Auf der Galerie ist eine Erzählung von Franz Kafka, die 1919 im Rahmen des Bandes Ein Landarzt erschien.
Es handelt sich nicht um eine Erzählung mit fortlaufender Handlung. Vielmehr werden zwei extreme Varianten einer (Künstler)-Existenz aus der inneren Sicht eines bestimmten Zuschauers, des Galeriebesuchers, dargeboten.
Eine Variante zeichnet das Bild einer kranken, bedauernswerten, kindlichen Kunstreiterin, die von den äußeren Umständen, insbesondere vom Direktor, gnadenlos zu immer weiteren, endlosen Aktionen getrieben wird. Der junge Galeriebesucher könnte sich dann in die Manege werfen und all dem ein Ende machen.
Die zweite Variante stellt eine vitale, schöne Dame als Reiterin voller Würde dar, die glücklich in ihrem Beruf ist. Alle, besonders der Direktor, bemühen sich liebevoll und besorgt um sie. Da legt der Galeriebesucher das Gesicht auf die Brüstung und, im Schlußmarsch wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.
[ds-film]
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