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Kommentare für Sind Politiker noch normal? Kspiele und Zensursula (3)

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  • nikstohnnikstohnam 6. Juni 2009 01:07| Du hast diesen Kommentar gemeldet.
    Entweder sind die Politiker zu blöd/faul/besoffen/whatever um das Problem bei der Wurzel zu packen (was bei beiden Themen mal sowas von Nöten wäre) und greifen statdessen zum einfachsten Mittel was ihnen grad in den Weg kommt.
    Zum einen die "Killerspiele" immer als Buhmann darzustellen ist schon blöd genug, denn wie schon erwähnt wurde gibt es ganz andere Dinge die näher an diese Tötungsdarstellung kommen als Spiele wo man einfach auf die Maus oder das Gamepad drückt und dann ein Polygonklotz umfällt und optional vielleich noch ein wenig rotes Zeuch von sich gibt (um das mal einigermaßen simpel auszudrücken). Wie schon erwähnt sind es nicht die Spiele die die Jugendlichen "zu Amokläufern machen". Sonst hätte man ja weitaus mehr solcher Vorfälle in der letzten Zeit gehabt.
    Und mit dieser "Internetzensur" hilft man auch niemandem, erstrecht nicht den Kindern die da Tag für Tag für diese Inhalte missbraucht werden. Da helfen keine Sperren. Vorallem nicht wenn sie eh schon viel zu einfach zu umgehen sind.
    Da sollte man eher versuchen die Betreiber solcher Seiten UND sämtliche anderen Verantwortlichen ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen.
    Zumal dank dieser "Sperren" letztendlich Tür und Tor offen stehen um auf ein Zensur-Niveau wie in China zu gelangen. Adé Meinungsfreiheit und so...

    Und bei diesem ganzen Gewäsch was die Politiker da jeden Tag von sich geben nur um ihren Wahlk(r)ampf zu betreiben verliert man doch so langsam den Glauben an die Politik... Aber den hab ich schon lange verloren.

    @alexi: Tolles Video. Endlich mal einer der der Politik mal seine Meinung geigt!
    @lady_narborough: Sehr interessanter und vorallem langer Kommentar, garantiert der längste bei sevenload. Kann ich auf jeden Fall soweit nur unterstreichen.
  • gerryheldgerryheldam 6. Juni 2009 00:57| Du hast diesen Kommentar gemeldet.
    Du hast absolut recht Alex! Im Fernsehen wird der Begriff "Killerspiel" absolut überbewertet! Und das durch falsche Berichterstattung! Das Bekannteste Beispiel: http://www.youtube.com/watch?​v=R9JRm3iQQak
  • lady_narboroughlady_narborougham 5. Juni 2009 21:53| Du hast diesen Kommentar gemeldet.
    Jetzt muss ich mich erst einmal irgendwie sammeln, um einen halbwegs anständigen Kommentar abzuliefern...
    Zunächst finde ich es generell super, dass du dich dazu äußerst und gleichzeitig andere (uns) einlädst, darüber zu diskutieren! Vielleicht beginne ich bei der Zensursula:
    Subjektiv betrachtet kann ich das Wort nicht mehr hören/lesen, denn das Netz platzt geradezu aufgrund dessen. Zudem existieren (meiner Ansicht nach) zwei Fronten in Form von Politikern und Usern in jedweder Form, die beide beharrlich an ihrer Position festhalten, was prinzipiell kontraproduktiv ist und im Endeffekt nichts bringt, da die "Staatsgewalt" ja doch am längeren Arm sitzt. Ich würde mir auch vielmehr einen Dialog wünschen, in dem ein gemeinsamer Konsens gefunden werden kann, anstelle anhaltender "Experten"-Meinungen, die stets in ein und dieselbe Richtung tendieren sowie meist nur für Politiker selbst von Vorteil sind.
    Ich stimme dir in jedem Fall zu, dass solche Sperren für diejenigen, die an pornografischen Dateien interessiert sind, kein Hindernis darstellen, um an entsprechendes "Material" zu gelangen. Ich vermute, dass das Netzwerk der Kinderpornographie ohnehin eine mafiaähnliche Struktur aufweist, die jeder Zensur trotzen wird. Wir sind uns also einig, dass die Zensur zwecklos ist - doch was anstelle dessen tun? Ich denke, wenn das Abschalten der Server so simpel wäre, müsste dies schon längst geschehen sein.
    Auf der anderen Seite ist da dieser drohende Teufelskreis, sollte die Zensur doch eine breite Anwendung finden. Welche Informationen sind im Netz vertretbar? Nur ein geringer Prozentsatz stellt Information jeglicher Art bereit, die meisten empfangen sie lediglich in unterschiedlichster Form. Einen Filter gibt es meines Empfindens nach nicht, wer etwas suchet (im Netz), der findet es auch. Die Gefahr bei der Zensur ist jedoch das, was wir im Extremfall beispielsweise in China sehen: Unerwünschtes wird nicht gezeigt, Plattformen gesperrt, Demokratie und alle damit zusammenhängenden Rechte wie freie Meinungsäußerung unterdrückt. Es sollte also nach anderen Wegen gesucht werden.
    Nun zu den sogenannten Killerspielen:
    Ich muss erst einmal sagen, dass ich von derlei Spielen keine Ahnung habe und höchstens (u.a.) Empire Earth gespielt habe. Aber ich denke, großes Wissen über solche Spiele ist in diesem Fall auch nicht von Nöten. Ich erachte das, was du gesagt hast, als vollkommen richtig. Killerspiele sind nicht der Grund, weshalb derart furchtbare Dinge passieren, es ist ein gesellschaftliches Problem. Zudem existieren (wie du es auch betont hast) noch andere Faktoren, die Jugendliche zu Amokläufern werden lassen. Allerdings denke ich, dass wir uns in einer Zeit bewegen bzw. darauf zusteuern, in der die Grenzen des Virtuellen und der Realität verschwimmen. Das fängt schon bei harmlosen Dingen wie "Second Life" an. Eine Frau, die dort im virtuellen Raum als Designerin arbeitet, verdient im wahren Leben (durch Second Life) ihr Geld damit. Es ist nicht mehr eindeutig abgegrenzt; wir "leben" im Internet, wir kommunizieren damit, beziehen Informationen unterschiedlichster Art (und Herkunft) daraus. Sofern wir alle klaren Verstandes sind, wäre dies kein Problem - sind wir aber nicht. Um auf die Killerspiele zurückzukommen: Setzt man eine Störung im sozialen Umfeld voraus, die sogar in eine Form von Hass gegenüber bestimmten Personen mündet, erhält das virtuelle/fiktive Spiel einen ganz anderen Stellenwert. Ich weiß es nicht, doch vielleicht erhalten dann namenlose Gegner, die erschossen werden, plötzlich den Namen eines verhassten Mitschülers, der den Spielenden mobbt oder Ähnliches. Doch dies alles beweist ebenso, dass das Spiel NICHT der Grund ist, sondern eventuell eine Art "unterstützende Komponente" innerhalb dieser Spirale, was es im konkreten Fall allerdings nicht besser macht.
    Ich glaube, gerade was Amokläufe an Schulen betrifft, sind wir vielmehr mit einem bildungspolitischen Problem konfrontiert: Wenn man von der Tatsache absieht, dass wir in der BRD ohnehin 16 verschiedene Schulsysteme haben, so ist es bei heutigen Hauptschulen (beispielsweise) der Fall, dass in einer Klasse von 28 Schülern 16 Nationen vertreten sind. Ich werde die Problematik keinesfalls ausschließlich auf Hauptschulen abwälzen, doch es zeigt im Allgemeinen eine Integrationsproblematik höchsten Grades. Demotivation aus unterschiedlichsten Gründen - an dieser Stelle sei evtl. das zum Teil fehlende Verstehen der deutschen Sprache zu erwähnen - führen zu dem, was heute der Fall ist: Schüler ohne Perspektive. Gleichzeitig muss die hohe Selektivität des deutschen Schulsystems hervorgehoben werden, die im Übrigen in keinem anderen Land derart ausgeprägt ist. Eltern schicken entgegen der Lehrerempfehlungen ihre Kinder auf das Gymnasium, obwohl sie vielleicht an einer Realschule besser aufgehoben wären. Doch Gymnasium bedeutet (späteres) Prestige. Zudem werden nun allmählich Haupt- und Realschulen zusammengeführt, da die Aussichten auf eine gute Berufslaufbahn mit einem Hauptschulabschluss eher gering sind. Bringt uns das allerdings weiter? Noch immer wird bereits nach der vierten Klasse auf drei weiterführende Schulen selektiert und somit spätere Entwicklungschancen untergraben. Und zu guter Letzt: (Selbst, wenn wir Probleme wie Arbeitslosigkeit, hohe Scheidungsrate etc. einmal außen vor lassen...) Wo ist das soziale Gefüge, wo sind die Möglichkeiten, Kinder/Schüler auch außerhalb des Unterrichts zusammenzuführen, existiert überhaupt noch so etwas wie ein Klassen"verband"? Und ich rede jetzt nicht von alljährlichen Ausflügen zum Schlittschuhlaufen. Verfügten wir zum Beispiel über ein einheitliches System der Ganztagsschule (und in anderen Ländern funktioniert das auch, ohne dass Schüler Schreikrämpfe kriegen), wäre unter Umständen verhindert, dass zwei Drittel der Schüler am frühen Nachmittag nach Hause kommt, sich eine Pizza in den Ofen schiebt und Talkshows guckt/"Killer"spiele spielt.
    Wenn also ein Schüler "plötzlich" durchdreht, soll das die Schuld eines Computerspiels sein? Ich denke nicht. Die Aggression ist zwar da und wird vielleicht dadurch gefördert - doch das Fundament ist ein ganz anderes.
    Dies war der vielleicht längste Beitrag der Sevenload-Geschichte.
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