, ist in der Kunst so wesentlich wie die Landschaft, Akt, Portrait usw. Das stille Leben und nicht, wie man oft vermutet, das stilisierte Leben.

Es gibt radikale readymades, wie Hat Rack 1917/1964 von Marcel Duchamp, es gibt readymades, die in einen räumlichen Zusammenhang gestellt werden ( Bicycle Wheel 1913/1964, ebenfalls Duchamp ), dann gibt es Objekte, die von dem Gedanken des readymades ausgehend, eine Gestaltung vornehmen und durch eine wie von Herbert Zangs vorgenommene Verweißung und eine gewählte Anordnung das stille Leben unterstreichen, zB .in der bekannten Arbeit Baumfrüchte von 1953 ( hier ohne Abbildung )

In der Arbeit Schlitten mit Filter( 1983 ) von Joseph Beuys ist die Stille des Lebens, die Stille der Dinge Ausgangspunkt und oder Abschluss einer Handlung, die vollzogen oder demnächst zu vollziehen ist, Zeit aufhebt. Joseph Beuys setzt sich in vielen seiner Arbeiten mit Zeit auseinander, indem er ihren Verlauf aufhebt und die Stille, die Einsamkeit der Dinge, den Wert der Dinge in sich selbst, manifestiert. Er sagt auch, die Dinge sind unabhängig von unserer Bezeichnung, da sie wegen ihres Seins an sich schon selbstständig und frei von jedem Bezeichnungs- und ohnehin von jedem Erklärungsversuch und jeder Erklärungsbemühung sowie jeder Funktionsunterordnung sind.

Briefe sind Kommunikationsmittel und gleichzeitig ist ein Brief ein Ding. Das Dinghafte kann verstärkt werden, indem man dem Brief seine Lesbarkeit nimmt, ihm beispielsweise zeichnerische Elemente hinzufügt, Überdeckungen vornimmt und auch wie bei Zangs oder wie bei Picasso Verweißungen erarbeitet. So wird aus einer Information, die der Brief transportiert und die naturgemäß von der Zeit in kategorisierbare, also erst in aktuelle, dann historische Zusammenhänge gebracht wird, eine Unwesentlichkeit, die durch ihre Modellierung stark auf das Ding Brief, bzw. vielmehr auf das Ding Papier zurückfällt, den Brief in die Welt der stillen Dinge , des stillen Lebens trägt, in die Zeitlosigkeit eben.

Das Stilleben, in seinem radikalen Ausdruck, das readymade, kann eine Geschichte sein, die angehalten wird, es kann auch Ausdruck der Zeitlosigkeit selbst sein. Es ist ebenfalls der Hinweis darauf, dass Dinge, unabhängig von ihrer Funktion und den Zusammenhängen, in die man sie stellt, einen Wert und einen Sinn in sich tragen, eine Erklärung in sich darstellen, ohne von Benennung getragen werden zu müssen.

Im Musée d´Orsay sind Spazierstöcke von Paul Gauguin ausgestellt, die montierte Messer in sich verbergen. Ausgestellt als Gauguins Angst-, Abwehr- und Verteidigungsdinge, fallen sie genau wie der Schlitten mit Filter von Beuys auf ihre Einsamkeit zurück, sind in sich selbst, ausgestellt, in andere , das heißt in ihre eigenen Zusammenhänge gebracht, sind Zeitaufhebung und Funktionsaufhebung in einem geworden. Sie sind in ihre Einsamkeit zurückgefallen, in der sie sich vorher schon befanden bzw. sich in sich selbst realisiert hatten, denn sie waren immer nur scheinbar zwei -oder mehrfach, selbst aufgrund der ihnen zeitweise gegebenen Funktionen, immer waren sie vor allem einsam.

In der Videoarbeit When Things Get Back To Loneliness von Ioana Luca, werden Dinge gezeigt bzw vorgestellt, die eine Ateliersituation begleiten, alle Ateliersituationen begleitet haben könnten, vor allem aber wird in dieser Arbeit auf das Sein der Dinge, das Innenwirken einer Kraft, die losgelöst von der Biographie ihrer Besitzer, befreit von der ihnen zugeteilten Bedeutung ist, verwiesen. In dieser Arbeit wird nahezu der Moment festgehalten, in dem Dinge in ihre Einsamkeit zurückfallen, ähnlich wie ein Ton, der verhallt und zu dem wird, aus dem er gekommen ist, zu Stille.

Diese Videoarbeit unterstreicht auch den Gedanken, dass ein readymade ein jedes Ding sein kann, vorrausgesetzt man bezeichnet es als solches. Einem Ding ist es natürlich vollkommen egal, ob man es als Buch, als Gitarre, als Stuhl usw bezeichnet, ebenfalls ob der Künstler es zum readymade erhöht, denn es braucht keine Erhöhung so wie es keine Bezeichnung benötigt.

Detlev Foth, Düsseldorf
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