Es mag zynisch klingen, aber letztlich hätte das Homo-Mahnmal im Berliner Tiergarten seinen Zweck gar nicht besser erfüllen können. Gerade mal 81 Tage nach seiner feierlichen Eröffnung ist es am vergangenen Samstag geschändet worden – und landete damit in allen Medien. Unbekannte zertrümmerten die Glasscheibe, hinter der ein Videofilm mit einem Männerkuss in Endlosschleife zu sehen war. So wird überdeutlich: Wo homosexuelles Leben offen zu Tage tritt, droht noch immer Gewalt. Als vergangene Woche ein schwuler Mann – ebenfalls im Tiergarten – ins Koma geprügelt wurde, berichtete die Tagesschau nicht. Manchmal muss offenbar erst ein Denkmal Schaden nehmen, damit ein Thema die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. TIMM-Reporter Tobias Körner war bei der Mahnwache im Tiergarten dabei.n
Kommentare (0)